"Skimming"-Angriffe Datenklau an Geldautomaten auf Rekordtief

Die Investitionen von Banken in sicheres Plastikgeld zahlen sich aus. Betrüger haben es an Geldautomaten schwerer, an sensible Daten zu kommen. Dennoch richtet "Skimming" noch Millionenschäden an.

In Deutschland sind rund 94 Millionen Girocards mit dem EMV-Chip ausgestattet. Die Technik schützt vor Datenklau am Geldautomaten. - © Foto: Colourbox.de

Laut Informationen der Nachrichten-Agentur dpa ist der Datenklau an Geldautomaten 2014 auf ein Rekordtief gesunken. Grund dafür sei auch die moderne Technik, die mittlerweile an den Automaten eingesetzt wird.

Milliarden-Schaden durch "Skimming"-Angriffe

In den ersten 11 Monaten hätten laut dpa Kriminelle bundesweit 134 Automaten, Kartendaten und Geheimnummern (PIN) von Bankkunden ausgespäht. Nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre steigt die Zahl somit kaum noch an, wie dpa berichtet.

Die sogenannten "Skimming"-Angriffe haben sich nach den jüngsten verfügbaren Zahlen einen wirtschaftlichen Schaden von rund 2,6 Millionen Euro verursacht. Zum Vergleich: Im Gesamtjahr 2013 wurden Daten an 341 Geldautomaten ausgespäht, der Schaden belief sich auf 11,3 Millionen Euro.

Investition in EMV-Technik

Im laufenden Jahr konnte sich die deutsche Kreditwirtschaft sogar mehr als die Hälfte der Schadenssumme zurückholen: Gemäß internationalen Abkommen müssen die Länder für betrügerische Geschäfte mit geklauten Kartendaten aufkommen, welche die niedrigeren Sicherheitsstandards haben. Dabei sind Deutschlands Banken dank Milliardeninvestitionen in moderne Technik wie EMV im Vorteil.

"Vor allem die Einführung der EMV-Technik hat viel gebracht", sagt Margit Schneider von Euro Kartensysteme, einer Einrichtung der deutschen Kreditwirtschaft, die sich um das Sicherheitsmanagement für Zahlungskarten kümmert.

EMV-Karten sind mit einer Art Mini-Computer ausgestattet: Der Datensatz wird verschlüsselt, die Karte bei Gebrauch auf Echtheit geprüft - und zwar bei jedem Einsatz sowohl am Geldautomaten als auch an der Ladenkasse.

Plastikgeld ist sicherer

In Deutschland sind seit Ende 2010 alle rund 94 Millionen Girocards mit EMV-Chip ausgestattet, ebenso alle knapp 60.000 Geldautomaten und 720.000 Terminals im Handel. Weil sich diese Technik weltweit zunehmend durchsetzt, können gestohlene Kartendaten in immer weniger Staaten missbräuchlich eingesetzt werden.

Sicherer ist die Nutzung von Plastikgeld nach Schneiders Einschätzung auch dadurch geworden, dass immer mehr Banken das sogenannte Geoblocking eingeführt haben. Damit können Zahlungen in einzelnen Staaten auf kleine Beträge begrenzt oder vorübergehend ganz gesperrt werden. "Dadurch ist der durchschnittliche Schaden pro abgegriffener Karte ganz erheblich gesunken. Das reicht Kriminellen oft gerade noch für ein Taschengeld", sagt Schneider. dhz/dpa