Das Startchancen-Programm steht. Bund und Länder fördern über zehn Jahre 4.000 Schulen in sozialen Brennpunkten.

Bund und Länder haben sich auf das sogenannte Startchancen-Programm geeinigt. "Das größte und langfristigste Bildungsprojekt der Geschichte der Bundesrepublik steht", sagte Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) nach dem Abschluss der Verhandlungen mit den Ländern. Das Startchancen-Programm könne wie geplant zum Schuljahr 2024/2025 anlaufen. In den kommenden zehn Jahren sollen bundesweit rund 4.000 Brennpunktschulen mit insgesamt 20 Milliarden Euro gefördert werden.
Grundkompetenzen in Mathe und Deutsch im Zentrum
So sollen ab August 2024 pro Jahr jeweils eine Milliarde Euro vom Bund und eine Milliarde Euro von den Ländern in das Programm fließen. Damit sollen beispielsweise multiprofessionelle Teams in Schulen gefördert werden. Außerdem solle die Lernumgebung verbessert werden. Ziel ist die Halbierung des Anteils der Schüler, die die Mindestanforderungen in Mathematik, Lesen und Schreiben nicht erfüllen. "Wir brauchen jetzt eine bildungspolitische Trendwende und sie muss bei den Grundkompetenzen beginnen", betonte Stark-Watzinger.
Förderung auch für berufliche Schulen
Wie die Präsidentin der Kultusministerkonferenz und saarländische Bildungsministern Christine Streichert-Clivot (SPD) betonte, kann das neue Programm dazu beitragen, den immer noch zu stark bestehenden Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg zu verringern. Dabei betonten die Bildungsministerinnen, dass sowohl allgemeinbildende Schulen als auch berufliche Schulen gefördert werden können.
Neuer Digitalpakt noch in der ersten Jahreshälfte
Die Koordinatorin der unionsgeführten Länder in der Kultusministerkonferenz, Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien (CDU), sagte, die Zustimmung der Länder sei möglich geworden, weil man sich in wichtigen Punkten aufeinander zu bewegt habe. So seien in den Gesprächen über einen neuen Digitalpakt für Schulen "substanzielle Fortschritte" erzielt worden. Man gehe davon aus, dass bis Mitte Mai eine Bund-Länder-Vereinbarung geschlossen werden könne.
Städte wollen bei der Auswahl der Schulen mitreden
Der Städtetag begrüßte die Einigung. "Das Programm ist ein wichtiger Baustein für mehr Bildungsgerechtigkeit", sagte Städtetags-Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy und forderte, die Städte in die weiteren Planungen einzubeziehen. "Die Städte wissen sehr genau, wo der Schuh vor Ort drückt. Die Länder müssen uns jetzt dringend einbeziehen bei der Ausgestaltung des Programms und des Verteilschlüssels."