Bundesagentur für Arbeit vermittelt Zahl ausländischer Azubis verdreifacht

Immer mehr junge Leute aus dem Ausland kommen für eine Berufsausbildung nach Deutschland. Sie interessieren sich für das Hotelgewerbe, die Lebensmittelbranche, das Bauhandwerk und Gesundheitsberufe. In Zeiten des Fachkräftemangels eine Chance, auch für das Handwerk.

Nicht nur im Bäckerhandwerk wird es immer schwieriger, gute Azubis zu finden. Die ZAV vermittelt deswegen immer mehr junge Leute aus dem Ausland. - © Foto: www.amh-online.de

Mehr als dreimal so viele Auszubildende wie im Vorjahr hat die Zentrale Auslands-und Fachvermittlung (ZAV) 2014 nach Deutschland vermittelt. Die gut 1.300 jungen EU-Bürger haben ihre Ausbildung vor allem im Hotelgewerbe, in der Lebensmittelbranche, im Bauhandwerk sowie in Gesundheitsberufen angetreten. Seltener fiel die Berufswahl auf die Logistik, die Informationstechnologie oder auf Berufe der Landwirtschaft.

Aus Sicht der Bundesagentur für Arbeit ist die Zunahme ein Erfolg: “Für uns hat sich die Vermittlung von jungen EU-Bürgern auf Ausbildungsplätze neben der Vermittlung von Fachkräften nach Deutschland etabliert“, sagte Monika Varnhagen, Direktorin der ZAV. „Junge EU-Bürger als Auszubildende einzustellen ist ein Weg, wie Unternehmen dem Nachwuchsmangel in Deutschland begegnen können.“

Überwiegend Männer, überwiegend Spanier

Der Großteil der überwiegend männlichen Auszubildenden, nämlich 70 Prozent, kommt aus Spanien. An zweiter Stelle stehen mit jeweils knapp 100 Kandidaten Portugal und Bulgarien. In geringerer Zahl nahmen junge Menschen aus Kroatien, Griechenland, Ungarn, Schweden, Italien und Polen mit Unterstützung der ZAV eine Ausbildung in Deutschland auf.

Auch auf Seiten der Arbeitgeber sei das Interesse an Auszubildenden aus dem Ausland gestiegen, beobachtet Varnhagen. Es gebe dieses Jahr bereits Betriebe, die schon zum zweiten Mal dabei sind.

Sehr gefragt waren die Ausbildungskandidaten aus dem Ausland in Bayernund in Mecklenburg-Vorpommern. Betriebe in diesen Bundesländern stellten jeweils mehr als ein Viertel der Ausbildungsplätze zur Verfügung, meldet die ZAV. Mit 8,6 Prozent folgt Sachsen. Baden-Württemberg liegt mit 6,9 Prozent auf Platz 4.

Hohes Durchschnittsalter

Mehr als die Hälfte der Bewerberinnenund Bewerber dieses Jahr ist älter als 25 Jahre. Der Grund: Einige der Ausbildungsinteressenten hatten in ihrem Herkunftsland bereits eine fachschulische Ausbildung oder ein Studium absolviert, waren dann aber arbeitslos.

Geändert hat sich im Vergleich zu den Vorjahren das Verfahren der Antragstellung. Infos hierzu unter www.thejobofmylife.de. bst