Bäckerei bei Mein Job – Dein Job Job-Tausch: Was eine Konditorin in Tansania erlebte

Urlaub in Italien machen, kann jeder. Aber arbeiten in Tansania? Der Bayerische Rundfunk zeigt seit letztem Jahr die Tausch-Doku "Mein Job – Dein Job". Konditorin Anja Hartmann und Bäcker Karlheinz Stettner haben das Experiment gewagt. Anja Hartmann verrät, wie es war.

Julia Kittnar

Anja Hartmann bäckt mit ihrer Kollegin in Tansania eine Torte. - © Eva Hanel - Constantin Entertainment

Zwei Handwerker aus Memmingen machten sich auf die Reise ins Ungewisse. Anja Hartmann und Karlheinz Stettner erfuhren erst kurz vor dem Flug, wohin es gehen soll: Die Konditorin und der Bäcker flogen nach Arusha in Tansania. Chef Andreas Brommler empfing zur gleichen Zeit in Deutschland die Austauschpartner Rose und Shabani.

Die Handwerker wussten nicht, was auf sie zukommt

Die Vorbereitungen waren spannend, berichtet Hartmann: "Das war ein Schritt ins Ungewisse. Wir wussten ja gar nicht, was auf uns zukommt und wo wir hinkommen. Und wir hatten auch kein Geld." Das Geld und die Unterkunft organisierte der Bayerische Rundfunk, die Sorge konnte er Hartmann dadurch aber nicht nehmen. "Der aufregendste Moment war, als wir am Busbahnhof standen und der Chef und die Chefin uns abgeholt haben. Da habe ich mir gedacht 'Hoffentlich passt das. Sonst wird die Woche schrecklich.'"

Gleich bei der Begrüßung wurde klar, dass die Woche alles andere als schrecklich werden würde: Die Chefs fuhren in einem kleinem lila Bus vor, Blumen und Schilder in der Hand und Gesang im Gepäck. Spätestens nach der ersten Umarmung war das Eis gebrochen.

Die Bäcker haben nur drei Schüsseln

Die Arbeit unterscheidet sich dann aber doch vom deutschen Alltag: Für den Anfang ist Holzhacken statt Brötchen backen angesagt. Sonst fehlt das Holz für den Backofen. Auch die Produktpalette ist wesentlich schmäler als im Brotland Deutschland. Zwei Brote, einen Kuchen und Muffins stellt die Bäckerei in Tansania her. Und das, wie Hartmann verrät, mit nur drei Schüsseln: "Respekt, wie sie das machen. Bei uns ist das undenkbar." Auch mit den Rohstoffen sei es dort schwieriger. "Bei uns ruft man beim Händler an und dann ist es zwei, drei Tage später da", erzählt Hartmann, "das geht bei denen nicht. Die haben Schwierigkeiten bestimmte Rohstoffe zu bekommen."

Die Ausbildung hilft, mit den knappen Ressourcen umzugehen. Und Massen zusammenrühren, das macht man überall gleich, erklärt Hartmann. Die Gastgeber wollten von dem Bäcker und der Konditorin noch mehr erfahren: Hartmann machte eine Torte und Marzipanrosen, der Kollege schwäbische Küchle. Der Spaß an der Arbeit verbindet.

Wiedersehen im Januar

"Du hast jetzt eine Mama in Tansania." Das habe ihr die Chefin zum Abschied gesagt. Deshalb fliegt sie im Januar wieder nach Arusha. Ob sie dann wieder mitarbeiten wird? Zwei Tage ist sie bei der Chefin und will auf jeden Fall auch die Kollegen in der Backstube besuchen. "Wir wissen ja jetzt so ein bisschen, was sie vielleicht brauchen könnten", erzählt sie, "dann kann ich ihnen auch ein bisschen was zeigen, das sie weiter bringt."

Sie selbst würde jederzeit wieder an so einem Austausch teilnehmen. Hartmann empfiehlt jedem, dem sich die Chance bietet, die Gelegenheit zu ergreifen. "Und es gab so viele lustige Momente. Da bekommt man einen ganz anderen Eindruck von Land und Leuten als bei einer Urlaubsreise."

"Mein Job - Dein Job" läuft heute Abend um 20:15 Uhr im Bayerischen Rundfunk. Dort sehen Sie auch, wie es Rose und Shabani in Deutschland ergangen ist.