Bundeswirtschaftsminister Habeck stemmt sich nicht generell gegen die angekündigte Übernahme der Viessmann-Klimasparte durch einen US-Konzern. Die Opposition wirft dem Minister vor, mit seinen Plänen zur Heizwende Wärmepumpenhersteller aus dem Ausland angelockt zu haben.

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck hat keine grundsätzlichen Einwände am geplanten Verkauf der Viessmann-Klimasparte an den US-Konzern Carrier Global Corporation, will diesen aber genau prüfen. Er werde darauf achten, dass "die Investition auch dem Standort Deutschland zugutekommt", sagte der Grünen-Politiker mit Blick auf die Ankündigung des Unternehmens, seine Klimasparte für rund zwölf Milliarden Euro an den US-amerikanischen Klimaanlagenhersteller Carrier Global verkaufen zu wollen. Generell sei gegen den geplanten Verkauf des Geschäftsbereiches, zu dem auch das Wärmepumpengeschäft gehört, nichts einzuwenden. Auch deutsche Unternehmen übernähmen Unternehmen in USA oder anderen Teilen der Welt.
Habeck: Viessman hat sich gut aufgestellt
Die Verkaufspläne zeigen laut Habeck auch, dass der Markt für Wärmepumpen so attraktiv ist, dass ausländische Unternehmen hier investieren wollen und Viessmann gut aufgestellt ist. Wenn ein amerikanisches Unternehmen mit einer "sehr hohen" Kaufsumme eine Sparte eines deutschen Unternehmens übernehmen wolle, zeige dies auch, dass sich Viessmann in kurzer Zeit gut auf dem Wärmepumpenmarkt positioniert habe. "Um konkurrenzfähig zu bleiben, hat Viessman sich einen finanziellen Partner gesucht", sagte Habeck.
Verkauf soll bis Jahresende abgeschlossen sein
Wie die beteiligten Unternehmen zuvor mitgeteilt hatten, soll der Verkauf der Sparte mit rund 12.000 Beschäftigten bis zum Jahresende abgeschlossen sein. "Durch den Zusammenschluss entsteht aus einer Position der Stärke heraus ein schnell wachsender Innovationsführer in einem hart umkämpften Markt", sagte Firmenchef Max Viessman auch in Anspielung auf Konkurrenten aus Asien. Beide Unternehmen hätten sich auf langfristige Garantien geeinigt, fügte Viessman hinzu.
Auch sollte ein Großteil des Verkaufserlöses in die verbleibenden Geschäftsbereiche der Viessmann-Gruppe wie Kältetechnik, Immobilien und Investment-Tätigkeiten fließen. Die Opposition hatte zuvor Habeck vorgehalten, mit dem angekündigten Verbot fossiler Heizungen, finanzstarke Wärmepumpenhersteller aus dem Ausland angelockt zu haben.
Mit Inhalten der dpa