Trennwandsysteme aus Holz, Glas und Aluminium Feco-Feederle: Wände, die verbinden

Wenn die Mitarbeiter von Unternehmen wie Microsoft oder BASF produktiv und gerne an ihrem Arbeitsplatz arbeiten, ist das auch ein Verdienst von Feco-Feederle. In einer Zeit, in der klassische Wände immer mehr aus Büroräumen verschwinden, schafft der Karlsruher Trennwandspezialist Arbeitsumgebungen, die optisch verbinden und dennoch akustisch trennen.

Corona Feederle und Rainer Höhne in einem schallgeschützten Besprechungsraum im Feco-Forum. Am eigenen Standort macht der Hersteller von Trennwandsystemen die eigenen Produkte erlebbar. - © Thomas Rittelmann

Ein paar Meter weiter sitzt ein Mann und spricht in seinen Hörer. Mit wem und worüber er sich unterhält, darüber lässt sich nur spekulieren – wenige Schritte entfernt ist es nahezu still. Dabei sind Schreibtisch und Flur einzig durch eine Glaswand getrennt, auf der mittig ein stoffüberzogenes Rechteck angebracht ist. Dort, wo Türen normalerweise einen geschlossenen Raum bilden, gewähren Öffnungen Einlass.

Insgesamt sechs solcher Büros, mit Platz für jeweils vier Personen, befinden sich in diesem Teil des sogenannten Feco-Forums. "Die Teamarbeitsplätze sind die Heimat der Mitarbeiter, hier haben sie ihren festen Platz", sagt Corona Feederle, Geschäftsführerin von Feco-Feederle in Karlsruhe. In ihrem Verwaltungsgebäude führt die 49-Jährige vor, was sie ihren Kunden verspricht. Ein Arbeitsumfeld, das gleichermaßen Teamarbeit fördert und konzentrierte Arbeit ermöglicht. "Bürowelten bieten heute ein Raumangebot für unterschiedliche Anforderungen", sagt die Architektin, die den Familienbetrieb gemeinsam mit ihrem Bruder, Klaus-Michael Feederle, führt. Hierzu gehörten etwa Besprechungsräume, akustisch abgeschirmte Nischen für den spontanen Austausch oder Orte zum Rückzug.

Trennwandsysteme aus Holz, Glas oder Aluminium

Mit raumbildenden Trennwandsystemen aus Holz, Glas oder Aluminium schafft Feco-Feederle entsprechende Arbeitsumgebungen, sowohl im eigenen Verwaltungsgebäude als auch bei mittelständischen bis großen Arbeitgebern im Umkreis von 300 Kilometern. Die Anforderungen an die Produkte sind hoch. Der Trend zu offenen Bürolandschaften mache vor allem eine angenehme Raumakustik zur Herausforderung, sagt Vertriebsleiter Rainer Höhne. Für die Teamarbeitsplätze im eigenen Verwaltungsgebäude wurde das Problem mit mikroperforierten Glastrennwänden und Stoffabsorbern gelöst. "Die Glaswand dient als Schallschirm, der Absorber schluckt den Schall", erklärt Höhne. Produziert wurden die Systemtrennwände nur wenige Schritte entfernt im angeschlossenen Werk. Auf rund 8.000 Quadratmetern fertigt Feco-Feederle jedes Wandelement millimetergenau so an, dass es beim Kunden nur noch montiert werden muss.

Ein offen gestaltetes Großraumbüro mit angenehmer Akustik. Am eigenen Standort lebt Feco-Feederle vor, was mit den eigenen Trennwandsystemen möglich ist. - © Nikolay Kazakov, Karlsruhe

"Die Kombination aus Ingenieurwissen und handwerklichem Know-how befruchtet sich gegenseitig"

