Die erste Leistungsschau des Handwerks fand im Juli 1949 statt. Nur ein Jahr später stufte das Bundeswirtschaftsministerium die Messe als "bundeswichtig" ein. Seither ist die Internationale Handwerksmesse (IHM) ein sichtbarer Zeitzeuge handwerklicher Schaffenskraft.

Unter dem Motto "Handwerk, das dein Leben schöner macht" präsentiert die IHM in München vom 28. Februar bis 3. März 2024 wieder Meisterleistungen. Die IHM öffnete erstmals vor 75 Jahren, im Juli 1949, ihre Türen und ist seitdem die wichtigste Leistungsschau des Handwerks in Deutschland. Sie spiegelt von der Gründungszeit der Bundesrepublik über Wirtschaftswunder und Bauboom in den 60er Jahren bis ins digitale Zeitalter die Leistungskraft des Handwerks wider. Die Handwerkskammer in München hatte einst die Idee, eine Messe zu gründen. Das bayerische Wirtschaftsministerium unterstützte diese Idee und so war die erste Handwerksmesse eine Leistungsschau, die den Handwerksbetrieben in der Zeit des beginnenden Wiederaufbaus zusätzliche Marktchancen eröffnen sollte. Der damals gegründete Verein für Handwerksausstellungen und -messen – der Rechtsvorgänger der heutigen GHM Gesellschaft für Handwerksmessen mbH – eröffnete vom 15. bis 31. Juli 1949 die erste Handwerksmesse in München.
Wachstum und Bauboom
Den Aufstieg der Handwerksmesse läutete das Bundeswirtschaftsministerium 1950 ein, als es die Messe als "bundeswichtig" einstufte und München zur "Messestadt des Handwerks" ernannte. So wurde die "Münchner Handwerksmesse" in "Deutsche Handwerksmesse" umbenannt. Da im Laufe der Jahre immer mehr Aussteller aus dem Ausland vertreten waren, trug die Leistungsschau seit dem Jahr 1962 den Titel "Internationale Handwerksmesse".
Spitzengespräche
Seit Beginn zeigten sich auch hochrangige Politiker aus der Bonner und später Berliner Republik auf der Messe. Seit 1965 fand auf Anregung des damaligen ZDH-Präsidenten Joseph Wild ein Gespräch zwischen Handwerk und Industrie statt. Das Format entwickelte sich weiter und ab 1988 lud man zum "Spitzengespräch der Deutschen Wirtschaft" ein. Neben dem Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) diskutieren seitdem die Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände (BDA), der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) mit dem amtierenden Bundeskanzler oder der Bundeskanzlerin die wichtigsten Fragen der Zeit.
Herausragende Sonderschauen
Schon früh sind Sonderschauen und Auszeichnungen ein wichtiger Bestandteil der Handwerksmesse: Seit 2006 zeigt die Sonderschau INNOVATION GEWINNT! jährlich herausragende neuartige Produkte, die das Leben einfacher machen. Außerdem werden handwerkliche Leistungen durch renommierte Auszeichnungen wie den Bayerischen Staatspreis oder den Bundesinnovationspreis gewürdigt. 1999 zog die IHM auf das neue Messegelände in München-Riem. Hinzu kamen die "Garten München" oder auch die Genießermesse "FOOD & LIFE". Wie seit Jahrzehnten informiert auch heute die IHM Jugendliche über die breite Berufswelt des Handwerks. Auf der "YoungGeneration" können sich die jungen Leute selbst ausprobieren.
Corona als Zäsur
Die Corona-Pandemie in den Jahren 2020 und 2021 stellten eine Zäsur für die gesamte Messebranche dar. Nachdem die IHM zwei Jahre in Folge abgesagt werden musste und im Juli 2022 erstmals im Sommer ausgetragen wurde, gab es 2023 eine strategische Neustrukturierung. Um das Profil zu schärfen, präsentiert sich die IHM nun als reine, fünftägige Publikumsveranstaltung für Endverbraucher. Hier liegt der Schwerpunkt auf den Bereichen Bauen, Sanieren, Modernisieren, Wohnen, Küchenkultur und Lifestyle. Parallel dazu wurde der Kongress "Zukunft Handwerk" für Fachbesucher ins Leben gerufen. Franz Xaver Peteranderl, Aufsichtsratsvorsitzender der Gesellschaft für Handwerksmessen (GHM) und Präsident der Handwerkskammer für München und Oberbayern fasst es so zusammen: "Die Internationale Handwerksmesse ist nicht nur ein Schaufenster des Handwerks. Sie hat sich in ihrer Geschichte zu einem sichtbaren Zeitzeugen handwerklicher Schaffenskraft entwickelt. Dort können Spitzenprodukte und -leistungen des Handwerks aus aller Welt bewundert werden. Gleichzeitig hat die Messe im gestaltenden Handwerk einen großen Reiz entfaltet."