Als Profi-Sportler können nur wenige Menschen ihren Lebensunterhalt bestreiten. Eine bessere Absicherung bietet eine Ausbildung im Handwerk. Die Handwerkskammer für Schwaben zeigt Nachwuchssportlern vom Fußballklub und Eislaufverein Augsburg daher Karrierechancen abseits vom Spielfeld auf.

Den Traum von einer Karriere als Profi-Sportler träumen viele junge Talente. Aber Wirklichkeit wird er nur selten. "Weniger als ein Prozent schafft es in den Profikader", weiß Christoph Janker, Leiter des Lizenzbereichs beim FC Augsburg. Den jungen Kickern im Verein rät er deshalb, sich rechtzeitig und ohne Druck einen Plan B zu suchen. Die Handwerkskammer für Schwaben bietet Gelegenheit dazu.
Regelmäßig lädt die Kammer Nachwuchssportler des Fußball-Bundesligisten sowie des Augsburger Eislaufvereins (AEV) ein, um über die Karrierechancen im Handwerk zu informieren. Zur elften Auflage der Veranstaltung waren dieses Jahr rund 120 junge Fußballer und Eishockeyspieler mit Trainern und Eltern ins Berufsbildungs- und Technologiezentrum gekommen, um sich in zwei Durchgängen in verschiedenen Gewerken auszuprobieren.
Chancen auf eine Karriere im Handwerk
Zur Auswahl standen neun Berufe. Dabei konnten sich die Nachwuchssportler als Maler und Lackierer, SHK-Installateur oder Konditor versuchen. Außerdem hatten die Lehrwerkstätten für Orthopädie-, Elektro-, Holz-, Metall- und Landtechnik geöffnet und die Kaminkehrer zeigten, dass moderne Messinstrumente heute wichtiger sind als der Schornsteinbesen mit einer Kugel als Zuggewicht.
Gastgeber Ulrich Wagner sieht viele Parallelen zwischen Sport und Handwerk. "Der Weg zum Meister ist in beiden Bereichen hart, aber mit Leidenschaft und Teamgeist kann man im Sport und im Handwerk vieles erreichen", sagte der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für Schwaben beim Empfang. Und er warb für die tollen Angebote im Handwerk als mögliche Alternative, sollte die sportliche Karriere nicht wie gewünscht verlaufen, zum Beispiel durch eine Verletzung. "Dann kann es von heute auf morgen vorbei sein", mahnte auch Christoph Janker, der mit der TSG Hoffenheim den Aufstieg in die 1. Bundesliga geschafft hat, ehe ihn seine Laufbahn zu Hertha BSC und dem FCA führte.
Profi-Sportler nach Berufsausbildung
Dass man auch nach einer Berufsausbildung als Profifußballer durchstarten kann, zeigt das Beispiel von André Hahn. Der gelernte Fahrzeuglackierer war fünf Jahre lang eine feste Größe beim FCA und spielte für Borussia Mönchengladbach sogar in der Champions League. Aber solche Karrierewege sind selten, nicht nur im Fußball.
Junge Eishockeyspieler haben es noch schwerer, mit dem Sport ihr Einkommen zu sichern, weiß Wolfgang Renner. "Wer davon leben will, muss den Sprung über den großen Teich schaffen", sagt der AEV-Präsident. So wie Nico Sturm, der beim AEV das Eislaufen erlernte und im vergangenen Jahr mit den Colorado Avalanche die wichtigste Trophäe im Eishockey, den Stanley Cup, gewann.
Seinem Beispiel eifern in der Laufschule des Vereins aktuell mehr als 100 Kinder nach, die mit sieben Jahren erstmals mit einem Schläger aufs Eis dürfen. Über die verschiedenen Nachwuchsteams können es die fleißigsten und talentiertesten Spieler unter ihnen bis zu den Augsburger Panthern schaffen. Aber zu einer Berufsausbildung rät Wolfgang Renner jedem der Talente. Deshalb findet er auch die Veranstaltung der Handwerkskammer so toll. Christoph Janker vom FCA war nach der Veranstaltung im neuen BTZ jedenfalls positiv überrascht, "wie neugierig die Jungs aufs Handwerk sind".