Deutscher Nutzfahrzeugpreis 2016 Mercedes-Benz Vito ist der beste Handwerks-Transporter

Der Deutsche Nutzfahrzeugpreis 2016 geht an den Mercedes-Benz Vito (Kastenwagen bis 3 Tonnen) und an den Nissan e-NV200 (Stadtlieferwagen mit Elektroantrieb). Nun wurden bei der IAA Nutzfahrzeuge die Sieger gekürt. E-Mobile für das Handwerk interessant.

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    Alle zwei Jahre testen Handwerker Transporter auf ihre Praxistauglichkeit und küren das Nutzfahrzeug des Jahres.
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    Mercedes-Benz Vito erhält den Deutschen Nutzfahrzeugpreis 2016. Volker Mornhinweg, Leiter Mercedes-Benz Vans, vor dem Gewinnerfahrzeug.

Den Deutschen Nutzfahrzeugpreis 2016 hat in der Klasse der Transporter mit drei Tonnen Gesamtgewicht der Mercedes-Benz Vito gewonnen. Platz 2 belegt der Volkswagen T6, auf den dritten Rang kam der Citroen Jumpy.

Bei der Preisverleihung auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) Nutzfahrzeuge in Hannover betonte Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), die Bedeutung des Preises für die Hersteller. Beim Nutzfahrzeugpreis beurteilen Handwerksunternehmer die Fahrzeuge, und die wüssten genau, worauf es in der täglichen Praxis ankomme.

Nutzfahrzeugpreis:  Handwerker nehmen die Transporter unter die Lupe

Der Wettbewerb wurde zum 13. Mal von Holzmann Medien (Deutsche Handwerks Zeitung, handwerk magazin) veranstaltet. 1 5 Handwerkerund Handwerkerinnen aus unterschiedlichen Branchen testeten zwei Tage lang die Transporter ausführlich.

Neben den drei Siegerfahrzeugen nahmen am Nutzfahrzeugpreis 2016 noch der Ford Custom, Opel Vivaro, Peugeot Expertund Renault Trafic teil.

Transporter werden Stand-und Fahrprüfung unterzogen

Die Handwerksunternehmer, alle Leser der Holzmann-Wirtschaftstitel   "Deutsche Handwerks Zeitung" und "handwerk magazin", testeten in einer Stand-und in einer Fahrprüfung die Transporter. Zusätzlich zum Votum der Tester wurde von der Fachjury noch eine Wirtschaftlichkeitsberechnung der DEKRA für die einzelnen Fahrzeuge eingerechnet.

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    3. Platz: Der Citroën Jumpy spielte seine Stärken beim Fahrtest und im Preis-Leistungs-Verhältnis aus.
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    4. Platz: Der Ford Custom beeindruckte die Tester mit seinem schnittigen Design, aber beim Fahren störte der Abstand der Pedale.
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    Sieger bei den Stadtlieferwagen mit Elektroantrieb: Der Nissan e-NV200 profitiert von der Erfahrung des Herstellers bei den E-Autos und gewinnt sowohl Stand- als auch Fahrtest.
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    6. Platz: Der Opel Vivaro gefiel durch gute Sichtverhältnisse und seine Wendigkeit.
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    7. Platz: Der Peugeot Expert zeigte Stärken bei Verarbeitung und Qualität, hatte aber die höchsten Betriebskosten.
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    5. Platz: Der Renault Trafic lag bei den Betriebskosten gleichauf mit den beiden Siegern, fiel aber durch schwaches Kurvenverhalten und leichtes Wanken auf.
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    Sieger bei den Kastenwagen bis 3 Tonnen und Dieselantrieb: Der Mercedes-Benz Vito überzeugte mit Bestnoten beim Fahrtest und niedrigen Betriebskosten.
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    Nur knapp geschlagen: Der Volkswagen T6, dessen Urahn namensprägend für die Bulli-Klasse war, überzeugte mit seiner Fahrerkabine bei gleichhohen Betriebskosten wie der Sieger.
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    3. Platz: Der Peugeot Partner Electric lag nach dem Standtest noch an zweiter Stelle, wurde aber beim Fahrtest noch vom Renault überholt.
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    2. Platz: Der Renault Kangoo Z.E. lag in der Kategorie Design und Wartung sogar vor dem Nissan, fiel aber bei Fahrerkabine und Laderaum ab.

Verleger Alexander Holzmann überreichte zusammen mit VDA-Präsident Wissmann die Preise. Volker Mornhinweg, Leiter von Mercedes-Benz Vans, freute sich über Platz 1 des Mercedes Vito, weil "Handwerker entschieden haben, die sich jeden Tag zu 100 Prozent auf ihre Fahrzeuge verlassen müssen". Ramsis Moussa, Leiter Marketing Volkswagen Nutzfahrzeuge, bedankte sich für den zweiten Preis für den VW T6, Holger Böhme, Geschäftsführer von Citroen Deutschland, nahm die Ehrung für Platz 3 entgegen.

Nissan E-NV200 gewinnt Sonderpreis für Elektro-Transporter

2016 gibt beim Deutschen Nutzfahrzeugpreis zum ersten Mal auch einen Sonderpreis in der Kategorie Elektro-Stadtlieferwagen. Gewonnen hat der Nissan E-NV200. Die Konkurrenten in dieser Kategorie waren der Renault Kangoound der Peugeot Partner. Thomas Hausch, Managing Director vom Nissan Center Europe, war hoch erfreut über die Auszeichnungund nannte es mutig von Holzmann Medien, solch einen Sonderpreis auszuloben. "Sie sollten diesen Preis auch künftig vergeben", sagte Hausch, denn Deutschland sei bei der Elektromobilität noch ein Entwicklungsland.

