Zwischenbericht der Initiative Erdgasmobilität Mangelhafte Preistransparenz an den Tankstellen

Trotz aller Fortschritte: Der Absatz von Erdgasfahrzeugen stagniert. Und das liegt nicht nur am niedrigen Ölpreis, wie dem dritten Zwischenbericht der Initiative Erdgasmobilität zu entnehmen ist.

Ulrich Steudel

Nach dem A3 Sportback g-tron will Audi mit dem A4 Avant ein zweites Modell mit Erdgasantrieb anbieten. - © Foto: Audi

Hauptkritikpunkt der Befürworter von Erdgas als Kraftstoff ist die verwirrende Preisauszeichnung an den Tankstellen. Denn nach dem deutschen Eichgesetz werden die Preise für Erdgas in Kilogramm angegeben, die für Benzin oder Diesel dagegen in Litern. Wirklich vergleichbar ist das nicht.

Erdgas mit Diesel und Benzin nur über Energiegehalt vergleichbar

Die Initiative Erdgasmobilität, ein Verbund von Interessenvertretern aus Automobilindustrie und Energiewirtschaft unter dem Dach der Deutschen Energie-Agentur (dena), fordert deshalb eine einheitliche Preisauszeichnung, die sich am Energiegehalt des Kraftstoffs orientiert. Denn in einem Kilogramm Erdgas oder Biomethan stecken rund 13 Kilowattstunden, ein Liter Diesel kommt auf knapp 10 kWh, ein Liter Superbenzin nur auf etwa 8,8 kWh. Das bedeutet: In einem Kilogramm Erdgas steckt genausoviel Energie wie in 1,31 Liter Diesel oder 1,47 Liter Benzin.

Ermäßigung bei der Energiesteuer soll über das Jahr 2018 hinaus festgeschrieben werden

Außerdem fordern die Erdgas-Befürworter einen Gesetzesbeschluss, der die Ermäßigung bei der Energiesteuer für Erdgas als Kraftstoff über das Jahr 2018 hinaus festschreibt. Inzwischen hat der Bundestag einen entsprechenden Beschluss gefasst und die Regierung mit der Erarbeitung eines Gesetzentwurfs beauftragt. Der Lobby-Verein "Zukunft Erdgas" spricht sich für eine Verlängerung bis 2016 aus.

Aktuell liegt die Energiesteuer für ein Kilogramm Erdgas bei 18,3 Cent. Demgegenüber fallen für einen Liter Diesel 47 Cent und für einen Liter Benzin 65,5 Cent an.

Positiv: Automobilindustrie hat ihr Modellangebot erhöht - Tankstellennetz auf 900 gewachsen

Trotz aller Kritik listet der neue Zwischenbericht der Initiative Erdgasmobilität auch die Fortschritte beim Ausbau des alternativen Kraftstoffes auf: So hat sich das Modellangebot der Automobilindustrie seit Gründung der Initiative im Jahr 2011 auf 40 Modelle verdoppelt. Weitere Modelle wie der Audi A4 Avant g-tron kommen demnächst in den Handel. Auch das Tankstellennetz wurde ausgebaut – auf bundesweit rund 900. Der Anteil von Biomethan, das die gleichen Eigenschaften wie fossiles Erdgas aufweist, hat sich seit 2011 verfünffacht und liegt gegenwärtig bei 23 Prozent.

„Erdgasfahrzeuge sind ein wichtiger Pfeiler für die Energiewende im Straßenverkehr, da sie einen signifikanten Beitrag zur CO2-Einsparung leisten können. Zudem sind sie sowohl im Pkw- als auch im Nutzfahrzeugbereich verfügbar“, erklärt Timm Kehler, Geschäftsführer von „Erdgas Mobil“, einer Initiative der Energiewirtschaft. Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium Norbert Barthle, der den Zwischenbericht entgegennahm, bezeichnete Erdgas und Bio-Erdgas als „unverzichtbaren Beitrag zum Klimaschutz auf deutschen Straßen.“