Es gibt immer mehr Staus. Das ist nicht nur die subjektive Einschätzung vieler Menschen in Deutschland. Einer Studie zufolge ist der Straßenverkehr 2014 tatsächlich in 77 Prozent der deutschen Städte angestiegen – und damit auch die Zeit, die Autofahrer im Stau verbringen.
Wie das Verkehrsforschungsunternehmen Inrix im "Traffic Scorecard Report 2014" herausgefunden hat, ist der Verkehr in Deutschland 2014 weiter angestiegen und mit ihm auch die Dauer, die jeder Autofahrer durchschnittlich im Stau stand. Ganze 39 Stunden haben Fahrzeugführer durchschnittlich in Deutschland im Jahr 2014 insgesamt in solchen Situationen verbracht.
Deutschland europaweit auf Platz drei
Betrachtet man die ausgewerteten Länder in Europa liegt Deutschland auf Platz drei. Voller waren die Straßen nur in den Niederlanden und Belgien. Die Zeit, die Fahrer in Belgien im letzten Jahr im Stau verbracht haben liegt bei 51 Stunden. Das ist immer noch wenig im Vergleich zu Köln, der deutschen Stau-Hauptstadt des Jahres 2014: 65 Stunden stand man hier durchschnittlich im Stau. Löst Stuttgart damit ab…
Von 22 untersuchten Städten verzeichneten 17 2014 ein gestiegenes Verkehrsaufkommen. 2013 war das nur in acht Ballungsräumen der Fall. Den größten Anstieg an hohem Verkehr gab es in Magdeburg (50 Prozent) und Karlsruhe (21 Prozent). Insgesamt standen Autofahrer dort zehn Stunden länger im Stau als im Vorjahr.
Die zehn staureichsten Ballungsräume 2014:
| Platz | Ballungsraum | Verschwendete Stunden in 2014 | Unterschied zu 2013 (in Stunden) |
| 1 | Köln | 65 | +9 |
| 2 | Stuttgart | 64 | +4 |
| 3 | Karlsruhe | 63 | +10 |
| 4 | Düsseldorf | 53 | +4 |
| 5 | Hamburg | 48 | +0 |
| 6 | München | 48 | +4 |
| 7 | Bonn | 42 | +4 |
| 8 | Ruhrgebiet | 42 | +2 |
| 9 | Nürnberg | 38 | +6 |
| 10 | Freiburg im Breisgau | 37 | +5 |
Quelle: Inrix Traffic Scorecard Report 2014
Als Ursache für die gestiegene Stauzeit führt Inrix die starke deutsche Wirtschaft an . Neben einem Wachstum von 1,6 Prozent in 2014 konnten sich auch die Anzahl der Beschäftigten und der Haushaltskonsum verbessern. Die Kombination dieser Tatsachen mit der bundesweit großen Anzahl an Bauprojekten haben nach Auffassung von Inrix einen "signifikanten Einfluss auf das Verkehrsaufkommen". dhz
