Die Unternehmerfrauen im Handwerk (UFH) stellen auf ihrem Bundeskongress in Berlin ein Vokabelheft für Flüchtlinge in fünf Sprachen vor.

Auf ihrem Bundeskongress in Berlin haben die Unternehmerfrauen im Handwerk (UFH) jetzt das Handbuch "Willkommen im Handwerk" vorgestellt. Es wendet sich an Betriebe, die Flüchtlinge oder Menschen mit Migrationshintergund einstellen oder ausbilden. Im Berufsalltag ist die Sprache oft das größte Problem. Hier soll das Handbuch helfen, erste Hürden zu überwinden. Es enthält einfache Abbildungen von Werkzeugen und handwerklichen Gegenständen und ihre Bezeichnung in fünf Sprachen (Englisch, Französisch, Polnisch, Arabisch und Farsi).
"Wir wollen unseren Betrieben damit eine praktische Arbeitshilfe an die Hand geben", sagte die UFH-Bundesvorsitzende Heidi Kluth. Der Umfang des Handbuchs soll sukzessive ausgebaut werden. Das Handbuch ist eine Initiative der Landesverbände Unternehmerfrauen im Handwerk Niedersachen und Bayern.
Willkommenskultur auch für Frauen
Zuvor hatte Carola Zarth, Vorstandsmitglied der Handwerkskammer Berlin, bei ihrer Begrüßung auf dem Bundeskongress daran erinnert, dass der gastgebende Landesverband Berlin vor 25 Jahren gegründet wurde. Damals in einer Hotellobby, weil die Handwerkskammer den Unternehmerfrauen keinen Raum zur Verfügung stellen wollte. Seitdem habe sich jedoch viel verändert. Dem stimmte die Bundestagsabgeordnete Marie-Luise Dött bei. Die Vorsitzende der Arbeitsgruppe Unternehmerfrauen im Mittelstand betonte: "Seit dieser Zeit ist viel geschafft worden."
Die UFH-Bundesvorsitzende Heidi Kluth griff den Faden auf, dass zum ersten Mal bei einem Bundeskongress nur Frauen auf dem Podium stünden. Und das sei gut so, das Handwerk müsse sich von Stereotypen lösen. "Wir brauchen eine gelebte Willkommenskultur für Frauen im Handwerk." Heidi Kluth betonte, dass bei den Unternehmerfrauen der Netzwerkge danke sowie die Aus- und Weiterbildung im Vordergrund stehe. Die UFH setzten sich aber auch für handwerkspolitische Themen wie Bürokratieabbau ein und kritisieren den Kompromiss zur Erbschaftsteuer. Seit vielen Jahren sind Frauen im Handwerk "eine Stimme, die gehört werden sollte", so Heidi Kluth. Sie versprach: "Wir haben auch nächstes Jahr viel vor."
Der Bundeskongress 2017 findet in Schweinfurt statt.
dan