Wenn Handwerksbetriebe Preisnachlässe gewähren, gelten buchhalterische Besonderheiten. Worauf bei Skonto, Rabatt und Bonus im Verkauf zu achten ist – plus Musterbuchungen für Betriebe.

Durch die Gewährung von Skonti, Rabatten und Boni haben Unternehmen die Möglichkeit, die Einkaufskonditionen ihrer Kunden zu verbessern. Neben der Preiskalkulation haben Preisnachlässe auch Auswirkungen auf die Buchhaltung. Die Buchhaltungsabteilungen haben manchmal Schwierigkeiten, die verschiedenen Arten von Preisnachlässen zu verbuchen. Nachdem in Teil 1 die Verbuchung der beim Einkauf erhaltenen Skonti, Rabatte und Boni behandelt wurde, geht es in diesem Teil um die Verbuchung der beim Verkauf gewährten Preisnachlässe.
1. Skonto – Nachlass erst bei Zahlung
Die Gewährung von Skonti kann Unternehmen dabei helfen, die Zahlungsmoral der Kunden und folglich die Liquidität des Unternehmens dauerhaft zu verbessern. Dabei erhalten die Kunden einen bestimmten, vorher festgelegten Preisnachlass bei Zahlung innerhalb einer vereinbarten Frist. Da die Betriebe bei Ausstellung der Rechnung an die Kunden noch nicht wissen, ob diese das Angebot des Skontoabzugs annehmen und die zugehörige Zahlungsfrist einhalten, muss buchhalterisch zunächst einmal die ungekürzte Kundenrechnung eingebucht werden. Bezahlt der Kunde dann unter Berücksichtigung des Skontoabzugs, muss die Buchhaltungsabteilung den ursprünglich eingebuchten Erlös sowie die dann zu hoch erfasste Umsatzsteuer wieder korrigieren.
Folgende Buchungskonten können für gewährte Skonti verwendet werden:
Buchungskonten im Standardkontenrahmen 04
Buchung SKR 04: 4730 Gewährte Skonti
Buchung SKR 04: 4731 Gewährte Skonti 7 % USt
Buchung SKR 04: 4736: Gewährte Skonti 19 % USt
Buchungsbeispiel
Unternehmer Bauer verkauft an Unternehmer Huber (buchhalterische Debitorennummer 11000) am 5. Oktober Waren für 4.760 Euro brutto, folglich also 4.000 Euro netto zuzüglich 760 Euro Umsatzsteuer. Unternehmer Bauer gewährt dem Kunden Huber zwei Prozent Skonto, wenn dieser die Rechnung innerhalb von sieben Tagen überweist.
Buchungen mit Konten des Standardkontenrahmens SKR 04:
Einbuchung Rechnung
11000 Debitor Huber an 4400 Erlöse 19 % USt 4.760 Euro
Buchung Zahlungsvorgang
1800 Bank 4.664,80 Euro
4736 Gewährte Skonti 19 % 95,20 Euro an 11000 Debitor Huber 4.760 Euro
Darstellung auf den Konten:
| Konto 11000 Debitor Huber | Soll | Haben |
| 1. | 4.760,00 Euro | |
| 2. | 4.760,00 Euro |
| Konto 4400 Erlöse 19 % USt | Soll | Haben |
| 1. | 4.000,00 Euro | |
| Konto 1800 Bank | Soll | Haben |
| 2. | 4.664,80 Euro | |
| Konto 3806 Umsatzsteuer 19 % | Soll | Haben |
| 1. | 760,00 Euro | |
| 2. | 15,20 Euro |
| Konto 4736 Gewährte Skonti 19 % Umsatzsteuer | Soll | Haben |
| 2. | 80,00 Euro | |
2. Rabatte: Direkte Preisnachlässe beim Verkauf
Geben Unternehmen unmittelbar beim Verkaufsvorgang einen Preisnachlass, handelt es sich in der Regel um einen Rabatt. Es gibt dabei unterschiedliche Rabattarten, wie beispielsweise Nachlässe, wenn der Kunde bestimmte Mengen abnimmt, Rabatte wenn ein langjähriger Kunde dem Unternehmen die Treue hält oder spezielle Angestelltenrabatte. Gewährt ein Unternehmen dem Kunden einen Preisnachlass in Form eines Rabatts, ist es buchhalterisch nicht notwendig, diesen separat zu buchen. Trotzdem gibt es im Standardkontenrahmen SKR 04 die Möglichkeit gewährte Rabatte eigens zu erfassen.
