Frauenrallye durch die Wüste von Marokko Goldschmiede- und SHK-Meisterin starten bei Aïcha des Gazelles

Eine Goldschmiedemeisterin und eine Sanitär- und Heizungsbaumeisterin vertreten dieses Jahr das deutsche Handwerk bei der Frauenrallye Aïcha des Gazelles. In einem Mercedes-Benz Vito werden sie im März in der Wüste von Marokko das Rennen aufnehmen.

Ulrich Steudel

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    Goldschmiedemeisterin Viola Hermann (links) und SHK-Meisterin Vanessa Wagner starten bei der Frauenrallye Aïcha des Gazelles 2015.
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    Elf Handwerkerinnen der verschiedensten Gewerke waren der Einladung der Deutschen Handwerks Zeitung zum Rallye-Training gefolgt.

Goldschmiedemeisterin Viola Hermann aus Stuttgart hat sich bei einem Auswahltraining am 24. Januar in Bad Wörishofen unter elf Handwerkerinnen aus ganz Deutschland als Fahrerin qualifiziert. Die Sanitär- und Heizungsbaumeisterin Vanessa Wagner aus Hattersheim im Rhein-Main-Gebiet wird als Beifahrerin die Navigation durch die Sahara übernehmen.

Als Ersatzfahrerin wurde die angehende Kfz-Mechatronikerin Judith Ehrmann aus Bad Wurzach nominiert, die im Autohaus Biberach lernt und sich dabei auf Nutzfahrzeugtechnik spezialisiert hat.

Zwei Meisterinnen vor ihrer Rallye-Premiere

„Ich bin total perplex, dass ich ausgewählt worden bin. Es waren so viele starke Frauen bei diesem Training dabei, dass ich nie damit gerechnet hätte“, sagte Viola Hermann, die 1997 ihr Schmuck-Atelier gegründet hat.

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    Fahrtraining für die Frauenrallye Aïcha des Gazelles 2015 in der Kiesgrube Dachser in Germaringen.
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    Blindes Vertrauen in die Beifahrerin war gefragt beim Slalom mit verbundenen Augen.
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    Eine gute Orientierung mit Karte und Kompass ist bei der Aïcha des Gazelles unbedingt notwendig.
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    Diese elf Handwerkerinnen waren zum Auswahltraining eingeladen.
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    Höhepunkt des Trainings war der Offroad-Parcours in der Kiesgrube Dachser in Germaringen bei Kaufbeuren.
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    Mit dem Allrad-Antrieb des Rallye-Sprinters aus dem Vorjahr waren die Manöver für die Frauen kein Problem.
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    Bei der Station Technik mussten die Handwerkerinnen Durchblick im Motorraum unter Beweis stellen und ein Hinterrad wechseln.
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    Mit Karte und Kompass mussten die Teilnehmerinnen fünf Checkpoints rund um Bad Wörishofen finden. Hier im Bild: Orthopädietechnik-Meisterin Rebekka Seyberth, Schreiner-Lehrling Silke Schumacher und Sabine Röck (v.li.), mitarbeitende Partnerin bei der Firma Autoteile Röck.
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    Riesenjubel nach der Juryentscheidung: Viola Hermann wird von ihrer künftigen Beifahrerin Vanessa Wagner (li.) umarmt.
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    Starten für das deutsche Handwerk in Marokko: Sanitär- und Heizungsbaumeisterin Vanessa Wagner aus Hattersheim im Rhein-Main-Gebiet sowie Goldschmiedemeisterin Viola Hermann aus Stuttgart (re.).

Ähnlich überrascht zeigte sich Vanessa Wagner, die im Großraum Frankfurt in dritter Generation einen SHK-Betrieb mit neun Mitarbeitern führt. Sie wird als Beifahrerin für die Navigation während der Rallye Aïcha des Gazelles verantwortlich sein.

Kfz-Mechatroniker-Lehrling Judith Ehrmann aus Bad Wurzach wurde als Ersatzfahrerin nominiert. - © Foto: Andreas Bröckel

Dieser Aufgabe kommt bei dem Wettbewerb, der im südfranzösischen Nizza beginnt und vom 25. März bis 4. April durch die Wüste von Marokko führt, eine besondere Bedeutung zu. Denn anders als bei konventionellen Rallyes gewinnt bei der Aïcha des Gazelles nicht das Fahrzeug, das die Strecke am schnellsten zurücklegt. Vielmehr zählen die gefahrenen Kilometer. Wer also die kürzeste Strecke zwischen den Checkpoints findet, wird später als Sieger gefeiert.

Handwerksteam zum dritten Mal bei Aïcha des Gazelles

Viola Herrmann und Vanessa Wagner werden bereits das dritte Team sein, das für die Deutsche Handwerks Zeitung und handwerk magazin bei der Rallye Aïcha des Gazelles an den Start geht. In den beiden vergangenen Jahren haben die Handwerks-Duos Sabrina Mayer/Larissa Lauber und Bianca Mühlhammer/Claudia Uhlmann jeweils den sechsten Platz belegt. Beide Teams waren in einem Mercedes-Benz Sprinter am Start. Das Team Hermann/Wagner wird dieses Jahr in einem neuen Mercedes-Benz Vito fahren, der gerade für die Rallye mit spezieller Sicherheitsausstattung ausgerüstet wird.

61 Bewerberinnen für Frauenrallye 2015

61 Handwerkerinnen hatten sich Ende vergangenen Jahres für einen der beiden Startplätze 2015 beworben. Zwölf von ihnen wurden von der Deutsche Handwerks Zeitung und handwerk magazin an den Standort des Verlages Holzmann Medien eingeladen, um bei einem Auswahltraining ihre fahrerischen und technischen Kenntnisse, aber auch ihre Sprachbegabung und ihren Orientierungssinn unter Beweis zu stellen.

Die spannendste Aufgabe wartete in der Kiesgrube Dachser in Germaringen (Ostallgäu) auf die Kandidatinnen. Dort mussten sie mit dem Rallye-Sprinter des vergangenen Jahres einen anspruchsvollen Offroad-Parcours bewältigen. Anschließend mussten sie mit verbundenen Augen einen Slalom fahren, während die Beifahrerin die Lenkkommandos gab.

Blindes Vertrauen in die Fähigkeiten der Partnerin kann bei der Frauenrallye Aïcha des Gazelles den Handwerkerinnen helfen, die 2500 Kilometer lange Strecke durch den Staub der Sahara ohne große Probleme zu bewältigen.