Transporter von Mercedes feiert 20-jähriges Jubiläum Der Sprinter als Dauerläufer

Wer vom Sprinter spricht, könnte auch einen Fiat Ducato oder Ford Transit meinen. Sprinter – das Wort steht für Transporter ganz allgemein, ist zum Synonym geworden für das klassische Handwerkerfahrzeug wie Tempo für das Papiertaschentuch.

Ulrich Steudel

  • Bild 1 von 2
    © Foto: Daimler
    Von links: Mercedes-Benz Sprinter der aktuellen Generation ab Baujahr 2013, Sprinter der zweiten Generation (2006-2013) sowie zwei Sprinter ersten Generation (1995-2006).
  • Bild 2 von 2
    © Foto: Daimler
    Mit Daimler-Chef Zetsche auf der Bühne: Der Sprinter von Schreinermeister Michael Wirth.

Aber als Original gibt es nur einen Sprinter. Und der stammt von Mercedes-Benz. Vor 20 Jahren wurde er erstmals gebaut. In Düsseldorf, wo der Sprinter 1995 seine Premiere erlebte, hat Mercedes-Benz das Jubiläum mit einer großen Party gefeiert.

Daimler-Konzernchef Dieter Zetsche war da und auch Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft sparte nicht mit Lob. Schließlich bietet das Transporterwerk den rund 6.500 Beschäftigten so viel Arbeit, dass sogar Sonderschichten gefahren werden müssen. 725 Sprinter pro Tag verlassen gegenwärtig den Produktionsstandort am Rhein.

Ein anderer Gast auf der Geburtstagsparty stammte aus Neuburg an der Kammel. Dort hat die Schreinerei von Michael Wirth ihren Sitz, im Fuhrpark ein Sprinter der ersten Generation, Baujahr 1998. Dieses Fahrzeug, ein Kastenwagen mit 122 PS, mittlerem Radstand und Hochdach, wollte Mercedes-Benz unbedingt in Düsseldorf präsentieren, als Beispiel für die Zuverlässigkeit des Sprinters. „Ich habe in all den Jahren keine Probleme gehabt, nur die Zylinderkopfdichtung musste einmal getauscht werden“, bestätigt Wirth, der vor allem den Fahrkomfort der 3,5-Tonner von Mercedes-Benz schätzt.

Weniger zufrieden war der Schreinermeister mit der hohen Ladekante. Also tüftelte er an einer ausziehbaren Trittstufe, die trotz Anhängerkupplung an das Heck des Transporters montiert werden kann. Das Ergebnis heißt Safety-Step. Nicht nur die Berufsgenossenschaft war begeistert.

Auszeichnungen für Safety-Step

Wirth wurde für seine patentrechtlich geschützte Erfindung auf der Internationalen Handwerksmesse mit dem Bundespreis und später mit dem Deutschen Arbeitsschutzpreis ausgezeichnet.

„Im Prinzip ist der Sprinter daran schuld, dass ich ein zweites Unternehmen gegründet habe“, sagt Michael Wirth, dessen Safety-Step inzwischen für alle namhaften Transportermarken erhältlich ist. Gebaut wird die Trittstufe bei der Metallbaufirma Hartmann in Thannhausen. Eine Erfolgsgeschichte im Handwerk, die eng mit der Erfolgsgeschichte des Sprinters verknüpft ist.

© Foto: privat

Schon im ersten vollständigen Produktionsjahr 1996 wurden in Düsseldorf rund 100.000 Sprinter gebaut. Bis heute sind mehr als 2,9 Millionen Exemplare in über 130 Länder verkauft worden. Neben Düsseldorf wird der Sprinter im brandenburgischen Ludwigsfelde, in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires, in Charleston im US-Bundesstaat South Carolina, im russischen Nischni Nowgorod und im chinesischen Fuzhou montiert. Exakt 186.114 waren es vergangenes Jahr in den sechs Mercedes-Werken.

Immer wieder setzte Mercedes-Benz mit dem Sprinter auch technische Maßstäbe. 1995 erregte er mit dem stärksten Dieselmotor seiner Klasse Aufsehen. 2002 wurde erstmals in einem Transporter das elektronische Stabilitätsprogramm ESP serienmäßig angeboten, 2013 folgte der Seitenwind-Assistent. Man darf also gespannt sein, was die nächste Sprinter-Generation bringt, die wohl vom Herbst des kommenden Jahres an die Erfolgsgeschichte des Mercedes-Benz-Sprinters fortführen soll.