Mit vereinten Kräften wollen Politik, Wirtschaft, Gewerkschaften und andere mehr Flüchtlinge in Arbeit bringen. Im Zentrum stehen rund 400.000 Geflüchtete.

Bundesregierung, Sozialpartner und die Bundesagentur für Arbeit wollen mit einer gemeinsamen Kraftanstrengung Geflüchtete schneller in den Arbeitsmarkt integrieren. "Wir setzen mit dem Job-Turbo jetzt alle Hebel in Bewegung, um Geflüchtete verstärkt in Arbeit zu bringen", sagte Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) bei der Unterzeichnung einer entsprechenden Absichtserklärung. Im Zentrum der Bemühungen stehen rund 200.000 Geflüchtete aus der Ukraine, die gerade ihre Integrationssprachkurse abschließen oder bald abschließen werden. Hinzu kommen rund 200.000 Flüchtlinge aus anderen Herkunftsländern.
Geflüchtete ebenfalls gefordert
Einsatzbereitschaft erwartet Heil dabei auch von den Geflüchteten selbst. "Klar ist: Integration braucht Teamplay", erklärte der Arbeitsminister. "Integration gelingt nachhaltig nur, wenn alle Partner – also die öffentlichen Verwaltungen, Unternehmen sowie Geflüchtete – gemeinsam an einem Strang ziehen", betonte auch Daniel Terzenbach, Vorstand Regionen in der Bundesagentur für Arbeit und jetzt als Sonderbeauftragter für den Job-Turbo zuständig. Die Integration von Geflüchteten in den Arbeitsmarkt könne einen Beitrag zur Arbeits- und Fachkräftesicherung leisten, fügte er hinzu.
Arbeitgeber: Arbeitsmarktintegration entlastet Staatsfinanzen
Nach den Worten von Steffen Kampeter, Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände (BDA,) ist der Fokus auf die Vermittlung in Arbeit das Gebot der Stunde, suchten doch viele Unternehmen händeringend nach Personal. Zudem wirke die Integrationen in zwei Richtungen. "Mehr Arbeits- und Fachkräfte fördern das Wirtschaftswachstum, gleichzeitig wird der Staatshaushalt entlastet", erklärte er. Für DGB-Vorstandsmitglied Anja Piel geht es darum, in Geflüchteten nicht "Lückenbüßer" zu sehen. Es gehe darum, ihnen eine echte Chance zu geben und sie entsprechend ihrer Kenntnisse und Fähigkeiten im Arbeitsmarkt einzusetzen.
Kürzungen beim Bürgergeld eingeschlossen
Bundesarbeitsminister Heil hatte das Programm im Oktober 2023 angekündigt. Mit dem Job-Turbo sollen vor allem Geflüchtete aus der Ukraine schneller in Arbeit kommen. Bisher haben rund 140.000 Geflüchtete von dort in Deutschland eine Arbeit aufgenommen. In speziellen Kooperationsplänen sollen für sie auch Weiterbildungsmöglichkeiten neben der Arbeit vereinbart werden können. Für den Fall, dass Arbeitsangebote nicht angenommen werden, sollen Kürzungen beim Bürgergeld folgen.