Wer hätte das noch für möglich gehalten? Eine Null vor dem Komma beim Dieselpreis. Jetzt haben mehrere Tankstellen kurzzeitig den Liter für 99,9 Cent angeboten. Knackt der Dieselpreis die 1-Euro-Marke?
Am Donnerstag, dem 15. Januar, hat laut Deutscher Presse Agentur eine Tankstelle im rheinland-pfälzischen Asbach Dieselkraftstoff für weniger als einem Euro angeboten hat. Eine weitere Tankstelle im bayerischen Grafenwöhr soll gegen Mittag des gleichen Tages den Liter Diesel zwischenzeitlich für exakt einen Euro verkauft haben.
Schon tags zuvor hatte der Dieselpreis erstmals seit März 2009 wieder die Marke von einem Euro unterboten und stand an zwei Tankstellen im schleswig-holsteinischen Elmshorn für einige Zeit bei 99,9 Cent. Im bundesweiten Durchschnitt ist der Dieselpreis mit 1,115 Euro je Liter allerdings noch ein ganzes Stück von der 1-Euro-Marke entfernt, wie der ADAC berechnete.
Hamstern von Dieselkraftstoff lohnt sich nicht
Trotz der derzeit niedrigen Kraftstoffpreise, sollte sich jedoch niemand verleiten lassen, Benzin und Diesel zu hamstern. Der ADAC erklärt, was erlaubt ist und wie gefährlich die Lagerung von Treibstoff sein kann.
Laut Gesetz dürfen in Kleingaragen maximal 20 Liter Benzin und bis zu 200 Liter Dieselkraftstoff lagern. Voraussetzung: Die Treibstoffe sind in zugelassenen, dicht verschlossenen, bruchsicheren und nicht brennbaren Behältern aufbewahrt.
In Tiefgaragen, wie sie in vielen Wohnsiedlungen zu finden sind, dürfen außerhalb von Kraftfahrzeugen nur „unerhebliche Mengen“ aufbewahrt werden, wie es zum Beispiel in der Bayerischen Garagen- und Stellplatzverordnung heißt. Auch eine Geruchsbelästigung sowie mögliche Gesundheitsbeeinträchtigungen von Nachbarn und Mitbewohnern müssen ausgeschlossen sein.
Das gilt insbesondere dann, wenn man in einem „nicht geeigneten Raum“, also etwa im Keller eines Mietshauses, Treibstoffe lagert. Darüber hinaus könnte das ein „vertragswidriger Gebrauch der Mietsache“ sein.
Der ADAC warnt eindringlich vor der Brandgefahr, die mit dem Lagern von entzündlichen Flüssigkeiten verbunden ist. Nachdem der Boden in vielen Garagen nicht flüssigkeitsdicht ist, kann es beim Umfüllen von Benzin und Diesel überdies zu erheblichen Umweltschäden durch Verschmutzung des Grundwassers kommen.
Rohölpreise geben die Richtung vor
Da die Rohölpreise nach Expertenmeinung vorerst auf niedrigem Niveau bleiben, müssen Autofahrer ohnehin nicht fürchten, dass die Kraftstoffpreise kurzfristig deutlich anziehen. Allerdings rechnet der ADAC auch nicht damit, dass der Dieselpreis im bundesweiten Durchschnitt rasch unter einen Euro sinken wird.
Autofahrer können die aktuellen Kraftstoffpreise seit Herbst 2013 im Internet oder via Smartphone-App vergleichen. Grundlage für die Angebote sind die Daten der Markttransparenzstelle für Kraftstoffe des Bundeskartellamtes, an die die Anbieter jede Preisanpassung melden müssen. Die Stelle war eine Reaktion auf die Rekordpreise des Jahres 2012.
Grund für die Talfahrt bei den Spritpreisen ist der anhaltende Verfall der Ölpreise. Eine ähnliche Situation gab es zu Beginn des Jahres 2009, damals rutschte der Dieselpreis bisher zum letzten Mal unter die Marke von einem Euro. Gemessen an einem monatlichen Durchschnitt kostet der Selbstzünderkraftstoff seit zehn Jahren mehr als einen Euro je Liter. ste/dpa
