TÜV-Report 2015 Hauptuntersuchung: Weniger Mängel, trotzdem fällt jedes vierte Auto durch

Abgefahrene Bremsen und kaputte Schweinwerfer – bei der Hauptuntersuchung gab es auch in diesem Jahr vieles zu bemängeln. Welche Modelle am sichersten sind und welche die hinteren Plätze belegen, zeigt der TÜV-Report 2015.

Die Ergebnisse des TÜV-Report zeigen, dass Autos sicherer werden. Größte Schwachstelle ist das Licht. - © Foto: Jörg Carstensen/ dpa

Autos werden wieder sicherer. Zu diesem Ergebnis kommt der TÜV Report 2015. Erstmals seit Jahren fielen weniger Autos bei der Hauptuntersuchung durch als im Vorjahr. Die Quote sank von 24,9 Prozent auf 23,5 Prozent. Dies bedeutet aber, dass trotzdem fast jedes vierte Auto wieder in die Werkstatt geschickt wurde. Gründe waren abgefahrene Reifen und Bremsen oder eine defekte Beleuchtung. Problemlos kamen 63,9 Prozent der Autos durch die Untersuchung. 12,5 Prozent hatten geringe Mängel.

Häufigster Mangel: das Licht

Besonders oft wurden Problemen mit der Beleuchtung beanstandet. Fast jedes dritte Fahrzeug musste wegen defekter Lampen die Werkstattrunde drehen. Durchschnittlich kamen knapp sieben Prozent der dreijährigen Pkw mit mangelhaftem Licht zum TÜV. Bei den Elfjährigen noch mehr: 31,8 Prozent.

Insgesamt wird es aber auch bei der Beleuchtung langsam besser. Dafür sorgen nach Expertenansicht hauptsächlich die geringere Anfälligkeit für Spannungsschwankungen und die höhere Lebensdauer moderner Lampen, beispielsweise Xenon-Licht. Die weitere Verbreitung der On-Board-Diagnose führt zusätzlich dazu, dass Ausfälle früher bemerkt und Lampen schneller ausgetauscht werden. 

Deutsche Hersteller haben Nase vorn

Deutsche Marken schneiden besonders gut ab. Die besten Mängelquoten bei den Dreijährigen haben: der Mercedes SLK (2,4 Prozent), gefolgt von Audi A6, dem SUV Mercedes GLK, Porsche 911, BMW Z4, Mercedes E-Klasse Coupé, Audi Q5, Audi A3, Ford Focus und Mercedes C-Klasse.

Schlusslichter in der Kategorie der jungen Fahrzeuge bis drei Jahre sind der Dacia Logan (15,7 Prozent), Alfa Romeo Mito (15,6) und Fiat Panda (14,8). Jeder Sechste Dacia Logan muss demnach wieder in die Werkstatt, nachdem er das erste Mal bei der HU war.

Wer macht auch im hohen Alter eine gute Figur?

Bei den vier und fünf Jahre alten Autos hat der Mazda 3 mit 5,4 Prozent die wenigsten Mängel, gefolgt vom Porsche 911 (6,4 Prozent) und dem Toyota IQ mit 6,5 Prozent. Bei den Sechs- und Siebenjährigen liegt der Porsche 911 an der Spitze (10,5 Prozent), gefolgt vom Mazda 2 mit 11,2 Prozent und dem VW Golf Plus mit 11,5 Prozent.

Der 911 hat auch nach neun Jahren noch eine leicht bessere Mängelquote als der Dacia Logan bei seiner ersten Hauptuntersuchung. Im Ranking der zehn und elf Jahre alten Fahrzeuge belegt er auch den ersten Platz, gefolgt vom Subaru Forester. In dieser Altersklasse ist die M-Klasse von Mercedes (W163) das Schlusslicht. Fast die Hälfte muss in die Werkstatt. Ähnlich sieht es bei Fiat Stilo, VW Sharan und Ford Galaxy nach elf Jahren aus.

Erstmals wurde in diesem Jahr auch in jeder Fahrzeugklasse ein Ranking erstellt. Sieger bei den Kleinwagen ist der Mazda 2 (5,0 Prozent), und in der Kompaktklasse hat der Audi A3 nach drei Jahren die Nase vorn (4,9 Prozent). Der beste Mittelklassewagen ist die Mercedes C-Klasse (4,9 Prozent) und der Opel Meriva (5,4 Prozent) erhält das Prädikat bester Van.

Bessere Wartung und höhere Qualität der Neufahrzeuge

In den TÜV Report 2015 flossen die Ergebnisse von 8,5 Millionen Hauptuntersuchungen an 226 Fahrzeugmodellen aus dem Zeitraum Juli 2013 bis Juni 2014 ein. Die Experten sehen in den Ergebnissen ein Zeichen für bessere Wartung und eine höhere Qualität der Neufahrzeuge.

„Der Negativtrend der letzten Jahre bei den Mängelquoten ist erst einmal gestoppt – darüber freuen wir uns. Wartung sorgt nicht nur für mehr Sicherheit, sondern spart bares Geld“, sagt Patrick Fruth, Sprecher der Geschäftsführung der TÜV SÜD Auto Service GmbH.  dhz