In der dunklen Jahreszeit können sich die Witterungsbedingungen stündlich ändern. Um weder frierend noch schwitzend durch den Arbeitsalltag zu navigieren, kommt es auf die richtige Kleidung an. Zur Auswahl stehen All-in-One-Komplett-Lösungen oder Zwiebellook-Systeme.

Längst hat das Zwiebelprinzip in der Workwear Einzug gehalten und macht jahreszeitlichen Spezialitäten wie dick gefütterten Winterjacken mit einknöpfbaren Westen Konkurrenz. Der Erfolg einer mehrlagig aufgebauten Arbeitskleidung gründet auf ihrer Flexibilität. Die aus Unterwäsche (Baselayer), Ober- und Außenbekleidung (Mid- und Outerlayer) zusammengesetzte Montur lässt sich schnell und einfach an jede Umgebungsbedingung und an das individuelle Temperaturempfinden anpassen: Wenn es zu warm wird, lässt sich ein Teil schnell ablegen oder wieder überziehen, wenn es kühl wird. Im Winter ist das Zwiebelprinzip ideal für alle, die unter wechselnden Klimabedingungen arbeiten.
Auch eine 3-in-1-Lösung kann die Anforderungen an launisches Wetter erfüllen. Eine Shell-Jacke mit einem abnehmbaren Innenfutter oder einer separat tragbaren Innenjacke kann den gleichen isolierenden Effekt haben wie ein Zwiebelsystem. Der Schlüssel für einen Wärme-Erfolg sind die verschiedenen isolierenden Luftschichten, die sich zwischen den Kleidungsstücken bilden. Bei der Anschaffung folgende Aspekte berücksichtigen.
Kein wilder Mix
Ein mehrlagig konzeptioniertes System eines Herstellers stellt sicher, dass das Zusammenspiel der einzelnen Schichten funktioniert. Es berücksichtigt den Feuchtigkeitstransport, der durch alle Lagen gewährleistet sein muss, und das Gewicht des Systems. Dadurch schützt und wärmt das „Gesamtpaket“ bei Outdooreinsätzen, verhindert aber eine vermehrte Schweißbildung. Gleichzeitig sind die Bekleidungsschichten derart aufeinander abgestimmt, dass sie noch genügend Bewegungsfreiheit bieten. Aufgrund der Feinjustierung solcher Layer-Konzepte sollte man auf einen Mix unterschiedlicher Anbieter besser verzichten.
Schutzklasse beachten
Das Zwiebelprinzip hat auch in der Schutzkleidung Einzug gehalten. Beim Tragen einer mehrlagigen Montur ist jedoch Umsicht geboten. Um das an einem risikobehafteten Arbeitsplatz geforderte Schutzniveau einzuhalten, dürfen nur vom Hersteller vorgegebene, zertifizierte PSA-Kombinationen getragen werden. Sobald ein Teil weggelassen wird, geht die Schutzwirkung verloren.
Einknöpfen/-zippen ohne Zusatznutzen
Mehrere Bekleidungslagen müssen nicht zwangsläufig mit Druckknöpfen oder Reißverschlüssen miteinander verbunden werden. Gut aufeinander abgestimmte Systeme funktionieren auch ohne solche Extrafunktionen. Miteinander verbundene Teile erleichtern zwar das Anziehen, aber die Zusatzfunktionen machen die Kleidung teurer.
Pflegen nach Bedarf
Eine aus mehreren Bekleidungslagen zusammengesetzte Workwear vereinfacht die Pflege. Die einzelnen Teile können gewaschen werden – wenn dies notwendig ist – mit einem Waschprogramm, das dem Verschmutzungsgrad und dem Material angepasst ist. Werden sie nach Anleitung gepflegt, verlängert das den Lebenszyklus der Kleidungsstücke. Bei 3-in-1-Lösungen müssen die verbundenen Bekleidungsschichten vor der Wäsche getrennt werden. Dazu kommt, dass eine Innenjacke oder ein Futter aufgrund von Verschmutzungen wie Schweiß früher gewaschen werden muss als die äußere Shell-Jacke. Während der Reinigung ist dann die ganze Jacke nicht tragbar, während das Lagen-System mehr Flexibilität bietet.
