Confiserie und Chocolaterie in Öhringen Weihnachtsmarathon mit Stollen und Gebäck

Die Confiserie und Chocolaterie in Öhringen hat sich in den historischen Räumen der ehemals fürstlichen Weinkellerei neu angesiedelt. Nach dem Umbau bleibt für eine Verschnaufpause jedoch keine Zeit, denn der Weihnachtsmarathon mit Stollen und Gebäck ist schon im vollen Gange.

Sabine Zoller

Die für die Gartenschau kreierte Torte besteht aus vielen bunten Lagen. - © Sabine Zoller

Die Landesgartenschau 2016 in Öhringen hat mit einer rundum positiven Bilanz über 1,3 Millionen Besucher nach Hohenlohe gelockt. Für Sabine und Ulf Kretschmer, die Inhaber des Schlosscafes "Nussknacker" in Öhringen, war das eine besonders spannende Zeit. Direkt neben dem Eingang zur Landesgartenschau gelegen war ihr Schlosscafé im Ostflügel des Öhringer Schlosses ein beliebter Treffpunkt für Besucher und Ehrengäste. Doch zuvor musste das Café in den historischen Räumen erst einmal eingerichtet werden.

Weihnachtsmarathon mit Stollen und Gebäck

Auf den Tag genau 51 Jahre nach Gründung der süßen Hohenloher Institution "Café Nussknacker" hat Ulf Kretschmer in zweiter Generation ein neues Kapitel der Familientradition aufgeschlagen. Der Grund ist nachzulesen in der Kaffeehauskarte: "Am 21. März 1964 wurde das Café Nussknacker von Otto und Gerda Kretschmer im Nussbaumweg eröffnet. 1998 haben ich und meine Frau Sabine das Café in zweiter Generation übernommen. Im Januar 2015 mussten wir unser Café schließen, da das Gebäude abgerissen wurde.“ In einer schwierigen Situation waren für den Familienbetrieb handwerkliches Können und Professionalität die Voraussetzungen für ein neues Projekt, das im Zuge der geplanten Landesgartenschau am 21. März 2015 zur Eröffnung des Schlosscafés in den historischen Räumen der ehemals fürstlichen Weinkellerei führte.

Historische Räume stellen Architekten vor Herausforderungen

Rund 1,75 Million Euro investieren Stadt und Land in den Umbau der Räume, rund 250 000 Euro die Pächter Kretschmer für die Inneneinrichtung. Rückblickend sagt Kretschmer: "Es gab nichts, außer einem großen Gewölbe, das unter Denkmalschutz gestellt, Architekten, Ladenbauer und Kaffeehausbetreiber vor immer neue Herausforderungen stellte.“ Binnen eines Jahres musste eine gänzlich neue Infrastruktur geschaffen und jeder Eingriff in die Bausubstanz vorab mit dem Landesdenkmalamt besprochen werden. Beruflich gesehen waren die Jahre 2013 bis 2015 mehr als anstrengend. Denn zu den Planungen des neuen Geschäftes zählte auch die Schließung des alten Familienbetriebes im Süden der Stadt Öhringen.

Café "Nussknacker" hat sich auf 150 Plätze vergrößert

Heute beherbergt das Kreuzgewölbe einen hellen Kaffeehausbereich. Mit einem Licht durchfluteten Wintergarten in der ehemals fürstlichen Weinprobierstube sowie einer windgeschützten Außenterrasse hat sich das Arbeitsumfeld von Sabine und Ulf Kretschmer auf 150 Sitzplätze vergrößert. Motivation für das große Projekt war das historische Ambiente. Bewährtes wurde mit neuem kombiniert, um in der Innenstadtlage Stammkunden und neue Gäste zu verwöhnen.

Internationales Frühstücksangebot als neues Markenzeichen

Zum Markenzeichen des neuen Cafés wurde das Frühstücksangebot: Frühstücken allein, zu zweit oder mit Freunden. Unter rund 19 verschiedenen Variationen hat man die Qual der Wahl. Ob süß, schwäbisch, schnell oder schokoladig, italienisch mit Tomate und Mozarella, amerikanisch mit Speck und Eiern, kanadisch mit Ahornsirup und Frenchtoast oder ein "Besonderes“ mit Shrimpscocktail, Lachs und heimischem Riesecco. Oder darf es ein Frühstück mit Entenbrust, verschiedenen Fischvariationen, Pflaumenchutney und selbst gefertigtem Quittengelee sein?

Backstube mit Eis-, Torten- und Schokoladenproduktion

Die Backstube ist mit Eis-, Torten-, und Schokoladenproduktion in die historischen Räume des Ostflügels integriert. Großen Zuspruch gab es zur Landesgartenschau für die frischen Kuchen. Unter dem Motto "bodenständig und lecker" punktete vor allem eine besondere Torte, die an das Logo der Veranstaltung erinnert. Die Limes-Steelen, ein römisches Relikt aus vergangenen Zeiten, sollten zu neuem Leben erweckt werden. Als Metapher für verwitterndes Holz aus der einstigen Grenzbefestigung wurden krumm stehenden Pfosten dreidimensional mit Vierkanthölzern abgebildet und mit Farben bemalt.

Landesgartenschau-Torte mit verschiedenen Farben

Für einen besonderen "Wow“-Effekt sorgte auch die Präsentation der Landesgartenschau-Torte von Ulf Kretschmer. Diese ist außen weiß und innen farbig. Auf eine besondere Dekoration wurde bewusst verzichtet, Vorbild war das Logo der Gartenschau. Der einzige Unterschied: In der Torte sind die symbolischen Steelen waagerecht in Lagen. Genau genommen besteht die Vanille Creme Torte aus Bisquitböden, gefärbt mit bunten Lebensmittelfarben und gefüllt mit einer fruchtigen Cassis-Vanille-Creme.

An Weihnachten boomt das Geschäft

Nach der Landesgartenschau punktet das Café mit seinem vielfältigen Schokoladen-Sortiment. Die handgeschöpften Schokoladen gibt es als Weihnachtskalender oder in veredelter Form beispielsweise mit Nüssen oder Gewürzen. Diese speziell für Weihnachten kreierten Tafeln gibt es in Variationen mit Vollmilch oder Zartbitter-Schokolade. Speziell zu Weihnachten boomt das Geschäft. Ein passendes Label für das Firmenprodukt garantiert ein individuelles und persönliches Weihnachtspräsent. Geliefert wird an Weltmarktfirmen in der Region.

Christstollen in Zusammenarbeit mit regionalen Betrieben

Als Firmenpräsente sind zudem die Christstollen-Variationen mit beschwipsten Früchten begehrt. Bewährt hat sich hierbei die Zusammenarbeit mit regionalen Betrieben. Vom Weingut Birkert aus Adolzfurt stammen die edlen Brände, mit denen die Früchte für die Christstollen eingelegt sind. Ein hochprozentiger Marillenbrand wird für die Aprikosen vom Aprikosen-Pistazien-Stollen verwendet. Ebenso wird beim Cranberry-Walnuss-Stollen, dem Williamsstollen und dem Schwäbischen Apfelstollen verfahren.