Der Nissan e-NV200 gewann den Deutschen Nutzfahrzeugpreis in der Kategorie der Elektro Transporter. Den Preis nahmen Thomas Hausch (Geschäftsführer Nissan Center Europe), Daglef Seeck (Direktor Aftersales), Stefan Hoy (Direktor Corporate Salesund LCV) (v.l.n.r.) entgegen. - © Nissan

"E-Mobile eignen sich durchaus für das Handwerk"

Elektrisch Autofahren war auch ein Thema bei der Podiumsdiskussion im Rahmen der Preisverleihung, die von Steffen Range, Chefredakteur der Deutschen Handwerks Zeitung, moderiert wurde. VDA-Chef Wissmann sagte, E-Mobile eignen sich durchaus auch für das Handwerk, gleichzeitig werde der Dieselmotor noch lange erfolgreich am Markt sein. Einig waren sich die Diskussionsteilnehmer darüber, dass Fahrverbote für Dieselfahrzeuge oder die Einführung einer blauen Plakette die falsche Strategie sei. Der VDA werde sich in jedem Fall einsetzen, um Fahrverbote zu verhindern, so Wissmann.

Kastenwagen mit konventionellem Dieselantrieb

Ausgeschrieben war der Nutzfahrzeugpreis für klassische Dreitonner mit niedrigem Dach, kurzem Radstandund der Abgasnorm Euro VI, die für alle Neuzulassungen von September an verpflichtend vorgeschrieben ist.

Das sind die Ergebnisse beim Deutschen Nutzfahrzeugpreis 2016

1. Platz: Mercedes-Benz Vito

Stärken

Fahreigenschaften: leiseund kurz übersetzt. Dadurch empfanden die Handwerker beim Fahrtest den Vito als spritzig, trotz der Einstiegsmotorisierung von 88 PSund halber Nutzlast im Laderaum

Betriebskosten: 23 Cent/Kilometer

Schwächen

Innenraum: Platzverhältnisse, Durchstieg

Preis-/Leistungsverhältnis

2. Platz: Volkswagen T6

Stärken

Fahrerkabine, Laderaum, Designund Wartung

Betriebskosten: 23 Cent/Kilometer

Schwächen

Fahreigenschaften: Geräuschpegel, Elastizität, Stufung der Gänge

Preis-/Leistungsverhältnis

3. Platz: Citroën Jumpy

Stärken

Fahrverhalten/Motor

Preis-/Leistungsverhältnis

Schwächen

Fahrerkabine: Durchstieg, Beifahrer-Doppelsitzbank, Ablagen

Laderaum: Schiebetür, Ladungssicherung

4. Platz: Ford Custom

Stärken

Fahrerkabine: Design/Optik, aber Abstriche bei Bedienung der Armaturen

Fahreigenschaften: Leistungseindruck, Schaltung

Schwächen

Fahrerkabine: Heizungund Lüftung, Abstand der Pedale

Laderaum: Nutzlastund Beleuchtung

5. Platz: Renault Trafic

Stärken

Betriebskosten: 23 Cent/Kilometer

Fahrerkabine: Sichtverhältnisse, Ablagen

Fahreigenschaften: Lenkung, Wendigkeit, Rückwärtsfahren

Schwächen

Designund Wartung: Reserverad, Wagenheber

Fahreigenschaften: Elastizität, Kurvenverhalten, Wanken

6. Platz: Opel Vivaro

Stärken

Betriebskosten: 24 Cent/Kilometer, aber hoher Verbrauch

Fahrerkabine: Sichtverhältnisse, Ablagen

Schwächen

Laderaum: Innenverkleidung, Boden, Beleuchtung

Zugang zu Reserveradund Batterie

Platz 7. Peugeot Expert

Stärken

Verarbeitungund Qualität, Nutzlast, Zugang zu Batterieund Reserverad

Fahreigenschaften: Beschleunigung, Kurvenverhalten

Schwächen

Betriebskosten: 23 Cent/Kilometer (hohe Einstufung bei Versicherung, weil der Peugeot Expert entgegen der Ausschreibung mit einem 150 PS starken Motor ausgestattet war)

Fahreigenschaften: Schaltung/Getriebe

Stadtlieferwagen mit Elektroantrieb

Erstmals wurde der Deutsche Nutzfahrzeugpreis auch für einen Elektrotransporter vergeben. Schon vor vier Jahren waren Fahrzeuge mit dieser alternativen Antriebsform beim Testwochenende dabei. Damals allerdings noch außer Konkurrenz. Einige von den damaligen Modellen wurden inzwischen mangels Nachfrage wieder eingestellt, so dass nur drei Kandidaten sich für den Titel bewarben. Eine Wirtschaftlichkeitsberechnung konnte in dieser Kategorie aufgrund fehlender Erfahrungswerte nicht vorgenommen werden.

1. Platz: Nissan e-NV200

Nissan verkauft weltweit die meisten Elektroautos. Davon profitiert offenbar auch der e-NV200, der von den Handwerkern sowohl beim Stand- als auch beim Fahrtest das beste Gesamturteil bekam.

2. Platz: Renault Kangoo Z.E.

Der Renault Kangoo Z.E. überzeugte im Bereich Designund Wartungund beim Fahrtest.

3. Platz: Peugeot Partner Electric

Der Peugeot Partner Electric erhielt das beste Urteil für das Prozedere des Anlassens, fiel aber beim Fahrtest zurück.

Reinhold Mulatz/dhz