Das Wirtschaftsministerium stockt das Budget für den staatlichen Umweltbonus um "mindestens" 400 Millionen Euro auf. Der Zentralverband des Kfz-Gewerbes spricht von einem guten Signal. Zuletzt war die Nachfrage nach Elektroautos deutlich zurückgegangen.

Angesichts der stark rückläufigen Bestellungen von Elektro-Autos begrüßt der Zentralverband des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes (ZDK) die Erhöhung der finanziellen Mittel für die Förderung von E-Fahrzeugen. "Diese Aufstockung ist ein gutes Signal. Alle Akteure müssen an einem Strang ziehen, damit das Vertrauen der Kunden in die Elektromobilität steigt", sagte Verbandspräsident Arne Joswig mit Blick auf die vom Bundeswirtschaftsministerium um 400 Millionen Euro erhöhten Mittel.
Bis Anfang Juli schon 1,7 Milliarden Euro ausbezahlt
Wie das Ministerium mitteilte, sollen die Fördermittel für 2023 um "mindestens" 400 Millionen Euro aufgestockt werden. Für das laufende Jahr stünden demnach 2,1 Milliarden Euro zur Verfügung. Bis zum 3. Juli waren nach Ministeriumsangaben bereits 1,72 Milliarden Euro ausgezahlt worden. Das zusätzliche Geld komme aus dem laufenden Haushalt des Ministeriums durch Umschichtungen, hieß es weiter.
ZDK: Multiple Gründe für relativ maue E-Auto-Nachfrage
Nach Angaben des ZDK liegt die Nachfrage nach Elektroautos aktuell branchenweit mehr als ein Drittel unter dem Vorjahr. Ein Grund dafür sieht der Verband in der reduzierten Umweltprämie für Privatkunden und dem Wegfall der Kaufprämie für gewerbliche Kunden ab September. "Die reduzierte Förderung von E-Autos, bestehende Probleme bei der Ladeinfrastruktur, Vorurteile in der Bevölkerung und das Fehlen von günstigen Elektro-Kleinwagen führen dazu, dass die Bestellnachfrage aktuell rückläufig ist", betonte Joswig.
Ziel der Bundesregierung für 2030 rückt in weite Ferne
Nach Einschätzung des Verbandes wird das Ziel der Bundesregierung von 15 Millionen E-Autos bis 2030 unter den aktuellen Förderbedingungen nicht erreicht werden. Derzeit liegt die Zahl bei insgesamt 1,1 Millionen E-Fahrzeugen. In Summe wurden im ersten Halbjahr 2023 nach Angaben des Kraftfahrtbundesamts 220.244 E-Pkw neu zugelassen. Ein Anteil von 15,8 Prozent am Gesamtmarkt. Umso wichtiger sind zur Sicherung des Hochlaufs der E-Mobilität laut Verband langfristige und verlässliche Förderbedingungen bei privaten und gewerblichen Fahrzeugen sowie der Ladeinfrastruktur.
ZDK fordert bessere Rahmenbedingungen für E-Mobilität
Außerdem komme es darauf an, weitere Rahmenbedingungen zu verbessern. Entscheidend sei der weitere, zügige Ausbau der Ladeinfrastruktur und die Vereinfachung der Bezahlmöglichkeiten an den Ladesäulen. Auch müsse über eine Senkung der Stromsteuer nachgedacht werden. Ein guter Schritt sei das angekündigte Programm der Bundesregierung zur Förderung der Eigenstromversorgung beim Laden in privaten Wohngebäuden durch die kombinierte Förderung von Ladestation, Photovoltaikanlage und Speicher, betonte Joswig.