Studie Aus diesen Gründen "ghosten" Bewerber potenzielle Arbeitgeber

Wenn sich eine Person plötzlich und ohne Vorankündigung nicht mehr meldet, spricht man beim Dating von "Ghosting". Eine aktuelle Studie zeigt: auch in der Arbeitswelt ist das Phänomen weitverbreitet. Nur in wenigen Fällen spielt dabei ein besseres Angebot eine Rolle.

Am häufigsten findet "Ghosting" von Seiten der Arbeitgeber statt. - © Andrey Popov - stock.adobe.com

Einfach nicht das Richtige, also auf Nimmerwiedersehen? Das denken sich manche Bewerberinnen und Bewerber offenbar mitten im Bewerbungsprozess – und brechen den Kontakt zum Arbeitgeber abrupt ab. Immerhin fast jeder fünfte (18 Prozent) Beschäftigte gab einer Umfrage von Trendence zufolge an, einen Arbeitgeber schon mal so "geghostet" zu haben. Die Umfrage ist nach Angaben des Marktforschungsinstituts repräsentativ.

40 Prozent taten das nach dem ersten persönlichen Gespräch, 30 Prozent gingen gar nicht erst zum Vorstellungsgespräch. Mehr als jeder Fünfte (22 Prozent) gab an, während eines Probearbeitstages einfach gegangen zu sein, jeweils 18 Prozent erschienen nicht zum ersten Arbeitstag oder gingen nach kurzer Zeit nicht mehr zur Arbeit.

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Die Gründe für "Ghosting"

Bei 32 Prozent war der schlechte Gesamteindruck des Unternehmens ein Auslöser für den unangekündigten Kontaktabbruch, jeweils 27 Prozent nannten eine schlechte Kommunikation oder einen schlechten Eindruck des Ansprechpartners als Grund. Versagensängste spielten bei 17 Prozent eine Rolle, zu hohe Arbeitsbelastung bei 18 Prozent. Lediglich sieben Prozent hatten ein besseres Angebot eines anderen Arbeitgebers.

Doch nicht nur Bewerber brechen den Kontakt abrupt ab, auch Unternehmen tun dies: Immerhin jeder Zweite (51 Prozent) der 1.914 Befragten mit Berufserfahrung gab an, im Bewerbungsprozess schon mal von einem potenziellen Arbeitgeber ohne Vorwarnung ignoriert worden zu sein. gsa/dpa