Je nach Anforderung arbeiten die Mitarbeiter mit industriellen oder handwerklichen Fertigungseinrichtungen. Die Basis jeder Trennwand bildet jedoch handwerkliche Arbeit, betont Feederle. Zudem würden etwa Furnieroberflächen selbst zusammengesetzt. "Kunden bekommen von uns eine Systemtrennwand vom Schreiner", sagt sie. Knapp die Hälfte ihrer 120 Mitarbeiter habe einen handwerklichen Hintergrund, die meisten davon in der Holz- oder Glasverarbeitung. Sie werden in der Produktion oder als Montageleiter beim Kunden eingesetzt. Selbst bildet Feco-Feederle jährlich drei Lehrlinge zu Schreinern und Tischlern aus. "Die Kombination aus Ingenieurwissen und handwerklichem Know-how befruchtet sich gegenseitig", freut sich die Geschäftsführerin. Gemeinsam könnten so individuelle und technisch anspruchsvolle Lösungen für den Kunden realisiert werden. Etwa die "organisierte Bürowand", an der werkzeuglos Ablagen, Einhängeböden oder Whiteboards angebracht werden können, schallschirmende Think Tanks oder widerstandsfähige und pflegeleichte Glas­trennwände.

Hohe Anforderungen an Akustik, Brandschutz und Luftführung

"Wenn man die Komplexität der Systeme vergleicht, dann gibt es im Wesentlichen nur ein paar Anbieter, mit denen wir uns messen", sagt Feederle. Als größten Wettbewerbsvorteil sieht sie dabei die Qualität ihrer Produkte. Diese zeige sich nicht nur in puncto Design und Akustik, sondern auch in den Bereichen Brandschutz und Luftführung. Prüfzeugnisse bescheinigen den Trennwänden Schalldämmwerte zwischen 32 und 57 Dezibel sowie Brandschutz in allen Feuerwiderstandsklassen bis F90. In Gebäuden, in denen keine Abhangdecken zur Verfügung stehen, kann Feco-Feederle den geregelten Luftaustausch zwischen Büroräumen und Fluren über wandintegrierte Überströmelemente sicherstellen.

Eine Herausforderung sei es, diesen Anforderungen auch beim Kunden gerecht zu werden, sagt Höhne. "Die Maßtoleranzen und Bauteilbewegungen vor Ort sind teils erheblich." Über teleskopartige Bauteilverbindungen gelinge es jedoch, diese auszugleichen. Meist könnten die Systemtrennwände dann zügig – und wenn nötig sogar bei laufendem Geschäftsbetrieb – montiert werden. Sollte später eine neue Raumaufteilung gewünscht sein, sei auch dies problemlos umsetzbar. "Unsere Systemtrennwände können ohne Materialverlust versetzt werden", sagt er.

Trennwände für Microsoft, BASF und die EZB

Es sind Kunden wie Microsoft, BASF oder das ZDF, die sich für Feco-Feederle entscheiden, wenn es darum geht, moderne Bürolandschaften zu gestalten. Aber auch Schulen, Banken oder Universitäten. "Unser Kompetenzschwerpunkt liegt sicherlich in den mittleren bis großen Projekten ab 100.000 Euro Umsatz", sagt Feederle. Dass auch deutlich größere Aufträge gestemmt werden können, hat ihr Betrieb aber ebenfalls schon unter Beweis gestellt. So lieferte Feco-Feederle in den Jahren 2014 und 2015 etwa zwölf Kilometer Trennwandsysteme an den neuen Hauptsitz der Europäischen Zentralbank (EZB) und war als Händler an der Einrichtung der Kommunikationszonen beteiligt. Einzelauftragsvolumen: mehr als sechs Millionen Euro.

"Es wird auch weiterhin Wände brauchen"

Aktuell erlebe das Büro eine Renaissance, sagt Feederle. Obwohl Arbeitnehmer in vielen Berufen theoretisch von überall aus arbeiten könnten, würden die meisten nicht auf den persönlichen Kontakt mit Kollegen verzichten wollen. Im Wettbewerb um die besten Fachkräfte sei die Arbeitsumgebung sogar zunehmend ein Kriterium. Gefragt sind laut Feederle vor allem offene Bürolandschaften, in denen Mitarbeiter dank mobiler Geräte nicht mehr verpflichtet sind, von morgens bis abends an derselben Stelle zu arbeiten. Mit einer guten Akustik, einem vielfältigen Raumangebot und unterschiedlichen Einladungen zur Bewegung könnten Arbeitgeber ein produktives und angenehmes Arbeitsumfeld schaffen. Wie schallschirmende und -absorbierende Trennwände dabei behilflich sein können, macht Feederle am eigenen Standort erlebbar. Sie ist sich sicher: "Auch wenn es den Trend zur Öffnung der Arbeitsplätze gibt, wird es weiterhin Wände brauchen – doch der Anspruch an sie wird steigen."