Drei Viertel der Betriebe im Gebäudereiniger-Handwerk müssen Aufträge ablehnen, weil ihnen das Personal fehlt. Dabei bietet die Branche gerade Menschen mit Migrations- und Fluchthintergrund gute Beschäftigungschancen. Bürgergeld-Empfänger zieht es laut einer aktuellen Branchenumfrage nur selten in die Branche.

Fehlende Arbeitskräfte entwickeln sich bei den Gebäudedienstleistern zunehmend zur Wachstumsbremse. "Der steigende Personalmangel hat bei fast der Hälfte der befragten Unternehmen zur Folge, keine neuen Aufträge annehmen zu können", teilte der Bundesinnungsverband der Gebäudedienstleister in seiner jüngsten Frühjahrs-Konjunkturumfrage mit. Gleichzeitig sei es nur knapp fünf Prozent der Betriebe gelungen, erwerbsfähige Bürgergeld-Empfänger für ihr Unternehmen zu gewinnen.
Personalnot führt zu Umsatzeinbußen
Wie es in der Umfrage weiter heißt, hat knapp die Hälfte der befragten Unternehmen wegen Personalnot sehr häufig beziehungsweise häufig auf Aufträge verzichten müssen. Bei rund 28 Prozent war es gelegentlich der Fall, bei einem guten Viertel nie. Unter dem Strich bezifferten rund 47 Prozent der Befragten den personalbedingten Umsatzverlust auf bis zu zehn Prozent. Rund ein Fünftel der Befragten gab Umsatzeinbußen von bis zu 20 Prozent an. Knapp ein Viertel konnte keine Umsatzverluste beziffern.
Werben um Bürgergeld-Bezieher oft vergeblich
Gleichzeitig konnten nur knapp fünf Prozent der befragten Unternehmen, seit Einführung des Bürgergeldes Anfang 2023 Menschen aus dem Bürgergeldbezug für eine Arbeit, Weiterbildung, Qualifizierung oder auch Ausbildung gewinnen. Dagegen gaben rund 86 Prozent der befragten Unternehmen an, dass ihnen das nicht gelungen sei. Der Rest konnte die Frage nicht beantworten.
In der Herbstumfrage 2023 hatte der Bundesinnungsverband der Gebäudedienstleister bei Politik und Medien für Aufmerksamkeit gesorgt. Damals hatte eine große Mehrheit der befragten Gebäudedienstleister Sorge, dass das Bürgergeld zunehmend in Konkurrenz zum Lohnerwerb trete. Diese Frage hatte der Verband dieses Mal nicht gestellt.
Dietrich betont Integrationsmöglichkeiten der Branche
Zugleich betont Bundesinnungsmeister Thomas Dietrich die Integrationsmöglichkeiten im Gebäudereiniger-Handwerk: "Wir sind die Branche der Chance – für alle!" Die Zahlen untermauerten die Tatsache, dass in den Betrieben Weltoffenheit, Vielfalt und Toleranz herrschten: 78,4 Prozent der befragten Unternehmen hielten es im Rahmen ihrer Personalsuche für sehr wichtig, wichtig oder eher wichtig auf Menschen mit Migrations- und Fluchthintergrund zu setzen.
Stimmung bleibt eingetrübt
Alles in allem bleibt die Stimmung der Unternehmen im Gebäudereiniger-Handwerk eingetrübt und stagniert auf dem Niveau der Umfrage im Herbst. Dabei blickt rund ein Viertel mit positiven Geschäftserwartungen in die Zukunft. Knapp die Hälfte erwartet gleichbleibende Geschäfte und rund 28 Prozent (Herbst: 26,2) schauen pessimistisch in die Zukunft.