Geburtsjahr einer Legende 60 Jahre Fender Stratocaster: Jubiläum eines Gitarren-Klassikers

Die Fender Stratocaster und Rockmusik sind eng miteinander verwoben. 2014 feiert die legendäre Gitarre ihren 60. Geburtstag. Im Jubiläumsjahr kann auf Höhen und Tiefen der Gitarre zurückgeschaut werden.

Die Fender Stratocaster hat die Musikgeschichte maßgeblich mitgeprägt. Zahlreiche Rockmusiker schätzen den Sound der Strat. - © Foto: Colourbox.de

Ob Jimi Hendrix, Bob Dylan, Eric Clapton oder Dire Straits-Frontmann Mark Knopfler – sie alle sind Legenden der Rockmusik. Doch nicht nur das. Das Markenzeichen dieser vier Musiker ist die Fender Stratocaster. Die E-Gitarre wurde bei ihnen nicht nur zum persönlichen Markenzeichen, sondern hat maßgeblich zum unverwechselbaren Sound der Rockmusiker beigetragen.

Etablierung im Rock und Blues

Die Geschichte der "Strat", wie sie von Musikern genannt wird, ist allerdings älter als der Rock'n Roll. 2014 feiert sie ihren 60. Geburtstag. Seit ihrem Gründungsjahr 1954 war sie darauf ausgelegt, Gitarristen zu helfen, den perfekten Sound zu kreieren und um auf der Bühne vielseitig zu sein. Dieses Ziel wurde erreicht. Nicht nur in der Rockmusik, sondern auch im Blues hat die "Strat" viele Musiker überzeugt und sich als Instrument auf der Bühne und im Studio durchgesetzt.

Der bekannteste Vater der "Fender Strat" ist Leo Fender (1909-1991). Er war der Gründer und Besitzer der Gitarrenfabrik im kalifornischen Fullerton. George Fullerton (1923-2009) war ein Mitarbeiter Fenders und trug wesentlich zum Design der Gitarre bei. Für den Namen Stratocaster verantwortlich ist Don Randall (1917-2008) gewesen, der fürs Marketing in der Fabrik verantwortlich war.

Fender Stratocaster mit drei Tonabnehmern

Anders als die anderen akustischen und elektrischen Gitarren zu dieser Zeit, besaß die "Strat" einen flachen Korpus mit zwei Hörnern. Dies erlaubte Gitarristen eine bessere Balance am Gurt und zeitgleich eine bessere Bespielbarkeit in höheren Lagen.

Das Tonholz wurde aus Esche gefertigt. Ab 1956 wurde Erle verwendet. Auch dahingehend hat Fender den bisherigen Gitarrenbau umgekrempelt, denn die Gitarren wurden zu dieser Zeit überwiegend aus Mahagoni gebaut. Eine weitere Neuerung betraf den Gitarrenhals. Anders als bei anderen Gitarren wurde dieser an den Korpus geschraubt. Die Idee dahinter: Die Gitarre muss nicht neu bundiert werden, wenn die Bünde abgespielt sind. So kann man auch noch heute leicht einen neuen Hals an den Körpers setzen. Neben dem Korpus und dem Hals wurde die Elektronik auf das Schlagbrett gesetzt.

Versehen wurde die Fender Stratocaster mit drei Tonabnehmern. Die so genannten "Singlecoil-Pickups" bestimmen bis heute den Sound der "Strat". Ab Mitte der 5oer Jahre ist der "Humbucker" dazugekommen. Neben den Tonabnehmern war im Gitarrensteg ein Vibrato verborgen, welches es erlaubte, die Gitarrensaiten mit einem Tremolo-Effekt anzuschlagen.

DHZ Gitarrenbau 3

"Strat" mit Kinderkrankheiten

In den Anfangsjahren plagten die Stratocaster zahlreiche Kinderkrankheiten. So hatte der erste Pick-up Wahlschalter nur drei Positionen und erlaubte somit keine gleichzeitige Verwendung mehrerer Pickups. Erst gegen Ende der 70er Jahre wurde der Fünf-Wege-Schalter eingeschaltet. Auch das Brummen der Singlecoil-Pickups ist seit Markteinführung der "Strat" ein Problem, das viele Musiker auch noch heute auf der Bühne haben.

Doch allen kleinen Schönheitsfehlern zum Trotz hat die Fender Stratocaster in 60 Jahren sehr viel zur Entwicklung der Musik beigetragen. Auch heute greifen zahlreiche Pop- und Rockmusiker auf die E-Gitarre mit der markanten "Sunburst"-Optik zurück. cle