Markenwerkstätten der Hersteller arbeiten nach Ansicht des ADAC zuverlässiger. Werkstattketten bekommen dagegen im aktuellen Test des Automobilclubs keine allzu guten Noten. Die Ergebnisse des aktuellen Werkstatttests im Überblick.

Der ADAC hat wieder Werkstätten getestet. Es ging einerseits um die Qualität der Arbeit und andererseits um den Service, den die Mitarbeiter der Werkstätten bieten. Anonyme Tester haben dafür präparierte Autos mit jeweils fünf Fehlern zu den Werkstätten gebracht. Getestet wurden sowohl Markenwerkstätten als auch Werkstattketten.
Werkstatttest: Diese Mängel waren in den Testautos eingebaut
- Der Füllstand im Ausgleichsbehälter der Kühlflüssigkeit war unter Minimum.
- Die Innenraumbeleuchtung an Dachhimmel, Kofferraum oder im Handschuhfach, besaß ein defektes Leuchtmittel.
- Der Luftdruck des Reserverads war um 1 bar abgesenkt.
- Der Luftdruck eines Hinterrads war um 0,5 bar abgesenkt.
- Das Pannenset für eine Reparatur der Bereifung fehlte.
- Eine Leitung unter dem Fahrzeug aus der Fixierung war gelöst – entweder die Brems-, Kraftstoffleitung, das Sensorkabel fürs ABS oder das Handbremsseil.
- Bei der Nebelschlussleuchte, der Kennzeichenbeleuchtung oder der Rückfahrleuchte, war ein Leuchtmittel defekt.
- Die Schelle an der Lenkmanschette war abgelöst.
Im Fokus des Werkstatttests stand unter anderem das Versprechen aller Werkstätten die Autos nach „Herstellervorgabe“ zu warten. Immerhin 27 von 75 Werkstätten fanden alle eingebauten Fehler, viele hielten sich nach Angabe des Autoclubs jedoch nicht an die Herstellervorgaben. Das war bei einigen überprüften Werkstattketten der Fall. Ohne eine entsprechend fachgerechte Wartung können Autofahrer allerdings Probleme mit der Garantie bekommen.
Unter den 75 getesteten Werkstätten waren 50 Hersteller-Vertragswerkstätten und 25 Filialen großer Werkstattketten. Die Markenwerkstätten schnitten im Test mit Abstand besser ab als die Ketten, von denen vier sogar mit der Bewertung „mangelhaft“ eingestuft wurden.
Aber auch bei den Hersteller-Vertragswerkstätten gab es Unterschiede in der Bewertung (von jedem Hersteller wurden fünf Werkstätten untersucht):
- Durchweg „sehr gute“ Ergebnisse boten laut ADAC die Werkstätten von BMW und Mercedes.
- Audi, Renault und Skoda folgen der Rangliste und haben die Bestnote nur knapp verfehlt, da jeweils eine Werkstatt nur ein „gut“ erhielt.
- Ähnlich wie VW, deren Werkstätten in der Mehrheit mit „sehr gut“ und nur in zwei Fällen mit „gut“ bewertet wurden.
- Gefolgt wurden diese Ergebnisse von den Markenwerkstätten von Ford, Opel, Peugeot und Toyota, die jeweils nur höchstens zwei Mal schlechter als „gut“ bewertet wurden.
Die Rangliste der Werkstattketten zeigt sich wie folgt:
- Die beste Bewertung erreichten mit vielfach »guten« Ergebnissen A.T.U und Bosch.
- Auch lieferten zwei Betriebe von 1a Autoservice "sehr gute" bzw. "gute" Ergebnisse ab.
- Autofit lieferte laut ADAC dagegen eher schlechte Ergebnisse mit der überwiegenden Bewertung „ausreichend“. Es zeigten sich hier große Schwächen in Technik und Service.
- Die Werkstattkette „Meisterhaft“ schnitt bei den untersuchten Betrieben sehr unterschiedlich ab – von „gut“ bis „mangelhaft“ war alles dabei.
Die Ergebnisse der einzelnen getesteten Werkstätten können Sie hier im Detail nachlesen.>>>
Der ADAC rät Autofahrern nach diesen Ergebnissen, dass man einen Service-Check gut planen und sich selbst vor dem Werkstattbesuch anschauen sollte, was die Wartungsliste im Serviceheft oder in der Bedienungsanleitung für Arbeiten vorsieht, die nicht fehlen dürfen. Flüssigkeitsstände und die Beleuchtung sollte jeder regelmäßig selbst prüfen.
Zudem sollte man einen Auftrag für eine Wartung immer schriftlich erteilen eine genaue Kostenprognose von der Werkstatt bekommen, bevor die nötigen Arbeiten durchgeführt werden. Nach dem Service-Check sollte man die Wartungsliste nochmals durchgehen und prüfen, was wirklich repariert oder geprüft wurde. Übersehene Fehler und Beschädigungen sollte man sofort melden und eine Zahlung dann auch nur „unter Vorbehalt“ tätigen. dhz