Deutsche Handwerks Zeitung vergibt Publikumspreis Architekturwettbewerb "geplant + ausgeführt" 2015 läuft

Für den Preis "geplant + ausgeführt" können sich ab sofort Handwerker und Architekten im Duo bewerben. Die 30 besten Projekte werden zur Internationalen Handwerksmesse vom 11. bis 17. März 2015 in München ausgestellt. Aus ihnen werden die Preisträger ermittelt.

Ulrich Steudel

Prämiert 2014: Ein Haus wie ein Bauklotz aus dem Kinderspielkasten. Der Betriebsamkeit der Straße gönnt es keine Öffnung. Aber wer im Untergeschoss den Eingang passiert, betritt eine andere Welt. - © Foto: Fabi Architekten

Außerdem werden die 30 Arbeiten auf dieser Website präsentiert. Von Ende Januar an können dann die Leserinnen und Leser der Deutschen Handwerks Zeitung in einem Online-Voting ihren Favoriten wählen. Das Projekt mit den meisten Stimmen gewinnt den DHZ-Publikumspreis 2015.

Der DHZ-Publikumspreis 2014 zeugt eindrucksvoll von den Herausforderungen und Ansprüchen moderner Architektur. Das Grundstück eine verwinkelte, steile Hanglage; dazu mit Thomas Jäger ein Bauherr, der alle Konventionen hinterfragt. Warum müssen Steckdosen in der Wand sein, warum Dachrinnen und Fallrohre die Ansicht des Baukörpers stören?

Schwarzer Putz trotzt Temperaturschwankungen

Noch rigoroser entfernt sich das Atelierhaus „schwarz auf weiß“ in Wenzenbach nahe Regensburg bei der Farbgebung von der Norm. Schwarzer Putz, hinter dem sich der Holzrahmenbau des Obergeschosses verbirgt, verbietet sich eigentlich, weil die Außenhaut aufgrund von Temperaturschwankungen unter Spannungen leidet. Die Gefahr, dass über Haarrisse Wasser eindringt, möchte kein Handwerker eingehen, der mit Gewährleistung für seine Arbeit geradestehen muss. Der Malerbetrieb Franz Rebl aus Landau an der Isar hat zusammen mit dem Architekturbüro von Stephan Fabi eine Lösung für das Problem gefunden.

Und Probleme waren reichlich zu lösen. Als nach dreijähriger Planungsphase mit dem Bau begonnen werden sollte, fand sich zunächst kein Tiefbauunternehmen, das angesichts der schwierigen Topographie des Grundstücks für das gewaltige Fundament ein Angebot abgeben wollte. Schließlich gewann der Architekt die Firma Wagner aus Wörth an der Donau für den komplizierten Auftrag.

Die ganze Kunst des Zimmererhandwerks verlangte die Glasfront, die vom Obergeschoss aus einen unverbauten Blick in die Natur gewährt. So wurden vom Holzbauunternehmen Penzkofer aus Eschelkam die Balken am First mit Nagelplatten verstärkt, um den Sturz über der Fensterfront zu entlasten.

Alles Eiche: Möbel, passend zu den Dielen

Die kompromisslose Reduktion auf klare Formen mit ausdrucksstarken Oberflächen setzt sich beim Innenausbau fort. Die vom Bauherrn selbst entworfenen Möbel werden Teil des Bauwerks und ragen im Obergeschoss nie über Sideboardhöhe hinaus, um die grandiose Sicht in die Natur nicht einzuschränken. Eichenholz vereinigt die Möbel mit den Böden, weshalb Thomas Jäger auf die Ausführung aus einer Hand bestand, umgesetzt von der Heidingsfelder Manufaktur aus Dinkelsbühl.

Wie das Handwerk hilft, die Ideen von Bauherren und Planern in die Realität umzusetzen, haben auch die anderen Projekte des Wettbewerbs „geplant + ausgeführt“ 2014 gezeigt. Für das nächste Jahr erwarten die Veranstalter erneut viele spannende Bewerbungen, die einen Einblick in die Leistungskraft des Handwerks bieten.

Bewerbung

Handwerksbetriebe können sich gemeinsam mit Architekten oder Innenarchitekten bis zum 15. Januar 2015 für den Wettbewerb „geplant + ausgeführt“ bewerben. Neben den drei Hauptpreisen und dem DHZ-Publikumspreis wird 2015 ein Sonderpreis „Fokus. Gesundes Bauen“ verliehen. Informationen und Ausschreibungsunterlagen erhalten Sie bei Wengmann + Rattan, Tel. 089/ 76773828, E-Mail: ihm-preis@wengmann-rattan.de.