Verkehrsmuseum Dresden zeigt Sonderschau Reiseabenteuer nach dem Mauerfall

Reisegeschichten aus der Zeit unmittelbar nach dem Mauerfall dokumentiert das Verkehrsmuseum Dresden in einer Sonderausstellung, die am 8. November eröffnet wird. Mit einfachsten Fahrzeugen wollten die DDR-Bürger damals ihre Reisefreiheit genießen.

Von Dresden nach Paris: Mit ihren Mopeds vom Typ SR2 aus den frühen 60er Jahren sind Torsten Naumann und André Kiesewalter 1990 zum Eiffelturm gefahren. - © Foto: Kiesewalter

Der Wunsch nach Freiheit war die Triebfeder der Demonstrationen im Herbst 1989 in der ehemaligen DDR. Als die Mauer gefallen war, wollten viele Ostdeutsche so schnell wie möglich aufbrechen in die Welt, die ihnen plötzlich offen stand. Auf abenteuerlichen Wegen eroberten die DDR-Bürger mit schmalem Geldbeutel die Welt, denn bis zur Währungsunion wollten sie nicht warten.

Zwei Fahrzeuge stehen in der Ausstellung exemplarisch für die Reisefreude der Ostdeutschen. Der Hillman Minx aus dem Bestand des Museums wurde in den 60er Jahren von der DDR aus England eingeführt. Sein letzter Besitzer floh mit ihm am 4. November 1989, also kurz vor dem Mauerfall, über die CSSR nach Westdeutschland.

Mit Mopeds vom Typ SR2 (1,5 PS, 45 km/h Spitze) starteten zwei junge Dresdner 1990 nach Paris. Für die 1.000 Kilometer lange Strecke waren sie fünf Tage unterwegs, ehe sie am Eiffelturm eintrafen.

Die Ausstellung im Verkehrsmuseum Dresden (Augustusstraße 1) ist bis zum 12. April 2015 zu sehen. Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr (außer Heiligabend, 1. Weihnachtsfeiertag, Silvester und Neujahr). Eintritt: 7 Euro, ermäßigt: 3 Euro.