Reißende Reifen Reifenpanne: Warnsignale werden nicht erkannt

Eine Fahrzeugpanne ist immer ärgerlich, besonders wenn man mitten im Nirgendwo ist. Gefährlich wird es aber, wenn während der Fahrt ein Reifen platzt. Wie man die ersten Anzeichen erkennt.

Der Reifenluftdruck sollte regelmäßig kontrolliert werden. - © Foto: industrieblick/Fotolia

Wenn das Auto plötzlich bei der Fahrt ruckelt oder etwas mit der Lenkung nicht mehr stimmt, kann es sein, dass ein Reifen kurz davor ist zu platzen. Viele Fahrer wissen aber nichts mit diesen frühen Anzeichen anzufangen. In einer Umfrage des Marktforschungsinstituts Aproxima gaben fast zwei Drittel (65 Prozent) an, die Gefahr einer Reifenpanne kaum oder gar nicht einschätzen zu können .

Anzeichen werden übersehen

In etwa jeder Fünfte (21 Prozent) deutet sogar das für Reifenschäden typische Rütteln oder Vibrieren des Fahrzeugs nicht direkt als Zeichen für einen bevorstehenden Reifenschaden. Für die repräsentative Umfrage wurden Ende Mai knapp 1.000 Autofahrer befragt.

Schwammige Lenkung oder veränderte Fahrtgeräusche deuten jeweils 24 Prozent nicht als ein Signal. Allerdings ist es wichtig, einen womöglich bevorstehenden Reifendefekt rechtzeitig zu erkennen. Bei höheren Geschwindigkeiten, etwa auf der Autobahn, steigt die Gefahr eines solchen Ereignisses rasch.

Reifendruck kontollieren

Um solche Situationen zu vermeiden, rät die Prüforganisation Dekra zu Reifendruck-Kontrollsystemen. Durch diese erhält man als Fahrer automatisch ein Signal, wenn der Reifendruck nachlässt. Dafür gibt es direkte und indirekte Messmethoden: Entweder über Sensoren an den Reifen oder über Sensoren des Antiblockiersystems ABS und des Schleuderschutzes ESP. Die Dekra weist darauf hin, dass sich ein Reifenluftdruckverlust nur schleichend bemerkbar macht.

Seit November 2014 sind alle Hersteller verpflichtet, Neuwagen mit der Technik auszustatten. Ältere Fahrzeuge können nachgerüstet werden – die Preise hierfür beginnen in der Regel ab 100 Euro. Ohne das System sollte man selbst regelmäßig den Reifendruck kontrollieren und gegebenenfalls anpassen.

Die Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ) rät außerdem zu weiteren Vorsorgemaßnahmen. So würden viele Autowerkstätten so genannte Fahrzeug-Kurzchecks zu niedrigen Preisen anbieten. In jedem Falle sollten Reifen eine Profiltiefe von mindestens drei Millimetern aufweisen und der Luftdruck bei schweren Ladungen erhöht werden. Ist man unterwegs, sollte man alles dabei haben, um das Ersatzrad anbringen zu können. dpa/tmn/jr