Finanzierung: Leasing kann sich auch für Maschinen lohnen Leasing: Innovativ, flexibel und steuergünstig

Nicht nur der Fuhrpark kann geleast werden, sondern auch Maschinen. Denn das kann sich rechnen. Die DHZ erklärt wie.

Sabine Hildebrandt-Woeckel

Leasing rechnet sich nicht nur bei großen Summen, allerdings sollte der Anschaffungswert von 5.000 Euro nicht unterschritten werden, ein Preis, zu dem CNC-Fräsmaschinen eh nicht zu haben sind. - © Andrey Armyagov/Fotolia.com

Horst Fittler, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Leasing-Unternehmen, will die Lage nicht beschönigen. Nimmt man das Fahrzeugleasing aus, gibt es vor allem bei kleineren Handwerksbetrieben nach wie vor Vorbehalte gegen Leasing. "Seit einigen Jahren", beobachtet er jedoch, "löst sich diese Skepsis immer mehr auf."
Eine Einschätzung, mit der Fittler keineswegs alleine ist.

Auch Omid Manavi, Betreiber der Homepage finanzhandwerk.de und Finanzierungsexperte für das Handwerk, sieht Bewegung im Markt. Gerade im Bereich Maschinenleasing steigt das Interesse – allgemein und auch speziell im Handwerk. Wurden nach Informationen des Bundesverbands Deutscher Leasing-Unternehmen im Jahr 2013 Maschinen im Wert von rund 5,3 Milliarden Euro verleast, waren es im vergangenen Jahr schon sechs Milliarden.

Handwerksmeister immer noch unter den Ausnahmen

Dennoch: Handwerksmeister wie Kai Laumann aus dem hessischen Wettenberg gehören nach wie vor zu den Ausnahmen. Während viele Betriebsinhaber sich vor allem auf ihr Handwerk und das Tagesgeschäft konzentrieren, setzte sich Laumann von Anfang an selbst intensiv mit allen betriebswirtschaftlichen Aspekten und Finanzierungsfragen auseinander.

Der gelernte Zimmerer, der sich bereits mit 25 Jahren und einem kleinen Betrieb selbstständig machte, führt inzwischen fast 70 Mitarbeiter und erwirtschaftet einen jährlichen Umsatz von rund 10 Millionen Euro. Eine Entwicklung, die er sich neben solidem Können auch damit erklärt, dass sein Finanzierungskonzept stimmt. Und Leasing spielt dabei eine wesentliche Rolle. Auch eine seiner teuersten Anschaffungen, ein mobiler, 48 Tonnen schwerer und 400.000 Euro teurer Baustellenkran, finanziert er übers Leasing.

Geleaste Objekte belasten nicht die Bilanz

Wobei so große Summen keineswegs zwingend sind, damit sich Leasing rechnet, wie Matthias Schubert, Bankbetreuer bei der VR Leasing Gruppe, betont. Ab 20.000 Euro steigen viele Leasinggesellschaften ein, es gibt aber auch Anbieter, die noch daruntergehen. Wer Anbieter sucht, empfehlen Experten, findet diese in der Regel am einfachsten, wenn er direkt beim Hersteller nachfragt. Unter 5.000 Euro Anschaffungswert lohnt Leasing in der Regel nicht, weil die Zinsbelastung zu hoch wird.

Ansonsten gilt: Die Zinsen beim Leasing liegen zwar in der Regel auch bei größeren Summe – mitunter deutlich – über denen von Annuitätendarlehen, dennoch kann Leasing unter dem Strich günstiger sein. Weil geleaste Objekte bis zum Schluss der Leasinggesellschaft gehören, belasten sie nicht die Bilanz und wirken sich positiv auf das Rating aus. Das kann besonders dann entscheidende Pluspunkte bringen, wenn gleichzeitig weitere Kredite benötigt werden. Hinzu kommen steuerliche Vorteile.

Jeder Fall muss exakt kalkuliert werden

Vergleicht man beispielsweise für eine Maschine im Wert von 50.000 Euro die Darlehensfinanzierung und das Leasing, rechnet Fachmann Manavi vor, können die steuerlichen Vorteile bei gleichbleibender Laufzeit von 60 Monaten und gleicher Zinshöhe schnell mehrere Tausend Euro ausmachen. Da sie im Einzelfall aber sehr unterschiedlich ausfallen können, muss jeder Fall exakt kalkuliert werden – auch weil Leasing keineswegs gleich Leasing ist.

Schon vom Grundsatz her, erläutert Schubert, werden zwei Vertragsarten unterschieden, die sich in vielen Detailfragen an die individuelle Betriebssituation anpassen lassen – und unterschiedliche Kosten verursachen. Optionsverträge beispielsweise ermöglichen dem Kunden am Ende der Vertragslaufzeit zu entscheiden, ob er das Objekt übernehmen will oder nicht. Dies kann beispielsweise sinnvoll sein, wenn jemand schnell auf Innovationen reagieren will.

Vertrag soll dem Werteverlauf des Objekts entsprechen

Häufiger – gerade auch im Handwerk – werden aber Restwertverträge abgeschlossen. Hier ist es wichtig, dass der Vertrag so gestaltet ist, dass er dem Werteverlauf des Objekts entspricht. "Werden hier Fehler gemacht, kann dies teuer werden", weiß Schubert und empfiehlt, immer Anbieter zu suchen, die sich nicht nur mit Leasing auskennen, sondern auch mit den besonderen Anforderungen des Handwerks.

Laumann ist sich sicher, auch dieses Mal das optimale Finanzierungsmodell gefunden zu haben. Noch vier Jahre läuft der Vertrag. Dann bleiben eine kleine Restzahlung und ein Hightech-Kran, der noch Jahre die Arbeit erleichtert.

  • Der größte Vorteil von Leasing ist, dass die Investition die Bilanz nicht belastet. Dennoch ist es wichtig, dass auch diese Finanzierungsform gut in das Gesamtfinanzierungskonzept eines Unternehmens passt. Neben Leasingexperten und Banken sollte daher immer auch der Steuerberater Ansprechpartner sein.
  • Entscheidend ist, den richtigen Leasingpartner zu finden. Einen Überblick, welche Anbieter sich mit Handwerk und Maschinen auskennen, gibt es auf der Internetseite des Bundes http://bdl.leasingverband.de/mitglieder/wer-verleast-was .
  • Spezialisierte Anbieter sind besser als Allrounder – besonders wenn die Maschine übernommen werden soll. Sie können Wert und Abnutzung der geleasten Maschine besser einschätzen und damit den Vertrag so zuschneiden, dass er den Werteverlauf widerspiegelt.
  • Geht es darum, immer die neueste Maschine im Betrieb zu haben? Oder geht es um Liquidität oder steuer- bzw. bilanztechnische Gründe. Auch dieser Aspekt hat entscheidenden Einfluss auf die Vertragsgestaltung.
  • Leasing ist oft einfacher zu bekommen als ein Kredit. Viele Leasingbanken haben automatisierte Verfahren. Aber auch eine Leasinganfrage muss gut vorbereitet sein.
  • Experten raten immer, mehrere Angebote einzuholen. Dabei sollte immer auch die Frage geklärt werden, was bei Liquiditätsengpässen passiert. Flexible Verträge erlauben, im Ernstfall Leasingraten auszusetzen.