Aus einem Guss
Eine Workwear-Kollektion muss den einheitlichen Auftritt einer Belegschaft abbilden – unabhängig von den individuellen Outfit-Wünschen der einzelnen Beschäftigten. Es ist daher wichtig, dass sie ein ausreichendes Angebot aufeinander angestimmter Oberteile und Hosen für sämtliche Witterungsbedingungen umfasst. Dazu zählen Funktions- oder Wollunterwäsche, Lang- und Kurzarmshirts, Sweater beziehungsweise Cardigans, Troyer, Fleece- und Softshelljacken, Westen, Shorts, Bund-, Latz- und Nässeschutzhosen (bei Bedarf) sowie wasser- und winddichte Wetterschutz- und isolierende Winterjacken.
Die passende Größe wählen
In der kalten Jahreszeit ist es nicht ungewöhnlich, dass die Waage ein paar Kilo mehr anzeigt als im Sommer. Damit die Arbeitshose trotzdem passt und auch eine lange Unterhose noch Platz hat, sollten diese besonderen Bedingungen bei der Anschaffung berücksichtigt werden. Dasselbe gilt für Jacken: Im Winter trägt man dickere Oberteile als im Frühjahr. Man sollte daher testen, welche Kleidung gut sitzt oder die passende Größe anhand der Maßtabellen oder Online-Größenfinder der Hersteller ermitteln. Abgesehen davon sind die Schichten eines Zwiebel-Systems aufeinander abgestimmt und berücksichtigen von Vorneherein etwas „Extra-Platz“ für die unteren Lagen.
Persönliches Empfinden
Insbesondere bei Hosen können die Meinungen auseinandergehen. Nicht jeder mag das Gefühl von Funktionsunterwäsche auf der Haut. Manche Menschen nehmen das weiche Innenfutter einer Winter-Arbeitshose als angenehmer wahr. Auch bei der Materialwahl der Funktionswäsche kommt es auf das jeweilige Empfinden an: Wolle wird mitunter als kratzig empfunden, auch wenn das Material noch so fein ist.
Kosten
Durch die Einzelteile können individuell zusammengestellten Layer in der Anschaffung höhere Kosten verursachen als Komplettsysteme. Allerdings nutzt sich 3-in- 1-Kleidung aufgrund ihres ständigen Gebrauchs – ähnlich wie ein Allwetterreifen - schneller ab. Im Fall einer Ersatzanschaffung kann ein Komplettsysteme langfristig teurer sein: Bei Defekten muss das gesamte Teil ausgetauscht werden, während beim Zwiebellook nur der betroffene Layer neu beschafft werden muss.
Alternative Mietservice
Serviceangebote bieten Kunden die vertragliche Möglichkeit, eine saisonale, witterungsbedingte Anpassung ihrer Ausstattung zu vereinbaren. Zum Beispiel können zusätzliche T-Shirts und kurze Hosen im Sommer und eine Winterjacke im Herbst/Winter gemietet werden. Wann die Umstellung stattfinden soll und welche Kleidungsstücke ab diesem Termin gewünscht sind, wird vorab vereinbart.
Das passende Schuhwerk
Im Winter müssen die Füße trocken und warm bleiben. Zwar gibt es Sicherheitsschuhe, die dank eingearbeiteter Membran das ganze Jahr über getragen werden können. Wenn es aber eisig kalt wird oder schneit, empfehlen sich Wintersicherheitsstiefel. Sie sollen atmungsaktiv, wasserdicht und wärmeisolierend (zum Beispiel durch Webpelzfutter oder Wintermembran) sein. Eine grobstollige PU/PU-Sohle sorgt auf unebenen Untergründen für einen standfesten Tritt, während rutschfeste Gummi-Laufsohlen auch auf eisigen Flächen den notwendigen Grip bieten. Nicht vergessen: Die Wahl der richtigen Socken.
Werterhaltende Schuhpflege
Durch die richtige Pflege der Arbeitsschuhe wird die Lebensdauer und Funktion maßgeblich verlängert. Nasses Leder muss gut getrocknet werden, indem der Schuh zum Beispiel mit Zeitungspapier ausgestopft wird. Damit der Schuh seine Form behält und das Leder nicht brüchig wird, sollen die Schuhe an einem luftigen Ort trocknen, nicht aber auf einem heißen Ofen oder unter der Heizung! Starker Schmutz sollte regelmäßig abgebürstet werden. Bei Bedarf können die Schuhe auch mit lauwarmem Wasser abgewaschen werden, für hartnäckige Verschmutzungen gibt es außerdem spezielle Schäume und Shampoo. Eine Pflege in der Waschmaschine ist Tabu! Um das Naturmaterial geschmeidig und atmungsaktiv zu erhalten, müssen Glattleder-Schuhe regelmäßig eingecremt werden. Bei Arbeitsschuhen aus textilen Obermaterialien genügt die Pflege mit einem Imprägnierspray.