Klimaschonendes Bauen Hoho Wien: Das erste Hochhaus in Holzbauweise

Mit den neuen Wolkenkratzern in China und auf der arabischen Halbinsel kann das 24-stöckige Gebäude, das ab Herbst in Wien entstehen soll, nicht mithalten. Rekordverdächtig ist es trotzdem. Noch nie wurde mit Holz ein Hochhaus von 84 Metern Höhe gebaut.

Die Fassadentextur des HoHo Wien soll an Baumrinde erinnern. - © Kerbler Holding

Bis auf aus steifende Betonkerne, an denen die Holzbaukonstruktion angedockt wird, und eine dünne ­Betonschicht in den Massivholzdecken setzen die Planer vom Architekturbüro Rüdiger Lainer und Partner ausschließlich auf den nachwachsenden Baustoff Holz. Der Holzanteil im HoHo Wien genannten Holzhochhaus liegt nach Lainers Angaben bei rund 75 Prozent ab Erdgeschoss.

Mit dem HoHo Wien, das für rund 60 Millionen Euro an der U-Bahn-Station Seestadt gebaut werden soll, wollen die Planer ein Zeichen für ressourcenschonendes und nachhaltiges Bauen setzen und einen Beitrag zum Klimaschutz lei sten. Denn ein Kubikmeter verbautes Holz entla ste die Atmosphäre um ein bis zwei Tonnen des schädlichen Treibhausgases Kohlendioxid (CO2).

Die Holzbauweise beim HoHo Wien spare im Vergleich zu einem Bau in Stahlbeton rund 2.800 Tonnen CO2-Äquivalente. Das entspreche rund 20 Millionen Pkw-Kilometer. „Damit könnte man 1.300 Jahre lang pro Tag 40 Kilometer Auto fahren“, rechnete Architekt Lainer bei der Vor stellung des Projektes vor. Zudem würden 300.000 Megawattstunden Energie eingespart.

Holz hat aber noch weitere Vorteile: Es ist leicht zu verarbeiten und hat eine enorme Tragkraft bei geringem Eigengewicht. So könne ein Würfel aus Tannenholz mit einer Kantenlänge von vier Zentimetern vier Tonnen tragen. Auch das Raumklima profitiert von der Holzbauweise, da es Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben kann.

Das sollen die Nutzer des Gebäudes spüren, in dem auf einer Nutzfläche von 19.500 Quadratmeter Apartments, Büros, ein Hotel sowie Wellness- und Gesundheitsbereiche geplant sind. Das Brandschutzkonzept mit einer automatischen Löschanlage erlaubt es, dass keine Verkleidungen mit anderen Materialien nötig sind und das Holz damit ein wesentlicher Teil der Innenraumatmosphäre bleibt. ste