Benzin und Diesel So setzt sich der Spritpreis zusammen

Energiesteuer, Mehrwertsteuer, CO₂-Abgabe: Die Spritpreise verharren auf hohem Niveau – doch was treibt sie und wie viel bekommt der Staat? Antworten auf wichtige Fragen rund um Benzin und Diesel.

Zapfsäule an der Tankstelle
Der Spritpreis ist von vielen Faktoren abhängig. - © Wellnhofer Designs - stock.adobe.com

Benzin und Diesel sind an der Zapfsäule weiterhin teuer. Auch wenn sie im Jahresvergleich 2023 insgesamt niedriger lagen als ein Jahr zuvor, bleiben sie – Schwankungen einbezogen – auf einem eher hohem Niveau. Im bundesweiten Durchschnitt kostet ein Liter Super E10 derzeit 1.729 Euro, der Preis für einen Liter Diesel liegt bei 1.704 Euro. Das sind die Spritpreise vom 9. Januar 2024 nach Angaben des ADAC.

Der Verkehrsclub hat ausgewertet, was den Spritpreis gerade beeinflusst – und vor allem, dass er vielen Erwartungen nicht folgt. So ist er entgegen der Annahme, dass die zum Jahreswechsel erhöhte CO₂-Abgabe zum Preistreiber wird, nicht stark gestiegen.

Seit 1. Januar 2024 liegt der CO₂-Preis bei 45 Euro je Tonne statt bei zuvor 30 Euro. Umgerechnet auf einen Liter Sprit bedeutet das laut ADAC eine Erhöhung des CO₂-Preises für Benzin um rund 4,3 Cent, bei Diesel um 4,7 Cent. Autofahrende müssen also zusätzlich 1,4 Cent beziehungsweise 1,6 Cent bezahlen für einen Liter E10 bzw. Diesel.

Doch genau diese Erhöhung hätten die Mineralölkonzerne schon in den Monaten vor dem Jahreswechsel mit eingerechnet. Damit blieb ein deutlicher Preissprung nun aus. Den Konzernen war es möglich, einen Anstieg schrittweise vorwegzunehmen, da die Rohölpreise gesunken sind. Der Grund für die Erhöhung der CO₂-Abgabe liegt in der aktuellen Haushaltskrise, die eine finanzielle Lücke von 17 Milliarden Euro im Bundesetat offengelegt hat. Um diese zu schließen, hat die Bundesregierung sich auf den Anstieg der Abgabe in der aktuellen Höhe geeinigt. Der CO₂-Preis wird allerdings auch in den kommenden Jahren weiter steigen. Der ADAC zeigt eine Übersicht dazu.

Doch wie kommen die Spritpreise eigentlich zustande – und werden die Preise eher sinken oder weiter steigen? Antworten auf zentrale Fragen.

Grafik Spritpreise ADAC
Das Rechenbeispiel des ADAC zeigt die ungefähre Aufteilung der einzelnen Faktoren, aus denen sich der Spritpreis zusammensetzt. Es bezieht die konkreten Steigerungen durch den CO₂-Preis ab 1. Januar 2024 noch nicht mit ein. - © ADAC

Warum bleiben die Spritpreise hoch?

Schon bevor der Krieg in der Ukraine begann, war die Situation angespannt. Der Erdölpreis hatte sich binnen des Jahres 2022 verdoppelt. Ein Hauptgrund für den Anstieg war bzw. ist die weltweite wirtschaftliche Erholung nach Corona. Darauf folgte mit dem Krieg die Energiekrise, die weltweit zu Problemen führte. Die verstärkte Nachfrage nach Heizöl trieb den Spritpreis mit in die Höhe.

Zwar hat sich die Lage trotz der anhaltenden Spannungen im Laufe des Jahres 2023 wieder etwas entspannt. Dennoch nennt der ADAC das Jahr 2023 das "zweitteuerstes Tankjahr aller Zeiten". Ein Liter Super E10 kostete demnach im letzten Jahr durchschnittlich 1.791 Euro, Diesel lag im Jahresschnitt bei 1.722 Euro. Somit war Super E10 nach Angaben des Verkehrsclubs im Vergleich zum Jahr 2022 rund 7 Cent günstiger, bei Diesel sind es sogar mehr als 22 Cent.

Wie es prinzipiell mit dem Spritpreis 2024 weitergeht, lässt sich nicht konkret sagen. Der ADAC sieht, dass es – zumindest derzeit – keine Grundlage für weitere starke Preissteigerungen gibt. Dennoch greift in diesem Jahr keine Steuererleichterung wie etwa zwischenzeitlich 2022 und die CO₂-Abgabe wird langfristig den Preis anheben, da sie Jahr für Jahr steigt.

Wie setzt sich der Spritpreis zusammen?

Ein großer Teil des Spritpreises sind Steuern und Abgaben. Im Gegensatz zu anderen Steuerarten wird die Energiesteuer mit einem festen Anteil und nicht prozentual erhoben. Die Steuer auf Benzin beträgt 65,45 Cent pro Liter, auf Diesel 47,04 Cent pro Liter. Hinzu kommt die Mehrwertsteuer in Höhe von 19 Prozent. Der zum Jahresbeginn gestiegene CO₂-Preis sorgt für zusätzliche Kosten. Die Erdölbevorratungsabgabe macht nur einen geringen Teil aus, sie erhöht den Kraftstoffpreis um weniger als einen Cent.

Abgesehen vom staatlichen Anteil beinhaltet der Spritpreis außerdem die eigentlichen Kosten für das Produkt. Damit sind der Beschaffungspreis für Rohöl sowie die Kosten für Transport, Weiterverarbeitung, Lagerhaltung, Verwaltung und Vertrieb gemeint. Hinzu kommen die CO₂-Abgabe der Mineralölkonzerne sowie deren Gewinn. Dieser liegt im Cent-Bereich. dpa/fre/jtw