Noch vor wenigen Monaten war Veronika Weber eine ganz normale Auszubildende zur Konditorin. Von ihrem gewohnten Alltag ist allerdings nicht mehr viel übrig, denn als 25. Dresdner Stollenmädchen repräsentiert sie nun ein Jahr lang ihr Handwerk sowie den Dresdner Christstollen in der ganzen Welt.

"Ich kann es manchmal noch gar nicht richtig fassen, dass ich ausgewählt wurde", sagt sie. Schließlich hatte die 23-Jährige noch vor Kurzem einen ganz anderen Plan für ihre Zukunft. Handwerkliches Geschick wurde Veronika Weber in die Wiege gelegt – allerdings etwas anders, als man es vom neuesten Mitglied der Stollenmädchen-Familie erwarten könnte.
"Meine Mama ist Musiklehrerin und ich habe in der zweiten Klasse mit dem Cellospielen begonnen", so die junge Frau. In der Musik hat sie ihre erste große Liebe gefunden, studierte sogar Musikwissenschaften an der TU Dresden; hätte es da nicht einen Nebenbuhler gegeben: das Backen. Irgendwann merkte sie, dass sie nicht nur für Freunde, Familie und WG-Mitbewohner backen möchte, sondern für Schleckermäuler in der ganzen Region.

Beim Ottendorfer Mühlenbäcker in Ottendorf-Okrilla ist sie inzwischen im zweiten Lehrjahr und hätte eigentlich nicht glücklicher sein können. Doch wie es sich für Konditoren gehört, darf hier und da ein kleines Sahnehäubchen nicht fehlen. Dies folgte in Form der Nominierung zum Dresdner Stollenmädchen 2019. "Die Lehrer in meiner Berufsschule haben mich beim Schutzverband Dresdner Stollen e. V. vorgeschlagen. Zehn Frauen standen zur Wahl und nach ein paar 'Eignungstests‘ hat man sich für mich entschieden", berichtet sie mit einem Lächeln im Gesicht.
Karoline Marschallek, Verbandsgeschäftsführerin, ergänzt: "Wir haben Veronika ausgewählt, weil sie das Handwerk fantastisch repräsentiert und ein Beispiel dafür ist, dass man seinem Herzen folgen muss. Das passt zu unseren Dresdner Stollenbäckern, die den Stollen Jahr um Jahr zu ihrer Herzenssache machen, und zum Dresdner Stollen, der bei vielen wunderbare Erinnerungen weckt."
Obwohl Veronika Weber erst seit wenigen Wochen im Amt ist, ist ihr Kalender schon jetzt gut gefüllt. Die Öffentliche Stollenprüfung am 8. November sowie das 26. Dresdner Stollenfest am 7. Dezember sind nur zwei Termine, denen die gebürtige Westfälin gespannt entgegenblickt. "Ich weiß noch nicht genau, was auf mich zukommt, aber meine Mission ist es, ein Stück meines ganz persönlichen Weihnachtens in die Welt zu tragen", sagt sie. Denn seit sie Euskirchen gegen Dresden getauscht hat, ist der Stollen nicht mehr vom familiären Weihnachtstisch wegzudenken. Schon allein dafür habe sich der Umzug gelohnt!