Viele Deutsche stellen die Sicherheit der gesetzlichen Rente in Frage. Wie Studien bestätigen, investieren sie stattdessen lieber in eine Immobilie. Das machen auch junge Leute gerne.

68 Prozent der Deutschen halten die eigene Immobilie für eine bessere Vorsorge halten als die gesetzliche Rente. 18 Prozent sehen beide als gleichwertig an, lediglich sieben Prozent halten die staatliche Rente für besser. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts TNS Emnid im Auftrag der Bausparkasse Schwäbisch Hall.
Karsten Eiß, Baufinanzierungsexperte von der Bausparkasse Schwäbisch Hall, kennt die Vorteile einer Immobilie: "Im Gegensatz zu einer Geldrente kann sie schon vor dem Ruhestand genutzt werden. Darüber hinaus schützt die vermiedene Miete vor Altersarmut."
Immobilie im Alter nutzen und Miete sparen
Unabhängig davon, ob die eigene Immobilie die bessere Altersvorsorge als die gesetzliche Rente ist, wollen 80 Prozent der Eigentümer ihr Haus oder ihre Wohnung auch im Alter nutzen. Bei denen, die einen Kauf planen, sind es sogar 91 Prozent. Nur jeder Zehnte der Besitzer will seine Immobilie im Alter verkaufen, um eine kleinere, seniorengerechte Wohnung zu erwerben.
Eigenheim bei jungen Leuten beliebter als Smartphone
Besonders stark ist der Wunsch nach den eigenen vier Wänden bei den Jugendlichen bis 29 Jahre. In dieser Altersgruppe planen sechs von zehn Befragten eine eigene Immobilie. Bei den 30- bis 39-Jährigen sind es nur noch 41 Prozent, bei den 40- bis 49-Jährigen 15 Prozent.
Das bestätigt auch eine aktuelle Studie der Postbank. 40 Prozent der bis 34-Jährigen würden ihr gespartes Geld am ehesten für das Eigenheim ausgeben. 18 Prozent würden sich für einen Pkw entscheiden, weitere 13 Prozent würden in Einrichtung und Möbel investieren. Erst auf Rang vier setzt Generation Y, die in einer digitalen Welt aufgewachsen ist, mit zwölf Prozent die neuesten Hightech-Produkte.
Bausparvertrag beliebt
Um sich das Eigenheim zu finanzieren, empfiehlt die Bausparkasse Schwäbisch Hall rund 25 Prozent der Bausumme über Eigenkapital zu erbringen, wie beispielsweise einen Bausparvertrag. Etwa 50 Prozent sollten über ein Bankdarlehen erfolgen, die restlichen 25 Prozent über ein Bauspardarlehen.
Die Befragten, die einen Immobilienkauf planen, gaben an, dass ihnen der Bausparvertrag als Finanzierungsquelle sogar wichtiger sei als ein Bankdarlehen: 62 Prozent möchten ihren Kauf über Eigenkapital finanzieren, 56 Prozent über den Bausparvertrag und 43 Prozent über das Bankdarlehen (Mehrfachnennungen waren möglich).
Bonus kassieren mit Bausparvertrag
Inzwischen besitzt jeder dritte junge Deutsche einen Bausparvertrag. Das liegt vermutlich daran, dass Staat und Bausparkassen junge Leute unter 25 Jahren neben der Förderung mit extra Boni belohnen.
Karsten Eiß erklärt die Vorteile des Bausparvertrages: "Es dient der Eigenkapitalbildung und macht es vor allem jungen Sparern und Familien mit Kindern leicht, zum regelmäßigen Sparen zu finden. Hinzu kommen staatliche Förderungen wie Wohn-Riester, vermögenswirksame Leistungen und die Wohnungsbauprämie, die mit einem Bausparvertrag genutzt werden können."
Gründe dafür, keine Immobilie zu kaufen
Auch wenn der Wunsch nach einer eigenen Immobilie in den letzten Jahren stetig gestiegen ist, haben sich 36 Prozent der Befragten gegen einen Kauf entschieden. Dabei sind die Gründe unterschiedlich (Mehrfachnennungen waren möglich):
68 Prozent gaben an, dass sie sich eine Immobilie nicht leisten können. 40 Prozent hielten die Immobilienpreise für zu hoch. "Weil ich mich nicht so lange festlegen möchte" wählten 29 Prozent der Befragten. Während 22 Prozent die Finanzierung zu kompliziert ist, haben zwölf Prozent laut Umfrage keine passende Immobilie gefunden. anro