Weiterbildung in Halle Gestalter im Handwerk: Formen und Materialien neu wahrnehmen

Die Weiterbildung zum "Gestalter im Handwerk" bietet Handwerkern die Möglichkeit, Erfahrungen mit anderen Materialien zu sammeln und neue gestalterische Möglichkeiten zu erlernen.

Daniela Lorenz

Kompetenzgewinn: Steinmetz- und Steinbildhauermeisterin Ina Michalski aus ­Weimar würde die Weiterbildung zum "Gestalter im Handwerk" immer wieder machen. - © Michalski

Stein ist das Metier von Ina Michalski. Die Steinmetz- und Steinbildhauermeisterin ist seit 13 Jahren selbstständig. Dann kam die Zeit für etwas Neues. Die heute 44-Jährige entschied sich für die Weiterbildung im Kompetenzzentrum "Gestalter im Handwerk" in Halle (Saale).

Die Ausbildung gab ihr die Möglichkeit, Ton, Holz, Papier und Metall kennenzulernen. "Es war eine gute Möglichkeit, materialübergreifend zu arbeiten", sagt Ina Michalski. Als Gestalterin im Handwerk kann sie heute frei arbeiten und dabei andere Materialen einbeziehen. "Früher hatte ich eine Idee im Kopf und wusste nicht, wie ich sie meinem Kunden nahebringen soll."

Heute kann Ina Michalski ihre neuen Kompetenzen gut im Berufsalltag einsetzen und  individuell auf die Wünsche ihrer Kunden eingehen. Damit setzt sie sich von ihren Wettbewerbern ab. Die Weiterbildung habe zwar viel Zeit und Energie gekostet, aber "ich würde es immer wieder machen", sagt Ina Michalski.

Gefühl für interessante Formen

Dass sie heute so frei gestalterisch arbeiten kann, verdankt sie den Dozenten im Kompetenzzentrum in Halle. Keramikerin Renée Reichenbach lehrt plastisches Gestalten. Ausgangspunkt dafür ist das Material Ton. "Die meisten haben Ton noch nie in der Hand gehabt ", sagt sie. Ihr Ziel ist es, den Teilnehmern ein Gefühl für interessante und gut proportionierte Formen zu geben. Am Ende soll ein Handwerker das Material, das er üblicher Weise in seinem Berufsalltag bearbeitet, umfassender wahrnehmen können.

Die Teilnehmer der Weiterbildung zum "Gestalter im Handwerk" kommen aus verschiedenen Gewerken: etwa Tischler, Goldschmiede und Metallbauer. So können sich die Teilnehmer auch untereinander neue Impulse geben. "Nach einer Weile ergibt sich in der Gruppe immer eine gute Dynamik", weiß Renée Reichenbach. Alle Dozenten für Gestaltung sind Absolventen der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle. Neben Renée Reichenbach auch Claudia Baugut.

Historische Techniken

Die Goldschmiedin und Schmuckgestalterin vermittelt Grundlagen der Gestaltung als Teil der Weiterbildung. Die Teilnehmer sammeln Erfahrungen mit verschiedenen Materialien. "Jeder nimmt Dinge anders wahr", sagt Claudia Baugut. "Die Teilnehmer sollen eine individuelle Formsprache entwickeln." Aber auch historische Technike n werden ausprobiert wie das Schmieden in einer alten Schmiede im Bildungs- und Technologiezentrum der Handwerkskammer Halle.

Die Fortbildung zum "Gestalter im Handwerk" dauert berufsbegleitend zweieinhalb Jahre. Die nächste Fortbildung startet in Halle am 28. Mai 2016. Informationen unter kgh-halle.de .

Gestalter im Handwerk

Akademien für Gestaltung im Handwerk oder Bildungseinrichtungen der Handwerkskammern bieten die Weiterbildung zum "Gestalter im Handwerk" an 16 Standorten in Deutschland an. Unter anderem auch in Kassel, Chemnitz, Dresden, Erfurt, Stuttgart, Ulm, Suhl und München. Informationen zur Weiterbildung "Gestalter im Handwerk" unter gestalter-im-handwerk.de .