Die Prognosen sind düster. Unternehmen werden weniger investieren und produzieren. Die Energiepreise bleiben hoch und das BIP in Deutschland wird sinken. Das sind nur einige der sehr pessimistischen Aussagen aus der neuen Konjunkturprognose des Instituts der deutschen Wirtschaft für das Jahr 2023. Aber: Die Wirtschaftsforscher haben darin auch etwas Hoffnung versteckt.

"Die deutsche Wirtschaft rutscht in eine Rezession." Mit diesen eindeutigen Worten beginnt das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) seine Mitteilung zur neuen Konjunkturprognose für das Jahr 2023. Denn den Wirtschaftsforschern zufolge sinkt das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) im kommenden Jahr um 0,75 Prozent. Im Jahr 2022, das auch wirtschaftlich bereits kein einfaches war, ist es immerhin noch um mehr als eineinhalb Prozent gewachsen.
Entsprechend dieser Entwicklung rechnet das IW auch damit, dass die Arbeitslosenquote hierzulande von 5,3 Prozent auf 5,4 Prozent steigen wird. Doch das ist nur ein leichter Anstieg und so sieht das Institut vor allem den weiter robust bleibenden Arbeitsmarkt und auch den privaten Konsum als Stütze für die Konjunktur an.
2023 kommt die Rezession
Diese richtet sich aber weiter und 2023 noch stärker an den Herausforderungen aus, die aktuell die Wirtschaft beeinflussen: "Steigende Preise, ein drohender Gasmangel und der Krieg Russlands in der Ukraine belasten Verbraucher und Unternehmen. Der Blick auf das kommende Jahr ist kaum optimistischer", teilt das IW mit. Es geht von den folgenden Details in der Konjunkturprognose für 2023 aus:
- Die Weltwirtschaft wird im kommenden Jahr nur noch um zwei Prozent zulegen. Vor allem die Energieversorgung bleibt unsicher, zudem drohen wieder Produktionsausfälle. Nach wie vor sind Lieferketten gestört.
- Anders als in der Industrie und dem Dienstleistungssektor verschärft sich die Rezession im Bausektor weiter. Fehlende Materialien und Fachkräfte sowie die steigenden Bauzinsen belasten die Branche.
- Als Konjunkturstütze erwies sich bisher der private Konsum. Das dürfte sich ändern, die IW-Konjunkturforscher gehen im kommenden Jahr von einem Rückgang in Höhe von eineinhalb Prozent im Vergleich zu 2022 aus.
- Immerhin der Arbeitsmarkt zeigt sich noch robust: Die Arbeitslosenquote beträgt im laufenden Jahr 5,3 Prozent. Für das kommende Jahr wird ein leichter Anstieg auf 5,4 Prozent erwartet.
Rezession bedeutet Wohlstandsverlust für die ganze Volkswirtschaft
Zusammenfassend schreiben die Wirtschaftsforscher, dass sie zwar 2023 von einer Rezession ausgehen. Doch diese werde nicht vergleichbar mit dem Ausmaß der Corona-Pandemie oder der Finanzmarktkrise 2008 sein. Wie schwer diese Krise letztlich wirklich ausfallen und wie lange sie anhalten wird, hängt laut IW stark von der weiteren Entwicklung der Energiekrise ab. Und diese wiederum sei direkt an den Krieg in der Ukraine gekoppelt. So sprechen die Wirtschaftsforscher auch ganz klar von einem Wohlstandsverlust, mit dem die Volkswirtschaft als Ganzes nun konfrontiert sei. jtw