4Motion hilft über Stock und Stein Schlittern im Schlamm: Im VW Rockton abseits der Straße

Mit dem 4Motion-Antrieb von Volkswagen werden Transporter geländetauglich. Bei einer Testfahrt im hessischen Vogelsberggebiet konnte der T6 Rockton seine Offroad-Qualitäten unter Beweis stellen.

Ulrich Steudel

Im Rockton durch die Wildnis: Mit Allradantrieb bleiben die Transporter der T-Baureihe auch abseits der Straßen fahrtüchtig. - © VWN

Die Nachfrage nach allradbetriebenen Nutzfahrzeugen steigt. Volkswagen, der führende Anbieter in diesem Bereich, hat im vergangenen Jahr weltweit nach eigenen Angaben fast jeden fünften Kleinlaster mit dem werkseigenen 4Motion-System verkauft. In Deutschland wurde jeder vierte Transporter der unter Handwerkern besonders beliebten T-Baureihe mit Allradantrieb bestellt. Grund genug für einen Test abseits der Straße.

Speziell für solche Einsätze hat VW den T6 Rockton im Programm. Ausgestattet mit permanentem Allradantrieb, mechanischer Differentialsperre an der Hinterachse und einem um 30 Millimeter höhergelegten Fahrwerk soll er selbst auf der schlammigsten Baustelle genügend Traktion auf den Boden bringen. Am Vogelsberg in Hessen, dem größten Vulkangebiet Mittel­europas, darf der Rockton seine Offroad-Qualitäten unter Beweis stellen.

VW 4Motion

Seikel mit im Boot

Nach tagelangen Regenfällen stehen viele Wege unter Wasser, haben sich große Teile des Geländes in Morast verwandelt. Doch die Kolonne wühlt sich unbeeindruckt durch die aufgeweichte Waldlandschaft. Dass es trotzdem nicht unbequem im Cockpit wird, daran hat auch die Firma Seikel ihren Anteil, seit 2003 offizieller Lieferant von VW.

Firmenchef Peter Seikel, der als Rennfahrer mehrmals die Rallye Paris–Dakar und die 24 Stunden von Le Mans absolvierte, widmet sich nach 40 Jahren Motorsport heute voll und ganz dem Offroad-Geschäft. Höhergelegte Fahrwerke oder Bodenschutzplatten, wie sie zum Beispiel im Rockton zum Einsatz kommen, liefert das Unternehmen aus dem hessischen Freigericht an VW, dessen Offroad-Tradition bei den leichten Nutzfahrzeugen bis ins Jahr 1984 zurückreicht.

Aus "synchro" wird 4Motion

Damals debütierte der T3 als erster Bulli mit Allradantrieb, vermarktet unter der Bezeichnung „synchro“. Bis 2003 prägte das Allradsystem mit Viscokupplung die Offroad-Transporter von VW. Mit dem Modellwechsel vom T4 auf den T5 wechselte VW auf eine Lamellenkupplung, aus „synchro“ wurde 4Motion.

Anders als die 4Motion-Versionen des Caddy oder Amarok bietet der Rockton jedoch kein Automatikgetriebe, das Offroad-Touren auch für ungeübte Fahrer zum Kinderspiel macht. Beim Rockton erfordert der Ausflug ins schwere Gelände schon ein bisschen Gewöhnung. Der extrem lang übersetzte erste Gang giert nach ordentlich Gas. 3.000 Umdrehungen sollten es schon sein, um genug Schwung für das Hochschalten zu haben. Eine Automatikschaltung soll aber laut VW auch für den Rockton bald verfügbar sein. Wie lange sich Interessenten gedulden müssen, steht aber noch nicht fest.

Insgesamt aber ist der Rockton ein verlässlicher Begleiter abseits der gewohnten Infrastruktur oder als Zugpferd für Anhänger. Gerade dieses Einsatzgebiet wird im Bauhandwerk besonders geschätzt.