Die Holzmanufaktur Gapp hat in nur acht Monaten ein dreigeschossiges Bürogebäude im Passivhaus-Standard errichtet. Der Hybrid-Bau aus Holz und Beton ist nicht nur energiesparend, sondern auch ein architektonischer Blickfang.
Eva Mittner
Die Möglichkeiten des modernen Holzbaus sind vielfältig, der Baustoff erlebt seit einigen Jahren einen enormen Aufschwung. Auch für die Firma Gapp Holzbau war es naheliegend, ihr neues Bürogebäude aus dem Naturstoff zu bauen, den sie jeden Tag für ihre Kunden einsetzt.
Die Manufaktur aus Öpfingen in der Nähe von Ulm brauchte dringend mehr Platz für die wachsenden Geschäftsbereiche. Das Unternehmen besteht in der vierten Generation und beschäftigt inzwischen 50 Mitarbeiter, darunter sechs Auszubildende. Neben klassischen Arbeiten im Bereich Holz erstellt Gapp jedes Jahr rund 25 Einfamilienhäuser und einige Mehrfamilienhäuser in Holzständerbauweise. Zudem fertigt der Betrieb Industriehallen und übernimmt Altbausanierungen.
Hybridbau in acht Monaten
Das neue Büro auf dem eigenen Firmengelände befindet sich in direkter Nachbarschaft zu den Produktionshallen auf über 1.750 Quadratmetern und dem Lagerbereich.
Beim Neubau hat Gapp von der Materialwahl bis zur Energiegewinnung durchgängig auf Nachhaltigkeit und Umweltschutz geachtet. In nur acht Monaten Bauzeit ist der so genannte Hybridbau aus Holz und Beton auch optisch ein Blickfang geworden. Entwurf und Konzeption stammen vom Planerteam der Hullak Rannow Architekten aus Ulm, die Statik vom Schweizer Holzbauspezialisten Pirmin Jung.
Das dreistöckige Gebäude mit 18 Metern Länge und 10 Metern Breite haben die Handwerker und Techniker im Passivhaus-Standard erstellt. Aufgrund seiner modernen Dämmung und den geringen Wärmeverlusten wird keine klassische Gebäudeheizung benötigt.
Mit einer Be- und Entlu¨ftungsanlage sowie einer großformatigen Photovoltaikanlage auf dem Dach, die mehr Strom produziert als in dem Gebäude verbraucht wird, ist der Bürokomplex auf dem neuesten Stand der Technik. Zudem sorgt die Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung im Sommer und Winter für ein angenehmes Raumklima. Beheizt werden die drei Stockwerke mit den Holzabfa¨llen aus der firmeneigenen Produktion.
Blick aufs Donautal
Der Bürokomplex bietet eine Nutzfläche von rund 400 Quadratmetern. Im Erdgeschoss befindet sich ausreichend Platz für eine große Lobby, drei geräumige Besprechungsräume und einen Technikraum, in dem auch die Küche untergebracht ist.
Zehn Büroräume mit 16 Arbeitsplätzen befinden sich im ersten und zweiten Obergeschoss. Von diesen Büros aus haben die Mitarbeiter eine gute Sicht über das weitläufige Donautal. Wer den Ausblick bei frischer Luft genießen möchte, kann die direkt angebundene Dachterrasse im zweiten Geschoss betreten.
"Wir konnten die für uns nutzbare Fläche durch den Neubau mehr als verdoppeln“, sagt Gapp-Geschäftsführer Emanuel Maier. Das sei für einen Familienbetrieb schon eine gewaltige Verbesserung.
Genutzt wurden für den Neubau hauptsächlich heimische Hölzer – ergänzt von vielen weiteren ökologischen Materialien, zum Beispiel Holzweichfaserdämmung für Wand und Dach oder Heradesign-Akustikplatten aus Holzwolle für die Decken. Die geschwungenen Linien, die sich über das gesamte Gebäude erstrecken, ahmen eine natürlich gewachsene Holzmaserung nach.
Die Bodenplatte besteht aus Stahlbeton, Außenwände und tragende Innenwände sind in Holzrahmen-Bauweise in der firmeneigenen Produktionshalle vorproduziert und montiert worden. In die Außenwände integriert ist eine tragende Pfosten-Riegel-Fassade aus Eichenholz.
Nichttragende Innenwände wurden als Metallständerwände vor Ort, unweit der Produktionshalle, eingezogen – ergänzt durch unterschiedliche Deckensysteme wie eine Holz-Beton-Verbund-Decke und einer Brettschichtholz-Decke mit einer Dicke von 16 cm, die im gesamten Gebäude für eine Wohlfühlatmosphäre sorgt.
Eichenholz schafft Wärme
Die Wand- und damit auch die Farbgestaltung im Erdgeschoss hat ein regionaler Künstler maßgeblich übernommen. Abgerundet wird das Raumbild durch warme Eichenholzböden in den Besprechungsräumen, Türzargen aus Eichenholz sowie Feinsteinzeug-Böden in Sollnhofer-Optik in der Lobby. Die Büros im ersten und zweiten Stockwerk sind ebenfalls mit Eichenholzböden ausgestattet und harmonisch mit der Innenausstattung abgestimmt.
"Wir können jetzt mehr denn je konzentriert und effizient in einer angenehmen Atmosphäre arbeiten", sagt Geschäftsführer Maier.
Mehr Informationen gibt es unter gappholzbau.de
