Obwohl sich 2023 eine leichte Entspannung zeigt, ist der Fachkräftemangel im Augenoptikerhandwerk immer noch allgegenwärtig. Auch die Anzahl der Fachgeschäfte nimmt weiter ab – vor allem kleinere Betriebe verschwinden. Beim Umsatz jedoch gibt es ein leichtes Plus. Die aktuellen Zahlen der Branche im Überblick.

Wie steht es um die wirtschaftliche Situation im Augenoptikerhandwerk? Wie kommt die Branche mit dem Fachkräftemangel zurecht? Aktuelle Zahlen zu diesen und mehr Themen hat der Zentralverband der Augenoptiker und Optometristen (ZVA) in seinem aktuellen Branchenbericht veröffentlicht.
Fachkräftemangel in der Augenoptik
Der Fachkräftemangel ist wie in vielen Handwerksbranchen auch im Augenoptikerhandwerk gegenwärtig. Zwar zeigte sich laut dem Branchenbericht 2023/2024 eine leichte Entspannung: So stieg die Zahl der arbeitslosen Augenoptiker im vergangenen Jahr, gleichzeitig sank die Anzahl der freien Stellen. Trotzdem gaben Anfang dieses Jahres 41 Prozent der Betriebe an, in den vergangenen sechs Monaten Fachpersonal gesucht zu haben. Nur ein knappes Drittel konnte diese freien Stellen wie gewünscht besetzen.
Die genauen Daten zeigen: Die Zahl der Beschäftigten (einschließlich Inhaber) in der stationären Augenoptik ist 2023 leicht gesunken und lag bei 47.800 (2022: 47.900). Zudem waren zum Stichtag 31. Dezember 2023 bei den Handwerkskammern 6.725 Auszubildende in der Augenoptik registriert. Das waren 4,1 Prozent weniger als im Vorjahr. Auch die Zahl der augenoptischen Fachgeschäfte nahm 2023 erneut ab. Sie lag bei 11.000 (2022: 11.100).
| 2023 | 2022 | 2021 | 2020 | |
| Zahl der augenoptischen Fachgeschäfte | 11.000 | 11.100 | 11.280 | 11.370 |
| Beschäftigte (einschließlich Inhaber) | 47.800 | 47.900 | 48.100 | 48.100 |
| Auszubildende | 6.725 | 7.009 | 7.444 | 7.654 |
Umsätze im stationären Markt leicht gestiegen
Der Branchenumsatz (bezogen auf die stationäre Augenoptik) stieg von 2022 auf 2023 um 0,8 Prozent und lag damit bei 6,2 Milliarden Euro. Der Absatz für komplette Brillen lag 2023 bei 10,8 Millionen Stück (2022: 11,2 Millionen Stück). Der Absatz bei den Brillengläsern lag 2023 bei 35 Millionen Stück (2022: 36,1 Millionen Stück).
| 2023 | 2022 | 2021 | 2020 | |
| Branchenumsatz (Mrd.Euro inkl. MwSt.) | 6,217 | 6,170 | 6,074 | 5,572 |
| Absatz komplette Brillen (Mio.Stück) | 10,81 | 11,20 | 11,37 | 10,53 |
| Absatz Brillengläser (Mio.Stück) | 35,00 | 36,08 | 36,63 | 33,92 |
Und wie gestaltet sich der Online-Markt? Bezogen auf die Gesamtzahl der 2023 verkauften Brillen lag der Anteil der rein online verkauften Brillen bei 2,2 Prozent. Der Anteil sei damit etwas gestiegen, bleibe laut Branchenbericht aber weiterhin unbedeutend.
Viele kleine Betriebe verschwinden vom Markt
In den vergangenen zehn Jahren sei der durchschnittliche Nettoumsatz pro Betriebsstätte um 41 Prozent gestiegen, während die Preissteigerungsrate in diesem Zeitraum nur etwa halb so hoch war, heißt es beim ZVA. Grund dafür seien die deutlichen Verschiebungen in Richtung größerer Geschäfte. Diese Entwicklung liege einerseits am generellen Rückgang der Betriebsstätten. Viele kleinere Unternehmen finden keinen Nachfolger und verschwinden vom Markt, so die Studienmacher: Andererseits kommt immer mehr Geld in die Branche, Kapitalunternehmen bauen neue Ketten auf und übernehmen zum Teil größere Standorte. Auch mittlere Filialunternehmen expandierten weiter.
Thomas Heimbach, Vorsitzender des Betriebswirtschaftlichen Ausschusses des ZVA, sieht diese im Bericht dargestellten Entwicklungen als Chance: "Wem bewusst ist, wie die Branche funktioniert und wie Mitbewerber ticken, kann entsprechend reagieren. Nur so ist es möglich, sich trotz schwieriger Zeiten am augenoptischen Markt zu behaupten und sein Alleinstellungsmerkmal zu finden."
>>> Alle aktuellen Zahlen und Fakten finden Interessierte im ZVA-Branchenbericht 2023/24.