Fertigung von Handwerkszeichen Schmuck für jede Zunft: Alles glänzt im Zeichen des Handwerks

Mehr als 100 Jahre Familienbetrieb am Sehnsuchtsort: Die Goldschmiede von Ursula Bertele in Tegernsee fertigt vom Handwerkszeichen übers Charivari und die Safari-Trophäe alles von Hand.

Ursula Bertele ist Goldschmiedemeisterin in dritter Generation. - © privat

Die Geschäftsinhaberin Ursula Bertele erzählt: "Mit dem Kauf der Goldschmiedewerkstatt konnte mein Großvater den Titel 'Hofjuwelier' weiterführen." Der Titel sei nicht mehr zeitgemäß, aber die Qualität bleibe. "Schmuck fertigen wir nur in Handarbeit. Nicht per Web-Prototyping."

Ursula Bertele ist Goldschmiedemeisterin in der dritten Generation, trägt Tracht und ist passionierte Handwerkerin und Jägerin, wie schon ihre Eltern und ihr Großvater. Präzision ist es auch, die Jagd und Goldschmiedehandwerk verbindet. Denn die Goldschmiedewerkstätte Bertele fertigt ausschließlich von Hand: vom gezeichneten Entwurf zum glänzenden Schmuckstück.

Beste Voraussetzungen in Tegernsee

Der Sehnsuchtsort Tegernsee bietet dafür seit 100 Jahren die Voraussetzungen. Im Jahr 1919 beginnt die Geschichte des Familienbetriebes, als Goldschmied Adolf Bertele – ein Müllersohn aus dem schwäbischen Günzburg – die 1886 gegründete Werkstatt im Zentrum von Tegernsee erwarb. Im Familienanwesen mit Lüftlmalerei befindet sich die Gießerei und die zum Ladengeschäft hin offene Werkstatt.

Drei Mitarbeiter feilen, schleifen und polieren dort. Spezialisiert ist die Tegernseer Goldschmiede auf die Herstellung von Jagd-, Safari-und Trachtenschmuck, Tegernseer Engerl und Handwerkszeichen – je nach Wunsch der Kundinnen und Kunden traditionell oder modern interpretiert.

Die Amtskette von 1961. - © Stadt Tegernsee

Handwerkssymbole aus Edelmetall

Am Anfang der Handwerkszeichen aus dem Hause Bertele stand die goldene Amtskette des Tegernseer Bürgermeisters, kunstvolles Symbol des Bürgertums und bis heute Ausdruck der Amtstradition. Am 18. September 1961 überreichten Goldschmiedemeister und -meisterin Adolf und Gretl Bertele ihr handwerkliches Meisterstück an den Amtsträger. In die Heraldik bereits damals aufgenommen waren Tegernseer Handwerkssymbole. "Alles stilles Handwerk. Wir haben hier keine Industrie", erklärt Handwerkerin Ursula Bertele. Seitdem fertigt die Tegernseer Goldschmiede schmückende Handwerkszeichen und Berufssymbole. "Das ist vom Handwerker für Handwerker gedacht. Damit das Handwerk die Anerkennung erhält, die es verdient: Ohne uns geht 's nicht."

Historische Abbildungen als Vorbild

Teils nach historischen Abbildungen entsteht Schmuck für jede Zunft: Von A wie Automechaniker über Bäcker und Brauer, Glaser, Kaminkehrer, Maler und Steinmetz bis zu Z wie Zimmerer. Die "sprechenden Zeichen" symbolisieren seit dem Mittelalter das Berufs-und Gemeinschaftsverständnis von Zünften und später von Innungen. Rund 40 Handwerkszeichen gestaltet die Goldschmiedemeisterin in einer Preisspanne von 196 Euro bis 500 Euro: Als Anhänger oder Gürtelschließe in Silber, Messing mit Silber oder Gold, sei es in Wappenform oder im Oval, zusätzlich mit Monogramm oder Familienwappen.