Wer nicht genau hinschaut, wird es gar nicht bemerkt haben: Seit Ende Juni steht der neue VW Transporter bei den Händlern. Optisch ist er sich treu geblieben. Vor allem die inneren Werte wurden für den Generationswechsel verbessert. Kurzum: Der T6 fährt weiterhin in der ersten Liga, was auch erste Testfahrten vermuten lassen.
Ulrich Steudel
Mit halber Nutzlast im Gepäck schnurrt der Kastenwagen davon. Die 102 PS des neu entwickelten TDI-Motors, den es auch in den Leistungsstufen mit 84, 150 sowie 204 PS gibt, entwickeln genug Kraft, um die meisten Transportaufgaben im Handwerk zu meistern. Allerdings muss der Fahrer bei dieser Motorisierung auf den sechsten Gang verzichten, der den kräftigeren Motoren vorenthalten bleibt. Das Start-Stopp-System ist serienmäßig an Bord und trägt zusammen mit der Ad-Blue-Abgasreinigung und rollwiderstandsoptimierten Reifen dazu bei, die Euro 6-Abgasnorm zu erfüllen.
Richtig gelohnt haben sich offenkundig die Modifizierungen am Fahrwerk, das mit Insassen und Ladung nun noch schonender umgeht. Der Hilfsrahmen für die Querlenker und die Stabilisatoren an den Achsen wirken einem Aufschaukeln des Transporters wirksam entgegen. Selbst ruckartige Lenkbewegungen nimmt der Kastenwagen seinem Fahrer nicht übel. Fahrbahnunebenheiten werden rückenschonend gedämpft.
Angesichts der guten Straßenlage stört es auch nicht, dass die adaptive Fahrwerksregelung DCC, die für die Modi „komfortabel“, „normal“ oder „sportlich“ die Dämpfung elektrisch an den jeweiligen Fahrstil anpasst, nur für den Kombi und in Kombination mit der Müdigkeitserkennung lieferbar ist. Das Geld für den Aufpreis von 1.425 Euro netto kann man besser anlegen. Eine beheizbare Frontscheibe ist zum Beispiel schon für 200 Euro zu haben.
Große Vielfalt erfordert gute Beratung
Der Kauf eines Transporters ist in den vergangenen Jahren keineswegs einfacher geworden. Auch beim T6 ist die Vielfalt des Angebots mit all seinen Sonderausstattungen schier unüberschaubar. Zwei Radstände, drei Dachhöhen, vier Diesel- und zwei Benzinmotoren, Front- oder Allradantrieb, Nutzlasten von 502 bis 1.224 Kilogramm, 17 Außenfarben, dazu diverse Assistenzsysteme – die Kombinationsmöglichkeiten sind gewaltig. Außerdem lässt sich der Transporter mit vielen Ausstattungsmerkmalen aus dem Multivan aufrüsten, wie die Experten aus der VW-Nutzfahrzeug-Zentrale in Hannover versichern.
So soll es die auffällige Zweifarblackierung des Sondermodells „Generation Six“ auch für den Kastenwagen geben. Sogar die für den Multivan Trendline vorgesehene Instrumententafel mit breiterer Mittelkonsole könne man auch für das Nutzfahrzeug bekommen. Allerdings muss dafür auf die Doppelsitzbank verzichtet werden, weil nur Platz für einen einzelnen Beifahrsitz bleibt.
Ausstattungsbereinigt soll der T6 laut VW gegenüber seinem Vorgänger etwas günstiger geworden sein. Die Preisliste beim Transporter beginnt bei 23.035 Euro netto für ein Fahrzeug mit Normaldach, kurzem Radstand und mit 84 PS starkem Dieselmotor. Am oberen Ende der Skala der Kastenwagen steht ein allradgetriebenes Mittelhochdach mit Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe für 35.550 Euro plus Mehrwertsteuer.
