Der Stundensatz im Handwerk ist gestiegen. Für Meister haben die Betriebe im zweiten Halbjahr 2023 acht Prozent mehr berechnet, für Gesellen fünf Prozent mehr. Ein neuer Preisatlas zeigt Durchschnittswerte zu verschiedenen Gewerken und unterschiedlichen Regionen – und dass die Erhöhung in vergangenen Jahren anders ausfiel.

Mit durchschnittlich 69 Euro für einen Handwerksmeister und 61 Euro für einen Gesellen lag der Stundensatz bei Handwerkern zwar im zweiten Halbjahr 2023 höher als ein Jahr zuvor. Dennoch fällt der Anstieg diesmal anders bzw. eher zugunsten der Meister aus. Der Nettostundensatz, den ein Betrieb für sie im Schnitt angerechnet hat, steigt von 64 auf 69 Euro und damit um acht Prozent. Zeitgleich ist er für Gesellen im Schnitt nur von 58 auf 61 Euro und damit um fünf Prozent angehoben worden. Im Zeitraum von der zweiten Jahreshälfte 2022 bis zur ersten 2023 stiegt der Stundensatz für Meister dagegen nur um fünf Prozent, während es für Gesellen neun Prozent waren. Dennoch liegt ihr Stundensatz nun erstmals über der 60-Euro-Marke.
Die Werte stammen aus dem Preisatlas Handwerk des Software-Anbieters OneQrew, der Stundensätze verschiedener Gewerke erfasst und vergleicht. Zum dritten Mal in Folge hat das Unternehmen eine Umfrage unter Handwerksbetrieben verschiedener Gewerke und Regionen erstellt und 534 Betriebe befragt.
Stundensatz im Handwerk: Gewerke im Vergleich
Vergleicht man dabei den durchschnittlichen Stundensatz der Gewerke, zeigt sich folgendes Ranking. In der Befragung wurde allerdings ein Kostenschnitt erzeugt zwischen den Stundensätzen für Meister und Gesellen, sodass nur ein kombinierter Vergleichssatz entsteht:
- Dachdecker und Zimmerer erreichen den ersten Platz mit 68 Euro im Schnitt pro Stunde.
- Auf Platz zwei kommen mehrere Branchen mit 65 Euro im Schnitt pro Stunde: das SHK-Handwerk, die sonstigen Gewerke und der Metall-/ Anlagen-/ Stahlbau.
- Mit 64 Euro im Schnitt pro Stunde liegt die Elektrotechnik auf Platz drei.
- Tischler/ Schreiner folgen mit 63 Euro im Schnitt pro Stunde.
- Maler/ Gipser/ Stuckateure kommen auf Platz fünf mit 62 Euro im Schnitt pro Stunde.
Im Vergleich zur letzten Erhebung zeigt sich, dass die Unterschiede etwas geringer geworden sind. So teilt OneQrew mit, dass die Differenz zwischen dem teuersten und dem günstigsten Gewerk nur noch bei sechs Euro liegt. Zuvor lag sie noch bei 10 Euro. Beachtet werden muss allerdings, dass Branchenmindestlöhne zu unterschiedlichen Zeitpunkten erhöht wurden.
Stundenlohn liegt in den großen Städten höher als auf dem Land
Um Unterschiede beim Stundenlohn im Handwerk feststellen zu können, zeigt der Preisatlas auch, wie es in den einzelnen Regionen Deutschlands aussieht. Zusammenfassend stellen die Studienautoren fest, dass Handwerker in Ballungszentren teurer sind als auf dem Land und es weiterhin ein Gefälle zwischen den alten und neuen Bundesländern gibt.
Spitzenreiter mit einem Stundensatz von durchschnittlich 75 Euro für Meister und 67 Euro für Gesellen ist Hamburg. Dagegen zeigt Sachsen mit 53 Euro für Handwerksmeister und 46 Euro für Gesellen besonders günstige Sätze.
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Stundensatz im Handwerk steigt weniger stark
Im Vergleich zur letzten Befragung zeigt der Preisatlas jetzt, dass die befragten Handwerksbetriebe ihre Stundensätze nicht mehr so stark erhöht haben als noch in der letzten Umfrage. Damals hoben 71 Prozent der Betriebe ihre Stundensätze an. Im neuen Preisatlas liegt der Wert nur noch bei 51 Prozent. Zugleich gaben 48 Prozent der befragten Unternehmen an, ihre Stundensätze gleich hoch gelassen zu haben. Gesunkene Sätze gab es nur bei einem Prozent der Befragten. jtw