In diesem Jahr zeigt die Sonderschau "Exempla" auf der Internationalen Handwerksmesse in München Spitzenleistungen rund um das Thema Naturstein. Die Sonderschau ist vom 28. Februar bis 3. März in Halle B1 zu sehen.
Naturstein zählt zu den ältesten Baustoffen für Bodenbeläge. Bereits in der Antike legten Babylonier, Ägypter und Römer gepflasterte Innenräume, Straßen und Plätze an. Im Mittelalter waren dann wieder weniger Landstraßen gepflastert, bis diese Technik mit der Zunahme des Verkehrs im 19. Jahrhundert eine Renaissance erlebte.
Nach dem Zweiten Weltkrieg verdrängten schließlich Asphaltstraßen das Kopfsteinpflaster. Heute wird Pflaster vor allem auf Flächen mit hohen gestalterischen Anforderungen, wie Fußgängerzonen oder öffentlichen Plätzen, verwendet.
Ein für die Gestaltung erforderlicher Pflasterplan muss neben der Anordnung der Steine auch Höhenangaben für eine effektive Entwässerung beinhalten. Zudem müssen Pflasterbeläge bruch- und frostbeständig sein und eine hohe Abriebfestigkeit aufweisen. Auf der "Exempla" führt die Bauinnung München-Ebersberg in die Kunst des Straßenbaus ein.
Spezialisierung zum Steinbildhauer
Die Berufsfachschule für Steinbearbeitung "Johannes Steinhäuser" in Laas in Südtirol bietet Interessierten eine zweijährige Ausbildung zum Steinmetz an. Im Anschluss daran kann eine Spezialisierung zum Steinbildhauer stattfinden.
Die Schüler lernen Schriften, Skizzen und Modelle anzufertigen, Werkzeichnungen zu lesen und erwerben Kenntnisse in Natursteinkunde. Zudem schmieden und härten sie individuelle Stahlwerkzeuge in der hauseigenen Schmiede. In der Sonderschau arbeiten die Schüler unter den Augen der Besucher am Stein.
Aktive Steinbrüche in Südtirol
Das neunköpfige Team von "südtirol.stein" aus Terlan ist auf Abbau, Verarbeitung und Vertrieb von Natursteinen aus der Region spezialisiert. Derzeit stehen über 35 Steinsorten zur Auswahl. Neben Passeirer Gneis Granat und Möltner Sandstein, die in eigenen Steinbrüchen gewonnen werden, verarbeitet die Firma auch alle Materialien aus den rund 15 aktiven Steinbrüchen Südtirols.
Vom Boden über die Küchenplatte und Badeinrichtungen bis hin zu Wellnessbereichen in der Hotellerie hat "südtirol.stein" alles im Angebot. Auf der „Exempla“ wird eine sechs Tonnen schwere Außenküche aus Passeirer Gneis Granat zu sehen sein.
Dombauhütten sind Kulturerbe
Alle Dombauhütten wurden im Jahr 2020 durch die Unesco als Immaterielles Kulturerbe anerkannt. Sie sind seit den 1920-er Jahren für Pflege und Instandhaltung der jeweiligen Kathedralen verantwortlich. Die Hütten bewahren ein jahrhundertealtes Fachwissen, das für die Erhaltung und Restaurierung historischer Steingebäude unverzichtbar ist.
Zugleich sind sie Handwerksbetriebe, in denen die traditionellen Techniken der Steinbearbeitung gepflegt werden. Unter der Leitung erfahrener Dombaumeiste arbeiten dort nicht nur Steinmetze und Bildhauer, sondern auch Dachdecker, Schreiner, Gerüstbauer, Maler, Elektroniker, Schlosser, Schmiede und Glasmaler am Erhalt der historischen Bauwerke. In der Sonderschau können Besucher unter fachkundiger Anleitung ein persönliches Steinmetz-Zeichen anfertigen.
Charakteristische Legschieferdächer
Die Firmengeschichte von Karl Gabler Bedachungen begann 1948, als Anton Gabler einen Dachdeckerbetrieb im oberbayerischen Eichstätt gründete. Zunächst auf das Verlegen von Jura-Kalkplatten spezialisiert, wurde das Leistungsspektrum mit der Zeit auf unterschiedlichste Dachtechniken erweitert. Inzwischen wird die Firma in dritter Generation von Helmut Hofrichter geführt. Legschieferdächer sind charakteristisch für die Gegend um das Altmühltal zwischen Treuchtlingen und Kehlheim.
Verwendet werden nur die Platten aus der Schicht des Weißjura, die unterhalb der Humusschicht liegend, mit Hammer und Meißel von Hand herausgebrochen und getrennt werden. Die Stärke der Kalkplatten beträgt circa zehn bis zwölf Millimeter. Sie werden in vier- bis sechsfacher Überdeckung verlegt, der Reihenabstand liegt bei etwa fünf Zentimetern. Auf der "Exempla" deckt die Firma ein Dachgestell mit traditionellen Jura-Kalksteinplatten ein.
Eine E-Ladesäule aus Granit
Das Bamberger Natursteinwerk Hermann Graser ist ein traditionsreiches Familienunternehmen, das seit seiner Gründung 1965 zu einem Vorreiter in der Natursteinbranche wurde. Mit rund 130 Mitarbeitenden unter Führung der Gründersöhne Hermann jun. und Martin, betreibt die Firma über 20 eigene Sandstein- und Granitsteinbrüche. Mit dem Material werden historische Baudenkmäler restauriert und Fassaden verkleidet. Neu im Angebot hat die Firma auch eine innovative E-Ladesäule aus Stein, die sogenannte eMiliarium. Als Inspiration dienten die Meilensteine der Römer. Die Ladesäule besteht aus regionalem Granit und ist in der Sonderschau zu sehen.
Die Internationale Handwerksmesse mit der Sonderschau "Exempla" findet vom 28. Februar bis 3. März 2024 in München statt.