Buchungskonten im Standardkontenrahmen 04
Buchung SKR 04: 4770 Gewährte Rabatte
Buchung SKR 04: 4780 Gewährte Rabatte 7 % USt
Buchung SKR 04: 4790: Gewährte Rabatte 19 % USt
Buchungsbeispiel
Unternehmer Bauer verkauft an Unternehmer Huber (buchhalterische Debitorennummer 11000) am 5. Oktober Ware für 10.000 Euro netto zzgl. 19 % Umsatzsteuer. Da Unternehmer Huber langjähriger Kunde ist, gewährt Unternehmer Bauer einen Rabatt von 20 Prozent (2.000 Euro netto). Die Rechnung beträgt somit 8.000 Euro netto zzgl. 19 % USt 1.520 Euro.
Buchungen mit Konten des Standardkontenrahmens SKR 04:
Einbuchung Rechnung
11000 Debitor Huber 9.520 Euro
4790 Gewährte Rabatte 19 % 2.380 Euro an 4400 Umsatzerlöse 19 % 11.900 Euro
Darstellung auf den Konten:
| Konto 11000 Debitor Huber | Soll | Haben |
| 1.) | 9.520,00 Euro | |
| Konto 4790 Gewährte Rabatte 19 % | Soll | Haben |
| 1.) | 2.000,00 Euro | |
| Konto 3806 Umsatzsteuer 19 % | Soll | Haben |
| 1.) | 380,00 Euro | |
| 1.) | 1.900,00 Euro |
| Konto 4400 Erlöse 19 % USt | Soll | Haben |
| 1.) | 10.000,00 Euro | |
3. Boni – Preisnachlass im Nachhinein
Für Bonuszahlungen an Kunden ist es in der Regel notwendig, dass die Kunden gewisse Ziele, wie zum Beispiel vorher festgelegte Umsatzziele oder die Abnahme einer vereinbarten Menge erreichen. Die Boni mindern das erzielte Entgelt eines Unternehmens, sodass auch eine Umsatzsteuerkorrektur erfolgen muss. Zahlen Betriebe die Bonuszahlungen erst nach Ende eines Geschäftsjahres aus, ist zudem zu prüfen, ob die Bonuszahlung bereits als Verbindlichkeit im Jahresabschluss eingestellt werden müssen.
Buchungskonten im Standardkontenrahmen 04
Buchung SKR 04: 4769 Gewährte Boni
Buchung SKR 04: 4750 Gewährte Boni 7 % USt
Buchung SKR 04: 4760: Gewährte Boni 19 % USt
Buchungsbeispiel
Unternehmer Bauer verkauft an Unternehmer Huber (buchhalterische Debitorennummer 11000) am 5. Oktober Ware für 5.000 Euro netto zzgl. 19 % Umsatzsteuer (5.950 Euro brutto). Unternehmer Huber erhält dafür Ende Oktober einen Bonus von 500 Euro netto zzgl. 19 % USt, also 595 Euro brutto.
Buchungen mit Konten des Standardkontenrahmens SKR 04:
Einbuchung Rechnung
11000 Debitor Huber 5.950 Euro an 4400 Umsatzerlöse 19 % 5.950 Euro
Bonusgewährung
4760 Gewährte Boni 19 % USt 595 Euro an 11000 Debitor Huber 595 Euro
Darstellung auf den Konten:
| Konto 11000 Debitor Huber | Soll | Haben |
| 1.) | 5.950,00 Euro | |
| 2.) | 595,00 Euro |
| Konto 4760 Gewährte Boni 19 % | Soll | Haben |
| 2.) | 500,00 Euro | |
| Konto 3806 Umsatzsteuer 19 % | Soll | Haben |
| 1.) | 950,00 Euro | |
| 2.) | 95,00 Euro |
| Konto 4400 Erlöse 19 % | Soll | Haben |
| 1.) | 5.000,00 Euro | |