Das Einkommen der Rentner in Deutschland ist gewachsen. Grund hierfür ist der hohe Anstieg des Gesamteinkommens. Damit sind die älteren Altersgruppen finanziell sogar besser aufgestellt als die jüngeren.

Obwohl Altersarmut ein zentrales Thema in Deutschland ist, geht es vielen Senioren nicht so schlecht. Im Gegenteil: Die Einkommen der Rentner haben in den vergangenen drei Jahrzehnten im Durchschnitt stärker zugelegt als die jüngerer Altersgruppen. Das belegt eine Auswertung von Daten des Sozio-ökonomischen Panels durch das Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW): Im Jahr 1984 befanden sich mehr als 31 Prozent der Menschen ab 65 Jahren im unteren Fünftel des Einkommens der Gesamtbevölkerung, 2014 waren es nur noch knapp 19 Prozent. Gleichzeitig hat sich ihre Zugehörigkeit zum obersten Fünftel des Einkommens von 12 auf 14 Prozent erhöht.
Gesamteinkommen gestiegen
Der finanzielle Aufstieg hat einen einfachen Grund: Die Realeinkommenssteigerungen Mitte der 1990er Jahre fielen bei Personen ab 55 Jahren besonders hoch aus. Damit konnte diese Altersgruppe seit der Wiedervereinigung Deutschlands reale Einkommenszuwächse im Durchschnitt von insgesamt rund 25 Prozent verbuchen. In den Altersgruppen unter 55 Jahren lagen die realen Zuwächse lediglich bei unter 10 Prozent.
In Westdeutschland haben die Gesamteinkommen der 65- bis 74-Jährigen seit Mitte der 1980er real sogar um durchschnittlich 52 Prozent zugelegt, die der unter 45-Jährigen lediglich um 21 bis 31 Prozent.
Einflussfaktor: Erwerbstätigkeit der Frauen
Im Juli 2017 werden die Renten noch einmal steigen, in Westen um 1,90 Prozent und im Osten um 3,59 Prozent. Einfluss auf die Einkommensentwicklung zugunsten der Senioren haben aber auch andere Faktoren: Dazu gehören ergänzende Alterseinkommen, die Verteilung der Einkommen im Haushalt sowie die Haushaltszusammensetzung. So wirkt sich beispielsweise die Tatsache aus, dass immer mehr Frauen arbeiten: Trugen Männer Mitte der 1980er Jahre in Westdeutschland noch rund 83 Prozent zu den selbst erwirtschafteten gesetzlichen Renten innerhalb eines Haushalts bei, lag der Anteil 2014 bei nur noch knapp 71 Prozent. Außerdem ist der Anteil der alleinlebenden Alten heute geringer als noch vor 30 Jahren, was das Armutsrisiko senkt. dhz