Erstmals seit zwei Jahren sind die Deutschen wieder etwas glücklicher geworden. Wie der Glücksatlas 2015 zeigt, können Glück und Unzufriedenheit ganz nah beieinanderliegen.

In Schleswig-Holstein leben die glücklichsten Deutschen. Das ist das Ergebnis des Glücksatlas 2015 der Deutschen Post, der die Zufriedenheit in einzelnen Regionen untersucht hat. Dabei liegen Glück und Unzufriedenheit ganz nah beieinander: Während Schleswig-Holstein mit 7,35 von 10 Punkten auf der Glücksskala erneut Spitzenreiter im Regionen-Ranking ist, belegt das Nachbar-Bundesland Mecklenburg-Vorpommern mit 6,67 Punkten den letzten Platz.
Ost und West nähern sich an
Bei der Studie wurde gefragt, wie zufrieden die Menschen mit ihrem Leben und einzelnen Lebensbereichen wie Wohnung und Freizeit, Arbeit, Gesundheit und Haushaltseinkommen sind. Dabei hat sich gezeigt, dass sich West- und Ostdeutschland im Glücksempfinden weiter angenähert haben. Der Abstand liegt bei 0,15 Punkten. "So gering war der Unterscheid noch nie seit der Wiedervereinigung", lautet das Fazit der Studie zur Lebenszufriedenheit.
Arbeitszufriedenheit und Digitalisierung
Neben der Lebenszufriedenheit in den einzelnen Regionen hat sich der Glücksatlas 2015 einem weiteren Thema zugewandt: Wie zufrieden sind die Menschen mit ihrer Arbeit und welche Auswirkungen hat die Digitalisierung auf den Beruf? Die Hälfte der Befragten gab an, dass sich ihr Berufsalltag eher erleichtert hat, für zehn Prozent hingegen habe er sich verschlechtert.
- Bedeutung im Berufsalltag
- Kaum zu glauben, aber für acht Prozent der Befragten spielt Digitalisierung im Berufsleben überhaupt keine Rolle. Jeder Dritte hingegen räumt der digitalen Technik eine sehr große Bedeutung ein.
- Kommunikation
- 77 Prozent der Männer meinen, dass die Digitalisierung die Kommunikation mit Kunden und Kollegen erleichtert hat. Dem stimmen nur 64 Prozent der Frauen zu.
- Produktivität
- Nur etwas mehr als die Hälfte der Befragten glaubt, dass sie dank Digitalisierung in ihrer Arbeit produktiver geworden sind.
- Stress
- 39 Prozent der Befragten meinen, ihre Zeit durch Digitalisierung besser einteilen zu können – die Mehrheit mit 60 Prozent empfindet das nicht so. Knapp die Hälfte sagt sogar, dass ihre Arbeit durch digitale Technik stressiger geworden ist.
- Generationenunterschied
- Mit 65 Prozent macht es der Mehrheit der Generation Y – Jahrgänge 1977 bis 1998 – Freude, dass sich die digitale Technik ständig weiterentwickelt. Nur 53 Prozent der Vorgängergenerationen – Jahrgänge 1946 bis 1976 – stimmen dem zu.
Die Studie
Die Daten für den Glücksatlas 2015 stammen aus dem Sozio-oekonomischen Panel (SOEP) und einer Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach. Bereits zum fünften Mal legte die Deutsche Post den Glückatlas vor, der eigenen Angaben zufolge die aktuellste regelmäßige Studie zur Lebenszufriedenheit der Deutschen ist. sd