Derzeit gibt es fast zwei Millionen offene Stellen in Deutschland. Eine neue Fachkräftestrategie soll helfen. Damit die Energiewende nicht am Personalmangel scheitert, möchte Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck zusammen mit dem Handwerk Akzente setzen.

Die Bundesregierung hat ein Bündel von Maßnahmen gegen den zunehmenden Fachkräftemangel beschlossen. "Mit der Fachkräftestrategie stellen wir die richtigen Weichen, damit Fachkräftemangel nicht zur Wachstumsbremse wird", sagte Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) nach dem Kabinettsbeschluss. Gemeinsam mit den Sozialpartnern habe die Bundesregierung die Fachkräftestrategie neu aufgestellt, um noch mehr Fachkräfte im In- und Ausland zu gewinnen.
Mehr Fachkräfte für Energiewende nötig
Auch Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) betonte, jetzt "alle Hebel" in Bewegung setzen zu müssen, um mehr Fachkräfte zu bekommen. "Wir brauchen Fachkräfte in vielen Bereichen, aber vor allem auch für die Energiewende und den Klimaschutz", betonte er. "Hier wird mein Haus zusammen mit den Handwerkskammern und Verbänden eigene Akzente setzen", fügte er hinzu. Er sehe hier eine große Bereitschaft, neue Qualifizierungsmöglichkeiten anzugehen und Aus- und Weiterbildung attraktiver zu machen.
Modernes Einwanderungsgesetz auf dem Weg bringen
Reserven sieht Habeck im Inland bei der Erwerbstätigkeit von Frauen. Diese hänge oft mit dem Angebot von Kita-Plätzen und Betreuungsmöglichkeiten zusammen. Auch gebe es ältere Menschen, die gerne länger arbeiten würden. Vor allem aber brauche es mehr Offenheit für ausländische Fachkräfte. Noch in diesem Jahr wolle die Regierung die entsprechenden gesetzlichen Grundlagen vorlegen.
Ausbildung modernisieren
Der Fachkräftemangel hat nach den Worten von Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) ein nie gekanntes Ausmaß erreicht. "Mit fast zwei Millionen sind in Deutschland so viele Stellen offen wie noch nie", sagte sie. Ein wichtiger Baustein der Fachkräftestrategie sei deshalb die "Exzellenzinitiative Berufliche Bildung". Dabei wolle man die berufliche Orientierung für junge Menschen ausbauen und insbesondere die Gymnasien stärker einbeziehen. Außerdem wolle man die Lernorte für berufliche Bildung exzellent aufstellen. Daneben sollen die Chancen für berufliches Weiterkommen mit dem Aufstiegs-Bafög verbessert werden.