Hohe Einnahmen erzielt Krankenkassen: Höhere Zusatzbeiträge unwahrscheinlich

Die gesetzlichen Krankenkassen haben im vergangenen Jahr so hohe Einnahmen erzielt, dass sie nun ein dickes Plus auf dem Konto haben. Ein Geldpolster von rund 16 Milliarden Euro sorgt dafür, dass Beitragszahler – anders als vorhergesagt – nicht mit steigenden Zusatzbeiträgen rechnen müssen.

Gesundheit wird in einer alternden Gesellschaft immer teurer. Doch mit höheren Kosten müssen Beitragszahler nicht rechnen. - © Stockfotos-MG/Fotolia.com

Deutschland altert, hat immer mehr Pflegebedürftige und auch die Krankenstände sind nicht gerade gering. Zudem steigen bei den gesetzlichen Krankenkassen die Ausgaben für Ärzte, Kliniken und Medikamente. Doch hoch ist auch die Beschäftigtenquote und somit zahlen viele Menschen in die gesetzliche Krankenkasse ein. Zudem sind die Löhne in vielen Branchen gestiegen. Das hat im vergangenen Jahr dafür gesorgt, dass die Kassen hohe Rücklagen bilden konnten.

So haben diese ein Finanzplus von rund 1,4 Milliarden Euro erzielt und damit insgesamt ein Geldpolster von 15,9 Milliarden Euro angehäuft. Zum Jahresende 2015 hatte die Finanzreserve der Krankenversicherungen noch rund 14,5 Milliarden Euro betragen.

Zusatzbeitrag: Entwarnung für die rund 55 Millionen Kassenmitglieder

Mit diesen Ergebnissen steht die Kassen weit besser dar, als es noch im vergangenen Jahr vorhergesagt wurde. Mit den Prognosen für weniger Einnahmen einher ging auch die Voraussage von steigenden Zusatzbeiträgen – der Kassen-Spitzenverband hatte im vergangenen Sommer von einem Zusatzbeitrag für 2017 von 1,3 bis 1,4 Prozent gesprochen. Bei einem Monatseinkommen von 2.500 Euro brutto wären das immerhin 90 Euro im Jahr mehr gewesen. Doch genau dieser höhere Zusatzbeitrag wird sehr wahrscheinlich nicht auf die Beitragszahler zukommen.

Somit gibt es erst einmal Entwarnung für die rund 55 Millionen Kassenmitglieder. Denn wenn die Ausgaben stärker steigen als die Einnahmen der Kassen, müssen dies meist die das Zusatzbeiträge ausgleichen. Der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz ist laut offizieller Schätzung vom Oktober bei 1,1 Prozent des Bruttoeinkommens stabil. Tatsächlich liegt der tatsächliche Wert heute leicht darunter. Der allgemeine Beitragssatz von 14,6 Prozent – getragen je zur Hälfte von Arbeitgebern und Arbeitnehmern – ist gesetzlich fixiert. dpa