Studierende können bald ein ermäßigtes Deutschlandticket für 29,40 Euro nutzen. Für Auszubildende gilt das bundesweite Angebot nicht. Ein Unding findet der Handwerksverband. Er setzt sich jetzt dafür ein, dies zu ändern.

Ein ermäßigtes, bundesweit geltendes Deutschlandticket – auch für Auszubildende. Das fordern die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) sowie der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH). "Wir werben mit Nachdruck dafür, bei der vergünstigten Abgabe des Deutschlandtickets nicht nur Studierenden, sondern auch Auszubildenden bundesweit gleiche Vorteile einzuräumen", lautet der Appell von DIHK-Präsident Peter Adrian und ZDH-Präsident Jörg Dittrich.
Es gehe auch darum, die berufliche Bildung zu stärken. "Die Förderung der überregionalen Mobilität von Auszubildenden ist ein wesentlicher Faktor, um Ausbildungsplätze besetzen und somit für die Fachkräfte von morgen gewinnen zu können", so die beiden Präsidenten an die Verkehrsminister von Bund und Ländern. "Azubis fahren häufig über Ländergrenzen hinweg zum Ausbildungsbetrieb, zu ihren Berufsschulen oder zur überbetrieblichen Ausbildungsstätte", sagt DIHK-Präsident Peter Adrian. Laut Handwerkspräsident Dittrich seien junge Menschen in Ausbildung zudem oft noch minderjährig und daher in besonderem Maße auf den öffentlichen Personennahverkehr angewiesen.
Deutschlandticket soll nur für Studierende gelten
29,40 Euro soll das Deutschlandticket künftig für Studierende in Deutschland kosten. Darauf haben sich Anfang Dezember Bund und Länder geeinigt. Rund drei Millionen Studenten sollen damit den gesamten öffentlichen Nahverkehr in Deutschland nutzen können. Geplant ist, dass das Semesterticket zum Sommersemester 2024 startet.
Solch ein flächendeckendes Angebot für Auszubildende gibt es nicht. Positive Ausnahmen seien Angebote der Bundesländer Bayern, Baden-Württemberg und Mecklenburg-Vorpommern, die Studierenden und Auszubildenden gleiche Konditionen bieten. Peter Adrian kritisiert jedoch: "Ein Flickenteppich muss dringend vermieden werden. Azubis brauchen wie Studierende überall in Deutschland ein ermäßigtes, bundesweit gültiges Ticket." ew
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