Hilfsorganisationen unterstützen Sieben Tipps für Spenden

Ob für ein Hilfsprojekt in Afrika oder für eine soziale Einrichtung in der Nachbarschaft - nicht nur zur Weihnachtszeit wird viel gespendet. Doch woran erkennt man eine seriöse Organisation und sind Sachspenden besser als Geld? Die wichtigsten Tipps im Überblick.

Lassen Sie sich nicht an der Haustür zu Spenden drängen. Holen Sie vorher Informationen über die Hilfsorganisation ein. - © Foto: Jörg Lantelme/ Fotolia

Welche Hilfsorganisation ist seriös?

Mit dieser Frage beschäftigt sich das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI). Das DZI bewertet Hilfsorganisationen mit einem Gütesiegel. Es belegt, dass eine Organisation mit den ihr anvertrauten Geldern sorgfältig und verantwortungsvoll umgeht.

Rund 250 Organisationen tragen zurzeit das DZI Spenden-Siegel. Im Durchschnitt sind rund 30 Prozent der Erstanträge nicht erfolgreich. Auch Stiftung Warentest bescheinigt das Spenden-Siegel als "echtes Qualitätssiegel für Spendensammler". Weitere Informationen finden sie auf der Internetseite des Instituts. Tipps gibt auch ein Flyer des Innenministeriums.

Worauf sollte man beim Spenden achten?

  1. nicht unter Druck setzen lassen: Spenden und Fördermitgliedschaften sind freiwillige Leistungen. Niemand sollte dazu gezwungen werden, weder durch Werbende an der Haustür oder auf der Straße. Wer sich unsicher ist, sollte zunächst weitere Informationen suchen und später spenden.
  2. gezielt spenden: Spenden sollten sich auf wenige Organisationen konzentrieren. Für den Spender ist es so leichter die Seriosität der Organisationen zu prüfen, außerdem wird man dann nicht von so vielen Organisationen als aktiver Spender registriert. Der Werbe- und Verwaltungsaufwand der Hilfswerke wird dadurch reduziert.
  3. dringlichen Spendenaufrufen misstrauen: Seriöse Spendenorganisationen haben Notfallpläne und können ihre Projekte zunächst auch ohne Spenden starten. Die Spenden werden dann für weitere Maßnahmen benötigt.
  4. informiert spenden: Die Zahl der Spendenorganisationen und die Intensität der Spendenwerbung nehmen ständig zu. Daher sollte die Spende gut überlegt sein. Nützliche Informationsquellen sind Jahresberichte, Projektbeschreibungen und regelmäßige Veröffentlichungen. Dies ist auch wichtig, weil man sich strafbar macht, wenn man eine verbotene Organisation unterstützt. Nähere Informationen zu solchen Organisationen sind in den Verfassungsschutzberichten des Bundes und der Länder aufgelistet.
  5. über Kündigungsfristen informieren: Bei Fördermitgliedschaften gilt in der Regel nicht das Haustürwiderrufsgesetz, das heißt es gibt kein gesetzliches Rücktrittsrecht. Bevor man unterschreibt, sollte man sich deshalb über die festgelegten Kündigungsfristen in der Satzung informieren.
  6. Geldspenden sind besser als Sachspenden: Die Hilfsorganisationen können Geldmittel besser einsetzen als Sachspenden. Teure Transportmittel entfallen, viele Produkte sind außerdem vor Ort billiger und so wird die Wirtschaft vor Ort gefördert.
  7. freie Spenden sind besser als zweckgebundene Spenden: Zweckgebundene Spenden engen den Entscheidungsspielraum der Organisation stark ein und erhöhen den Verwaltungsaufwand. Sie sollten deshalb die Ausnahme bleiben. dhz