Die Rochhausen Kältesysteme GmbH baut Lehr- und Trainingsmodelle, an denen nicht nur Azubis im Umgang mit den natürlichen Kältemittel Propan geschult werden können. Weitere Modelle befinden sich in Entwicklung.

Mit dem Einsatz von R290 beschäftigen sich die Kältetechniker der Firma Rochhausen aus Scharfenstein schon seit fast 15 Jahren. Damit haben die Erzgebirger eine Vorreiterrolle inne. Denn hinter R290 verbirgt sich Propan, eines jener natürlichen Kältemittel, die die klimaschädigenden F-Gase weitgehend ablösen sollen. Propan gilt nicht als Treibhausgas, birgt aber wegen seiner Brennbarkeit andere Gefahren.
Umso wichtiger ist eine solide Ausbildung, denn der Umgang mit natürlichem Kältemittel erfordert andere Kompetenzen als bei den bisher üblichen F-Gasen. Bei der Rochhausen Kältesysteme GmbH hat man die Herausforderungen, die auf die Branche zukommen, frühzeitig erkannt. Das Unternehmen baut neben stecker- und einbaufertigen Kältesystemen Lehr- und Trainingsmodelle für Berufsfachschulen.
Berufsfachschulen ausgestattet
An den Lehr- und Trainingsmodellen von Rochhausen können Mechatroniker für Kältetechnik auch im Umgang mit Propan geschult werden. Für Fortbildungen oder Meisterkurse eignen sich die Übungsplätze ebenso. "Wir haben bisher rund 200 Lehrmodelle gebaut und damit unter anderem alle drei Standorte der Bundesfachschule in Maintal, Harztor und Leonberg ausgestattet“, erklärt Tobias Rochhausen, der selbst seinen Meisterbrief in Harztor gemacht hat und nun mit seiner Schwester Marit den 1992 von ihrem Vater Dieter Rochhausen gegründeten Handwerksbetrieb führt.
Die 40 Mitarbeiter fertigen Kälte-, Klima- und Wärmepumpensysteme sowie Sonderanlagen für industrielle und gewerbliche Kunden, darunter Komponenten für Bäckereitheken, Einfriergeräte für Heizungsbauer und Flüssigkeitskühler für medizinische Geräte. Mehr als 15.000 Anlagen wurden schon mit dem natürlichen Kältemittel R290 produziert. "Anfangs waren unsere Kunden skeptisch gegenüber Propan, mittlerweile sind sie aufgeschlossener", sagt der Geschäftsführer.
Lehrmodell mit Kältemittel CO2 in Entwicklung
Die Lehrmodelle sind für das Unternehmen ein Nischenprodukt, für die Ausbildung in der Branche aber wichtig. Bei Rochhausen selbst legt man ebenfalls großen Wert auf eine solide Ausbildung. Erst im vergangenen Jahr errang mit Philipp Schumann einer ihrer ehemaligen Lehrlinge den Bundessieg im Praktischen Leistungswettbewerb der Kältetechniker. Aktuell bildet der Betrieb drei Lehrlinge aus, tüftelt aber auch an neuen Lehrmodellen. So sei ein Trainingsplatz für die Ausbildung im Umgang mit dem natürlichen Kältemittel CO2 in der Entwicklung, ebenso eine Mini-Wärmepumpe mit R290 für Übungszwecke.