Der Negativtrend geht weiter. Das Geschäftsklima der Soloselbstständigen und Kleinstunternehmen sinkt weiter ab. Der Grund liegt mehr im Auftragsmangel bei den kleinen Firmen und weniger auf der Angebotsseite. Besonders stark ist das im verarbeitenden Gewerbe und im Baugewerbe zu spüren.

Kleine und mittelständische Firmen sind im besonderen Maße von den großen Unternehmen abhängig. Sind diese zurückhaltend, Aufträge nach außen an Selbstständige zu vergeben, fehlen den Kleinen viele Aufträge. Zusammen mit der allgemeinen wirtschaftlichen Lage – geprägt durch die Inflation – bringt dies eine anhaltend schlechte Geschäftslage für die Soloselbstständigen und Kleinstunternehmen, die regelmäßig für den Jimdo-ifo-Geschäftsklimaindex befragt werden. So zeigt dieser im Januar 2024 auch, dass der Negativtrend anhält.
Besonders in den Fokus stellen die Herausgeber des Indexes diesmal die Gründe sowohl für die schlechte aktuelle Geschäftslage, als auch für die Geschäftserwartungen, die ebenfalls keine besseren Werte zeigen. Beide gemeinsam ergeben den Geschäftsklimaindex, der nun bei einem Minus von 22,6 Punkten liegt. Im Dezember lag er noch bei -17,5 Punkten. Die Gesamtwirtschaft zeigt ein Minus von 13,8 Punkten – und damit etwas bessere Werte, obwohl sich auch hier ein Negativtrend abbildet.
Konjunkturumfrage zeigt Auftragsmangel
Als Gründe für das weitere Abrutschen der Soloselbstständigen und Kleinstunternehmen zeigt die Umfrage unter Unternehmen mit weniger als neun Mitarbeitern vor allem den Auftragsmangel. "Die niedrige Nachfrage bremst knapp die Hälfte der befragten Selbstständigen und Kleinstunternehmen aus", sagt Katrin Demmelhuber vom ifo Institut. Das Institut gibt den Jimdo-ifo-Geschäftsklimaindex gemeinsam mit dem Internetdienstleister Jimdo jeden Monat heraus.
Als weitere Gründe zeigt die Konjunkturumfrage zwar Probleme auf der Seite der Angebote der Waren und Dienstleistungen – meistens aufgrund eines Arbeitskräftemangels oder von fehlenden Kapazitäten. Diese sind in der Gesamtwirtschaft allerdings deutlicher als bei den kleinen Firmen. Auch Finanzierungsengpässe werden mit knapp fünf Prozent von den Selbstständigen weniger häufig gemeldet als bei der Gesamtwirtschaft (siehe Grafik).
Auftragsmangel bei den Selbstständigen deutlicher spürbar
So liegt das Problem bei den Selbstständigen derzeit meistens bei Beeinträchtigungen auf der Nachfrageseite. Die Wirtschaft steckt laut ifo Institut in der Rezession fest. "Die Auswirkungen der Großwetterlage bekommen Selbstständige wie schon bei den Corona-Beschränkungen am stärksten zu spüren. Wirtschaftliche Schwankungen treffen sie unmittelbar", erklärt Matthias Henze, CEO und Gründer von Jimdo.
Das zeigt sich im Vergleich unterschiedlicher Wirtschaftszweige allerdings mit Unterschieden. So geht es dem verarbeitenden und dem Baugewerbe derzeit spürbar schlechter als etwa dem Dienstleistungssektor oder auch dem Einzelhandel. Mit einem Minus von 44 Punkten zeigt der Bausektor das schlechteste Geschäftsklima. jtw

